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Ein Schlüssel zur Bildung von Mädchen in Togo - Das Stoffbinden-Projekt

Ein Projekt von Woé zon loo e.V.
in Kpalimé, Togo

Aufklärung in Togo - Durch Zusammenarbeit ans Ziel

Emily Wilbrand
Emily Wilbrand schrieb am 03.10.2020

Liebe Spender, liebe Interessierte,

passend zum Tag der Deutschen Einheit, möchte ich euch heute über die mögliche Verbindung von vielen Kämpfer*innen zu einer starken Struktur erzählen.
Ich bin aktuell dabei, einen Projektantrag bei einer Stiftung zu schreiben, um das Aufklärungprojekt als zweiten Baustein in unserem Stoffbindenprojekt ins Rollen zu bringen.

Konkret geht es darum, Perel, unseren Projektkoordinator in Togo, der Organisationskommunikation studiert hat, und eine junge Togolesin mit einem Masterabschluss in Antrophologie als Projektassistentin für 6 Monate zu finanzieren. In dieser Phase sollen die beiden mit den Zielgruppen und allen Akteuren, die bereits in Togo Sexualaufklärung betreiben oder unterstützen, sprechen und eine Strategie entwickeln, wie die einzelnen Ansätze großflächiger zusammenarbeiten können.
Die Vision ist, dass möglichst viele Mädchen und Jungen über Menstruation und ihre Sexualität aufgeklärt sind.


30,7% der togolesischen Bevölkerung sind Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 24 Jahren. Die Aufklärung über ihre Sexualität ist ein Grundbedürfnis aller Kinder und Jugendlicher. Togo kann auf eine lange Geschichte der Einführung von Sexualerziehung im Bildungssektor zurückblicken, angefangen 1987. Zwischen 2008 und 2013 wurde ein Pilotprojekt mit dem Titel "Förderung der ganzheitlichen Sexualerziehung" vom ATBEF (Association Togolaise pour le Bien-être Familial) getestet. Dies wurde in Partnerschaft mit Primär-, Sekundar- und Hochschulbildung, Berufsausbildung und andere Institutionen (Elternvereinigung, Nonne, Jugendverband usw.) durchgeführt. Mehrere Lehrmaterialien (Handbücher, Tafeln, Poster, Flugblätter, Plakate, Module für außerschulische Aktivitäten), sowie Dokumente zur Interessenvertretung, wie zum Beispiel Predigtführer in Verbindung mit Sexualaufklärung, sind bereits entwickelt worden.
Nach einer Evaluation war der Bildungsminister damit beauftragt, Ressourcen für einen Übergang auf eine größere Skala zu mobilisieren, allerdings ist die Finanzierung bis heute unzureichend. Im überwiegenden Teil der Schulen in Togo werden Schülerinnen und Schülern also nicht sexuell aufgeklärt.
Fehlende Aufklärung hält Jugendliche selbstverständlich nicht davon ab, sexuell aktiv zu werden. Den ersten Geschlechtsverkehr haben die Frauen in der Région des Plateaux, zu unser Projektstandort Kpalimé gehört, mit 17,5 und die Männer mit 18,7 Jahren. Jedes 10 Mädchen hat vor dem 15. Lebensjahr bereits Geschlechtsverkehr.
Eine Folge der fehlenden Aufklärung ist, dass 17% der togolesischen Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren schwanger sind oder ein Kind geboren haben [3].
Allein im IVA Zentrum gibt es vier solcher Fälle. Die betroffenen Mädchen müssen sich fast immer zwischen einer Abtreibung, die unter Umständen zur Unfruchtbarkeit führen kann, oder einem Abbruch der Schule entscheiden. Zudem kann ungeschützter Geschlechtsverkehr zu erheblichen Gesundheitsrisiken führen, wie HIV oder anderen Geschlechtskrankheiten.

Ebenso findet keine Aufklärung über Menstruation in den Schulen Togos statt.
Sommer, Sutherland & Chandra-Mouli schreiben in einem wissenschaftlichen Paper folgendes:
Daten aus vielen Ländern deuten darauf hin, dass viele Mädchen mit der Menstruation beginnen, ohne informiert, vorbereitet und unterstützt worden zu sein, um ihre Monatsblutung zu bewältigen. Mädchen berichten, dass sie den Beginn ihrer Periode vor anderen verheimlichen und die Schule aus Angst vor einem beschämenden Menstruationsausbruch versäumen. Sie verstehen nicht, warum ihre Periode beginnt, wie sie mit der Fruchtbarkeit zusammenhängt und wann ihre Periode kommen sollte. Zu Beginn dieses normalen biologischen Prozesses der sexuellen Reifung berichten Mädchen auf der ganzen Welt, dass sie sich ängstlich, beschämt und verwirrt fühlen. Einige dieser Schwierigkeiten können auf kulturelle Tabus in Bezug auf die Menstruation, auf das Schweigen der Erwachsenen über die sexuelle Reifung oder auf Fehlinformationen aus verschiedenen Quellen (z.B. Gleichaltrige, Eltern, Lehrer) zurückzuführen sein. Dies hat zur Folge, dass Mädchen mit der Menstruation beginnen, ohne vollständig zu verstehen, was mit ihrem Körper geschieht.

Ich glaube, dass wir nur in Zusammenarbeit mit allen Akteuren tatsächlich einen Unterschied machen können.

Ich freue mich, dass ihr uns auf diesem Weg unterstützt!
Ein wunderbares Wochenende an euch,

Eure Emily



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