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Leben im Abseits e. V.

wird verwaltet von Y. Pott

Über uns

Leben im Abseits will die Situation von Hilfsbedürftigen verbessern, die Zusammenarbeit mit bestehenden Initiativen fördern, Konzepte für gemeinsame Projekte erstellen und die Öffentlichkeit und Politik für die Thematik des unwürdigen Lebens auf der Straße sensibilisieren.
Unsere Kampagnen und Projekte basieren auf gründlicher Recherchearbeit und der Zusammenarbeit mit Fachstellen. Wir arbeiten mit medialen Mitteln und öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen und Projekten.
Mit Zeit-, Sach- und Geldspenden unterstützen wir nachhaltig tätige Einrichtunge der Obdachlosenhilfe, damit die Hilfe dort ankommt, wo sie am nötigsten gebraucht wird - bei den obdachlosen und bedürftigen Menschen!
Um unsere Aktivitäten wie z. B. Kampagnen, Projektarbeiten an Schulen, Ausstellungen, Lesungen, etc. leisten zu können, sind wir dringend auf Spenden angewiesen.

Letzte Projektneuigkeit

News im August

  Y. Pott  25. August 2026 um 09:35 Uhr

Deutschland muss sparen. Und wie so oft scheint ziemlich schnell klar zu sein, bei wem: bei denen, die ohnehin schon wenig haben.

Wohngeld, soziale Leistungen, Förderprogramme, überall wird nach Einsparmöglichkeiten gesucht. Auch viele kleinere soziale Projekte müssen sich darauf einstellen, weniger Geld zu bekommen oder ganz leer auszugehen. Dabei ist die Situation für arme und bedürftige Menschen schon heute katastrophal. Mieten und Lebenshaltungskosten sind massiv gestiegen, viele haben längst keinen finanziellen Spielraum mehr. (NDR-Artikel zur Wohngeldreform)

Natürlich kann man Sozialausgaben kürzen. Armut wird dadurch allerdings nicht billiger.

Weniger Wohngeld, weniger Beratung und weniger soziale Hilfen lösen kein einziges Problem. Sie erhöhen vielmehr das Risiko, dass aus finanzieller Not Wohnungsverlust, aus Wohnungsverlust Wohnungslosigkeit und aus einer schwierigen Lebenssituation eine persönliche Katastrophe wird. Hinter jeder eingesparten Zahl im Haushalt stehen am Ende Menschen.

Und auch wirtschaftlich ist diese Politik kurzsichtig. Was heute bei Prävention, Beratung und sozialer Unterstützung eingespart wird, kann morgen ein Vielfaches kosten: für Notunterbringung, medizinische Versorgung, Sozialarbeit, Verwaltung und Polizei.

Heute bei der Hilfe sparen und morgen für die Folgen bezahlen, besonders wirtschaftlich ist das nicht.

Gleichzeitig wird wachsender Armut zunehmend mit ordnungspolitischen Maßnahmen begegnet. Alkoholverbotszonen, Bettelverbote und Verdrängung aus dem öffentlichen Raum vermitteln den Eindruck: Wenn wir Armut schon nicht verhindern, soll sie bitte wenigstens niemand sehen.
("Immer mehr Städte führen Bettelverbote ein" - Hinz&Kunzt-Artikel)

Für die Bekämpfung von Armut fehlt das Geld, für die Bekämpfung ihrer Sichtbarkeit offenbar nicht.

Dabei gäbe es durchaus Möglichkeiten zu sparen, ohne ausgerechnet bei den Ärmsten anzusetzen. Ein gutes Beispiel sind überhöhte Mieten.

Hamburg hat Anfang 2025 ein eigenes Meldeportal dafür geschaffen. Rund 1.700 Meldungen sind dort inzwischen eingegangen, bearbeitet wurde bislang keine einzige. Dafür fehlt das Personal. Dass es auch anders geht, zeigt Berlin: Dort werden Wohnungsinserate inzwischen systematisch auf überhöhte Mieten überprüft. (Hinz&Kunzt-Artikel)

Gleichzeitig soll auf Bundesebene ausgerechnet beim Wohngeld gespart werden. Das ist schon bemerkenswert: Der Staat bezuschusst hohe Wohnkosten und damit letztlich auch die Mieteinnahmen der Vermieter, während Hamburg nicht genügend Personal bereitstellt, um den Verdacht auf unzulässig überhöhte Mieten konsequent zu verfolgen.

Man könnte beim Wohngeld schließlich auch sparen, indem man überhöhte Mieten verhindert, statt den Menschen weniger Geld zu geben, die ihre Miete kaum noch bezahlen können.

Denn eine Wohngeldkürzung senkt keine einzige Miete. Der Vermieter bekommt weiterhin sein Geld. Nur der staatliche Zuschuss wird kleiner und die Differenz müssen diejenigen aufbringen, die ohnehin kaum etwas haben.

Das ist Sparpolitik am falschen Ende. Wer staatliche Ausgaben wirklich senken und Wohnungslosigkeit verhindern will, sollte nicht zuerst fragen, wie viel weniger Unterstützung sich arme Menschen noch leisten können. Man könnte auch dafür sorgen, dass öffentliche Gelder nicht über immer höhere Mieten bei Vermietern landen.

Denn wenn Menschen ihre Wohnung erst verloren haben, wird es nicht nur menschlich katastrophal, sondern für die Gesellschaft auch richtig teuer.

Aber bei den Armen zu sparen ist eben einfach, sie haben keine Lobby.


Fotoausstellung „Reeperbahn: Mittendrin aber nicht dabei?"

Bis zum 31.08.2026 ist unsere Fotoausstellung „Reeperbahn: Mittendrin aber nicht dabei? – Über Leben am Rande der Gesellschaft“ noch auf dem Spielbudenplatz zu sehen. Damit beginnt nun die letzte Ausstellungswoche, wer sie noch nicht besucht hat, hat also noch bis Ende August Gelegenheit dazu.
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Mit der Fotoausstellung stellen wir den menschenunwürdigen Kontrast zwischen Glanz und Schatten, Reichtum und Armut in unserer Gesellschaft, unserer Stadt und unserem Alltag in den Fokus. Gerade auf der Reeperbahn wird dieser Kontrast sichtbar: Zwischen Feiernden, Anwohnern und Geschäftstreibenden begegnet man obdachlosen Menschen, die mit unglaublich viel Ausdauer, Stärke und Kreativität im Schatten des Glanzes ihren schweren Alltag meistern. Diesen Menschen mit ihren Träumen und Wünschen geben wir in dieser Ausstellung ein Gesicht.
 
 Die Ausstellung wurde ermöglicht mit einer Förderung des Vereins „Lebendiges Kulturerbe St. Pauli e. V.“ im Rahmen des diesjährigen Jubiläums „400 Jahre Reeperbahn“.
Standort: Ostbühne Spielbudenplatz, 20359 Hamburg. Die Ausstellung wird dort bis zum 31.08.2026 zu sehen sein.


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Unsere Arbeit wäre ohne die vielen Menschen, die uns unterstützen, begleiten und Vertrauen schenken, nicht möglich. Dafür möchten wir auch in diesem Monat einfach einmal Danke sagen. Gemeinsam können wir hinschauen, laut bleiben und ganz konkret dort helfen, wo Unterstützung gebraucht wird.

Das Team von Leben im Abseits e. V.


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