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Vamos Verde - Grüne Projekte in Chile

Santiago, Chile

Wir unterstützen "Grüne Komitees" engagierter Nachbar*innen in den informellen Siedlungen Chiles bei der Umsetzung von Maßnahmen im Bereich Müllentsorgung, Recycling und nachhaltiger Ernährungsversorgung.

Tobias Paret von Gemeinsam TECHO e.V.
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Fast 82.000 Familien in Chile leben auf engem Raum in informellen Siedlungen (Catastro Nacional de Campamentos 2020-2021), was einem Anstieg von 74% gegenüber dem Jahr 2019 darstellt. Wahrscheinliche Ursachen liegen in gestiegenen Wohnungspreisen, die durch soziale Unruhen und die Pandemie ausgelöst wurden. Viele der Menschen in den als "campamentos" bezeichneten Siedlungen haben keinen rechtlichen Anspruch auf ihr Land und keinen geregelten Zugang zu Wasser und Elektrizität. 
 
Meist gibt es keine Müllabfuhr und den Bewohnenden fehlt der Zugang zu Entsorgungs- und Recyclingstellen. Diese Form der territorialen Ausgrenzung erschwert es den Gemeinden, den öffentlichen Raum sauber zu halten. Ansammlungen von Müll in und um informelle Siedlungen herum führen wiederum dazu, dass viele Menschen Armut schnell mit Müll in Verbindung bringen. Auf diese Weise sehen sich Bewohnende sozialer Ausgrenzung und Stigmatisierung ausgesetzt. 
 
TECHO möchte engagierte Nachbar*innen darin unterstützen, die angesprochenen Probleme anzugehen und nachhaltig zu lösen. Zusammen mit Freiwilligen von TECHO gründen sich in vielen Siedlungen „Grüne Komitees“, die lokale Aktionen planen und durchführen. TECHO stellt für bestimmte Projekte Fördermittel zur Verfügung, um welche sich die Komitees bewerben können.

Mit der Kampagne „Vamos Verde“ möchten wir TECHO Chile Gelder für entsprechende Maßnahmen im Bereich Recycling, Grünflächen und nachhaltiger Ernährungsversorgung zur Verfügung stellen. Dabei fördern wir beispielsweise:

  • öffentliche Workshops in den Siedlungen zum Thema Umweltbewusstsein
  • Abfallmanagement: Schulung und Planung der Müllentsorgung, Knüpfen von Kontakten zu unterstützenden Netzwerken
  • Aufbau von lokalen Sammelstellen für einzelne Wertstoffe (z.B. Glas) und Anbindung an regionale Transport- und Recyclingprozesse
  • Partizipativer Entwurf und Bau von Recyclingpunkten für mehrere Arten von Müll
  • Anlegen von gemeinschaftlich genutzten Kompoststellen
  • Anlegen von gemeinschaftlichen Gemüsegärten
  • Bau von Gewächshäusern für Gemüse und Obst

Die Ziele dieser Projekte lassen sich in zwei Gruppen aufteilen. In einem ersten Schritt sollen sie die lokale Umgebung in den Siedlungen aufwerten, die Lebensqualität der Menschen erhöhen und eine gesündere und unabhängigere Nahrungsmittelversorgung ermöglichen. Langfristigere Ziele sind der Abbau von sozialer Ausgrenzung, die Stärkung gesellschaftlichen Engagements, die Reduzierung des Müllaufkommens, eine vermehrte Wiederverwendung von Rohstoffen und der Schutz der Umwelt.
 
Die Spendenkampagne läuft bis Ende Oktober 2021, die Umsetzung der Projekte erfolgt in den darauffolgenden Monaten. Die hier eingestellten "Bedarfe" sind Beispiele. Wie viele Projekte welcher Art mit den Fördermitteln unterstützt werden, hängt vom Bedarf ab, den die "Grünen Komitees" in ihren Förderanträgen benennen.