Unsichtbares Leid mitten unter uns 🕊️
Ingrid Pavic schrieb am 05.05.2026

Mitten in unserer Stadt, zwischen Beton, Lärm und ständiger Eile, spielt sich jeden Tag ein stilles Drama ab, das leider viel zu wenige wahrnehmen.
Jedes Jahr werden unzählige Stadttauben an Orten geboren, die für sie lebensgefährlich sind. Geeignete Brutplätze gibt es kaum noch, sodass sie auf Nischen ausweichen müssen, die nie für sie gedacht waren.
Wie auch dieses kleine Taubenküken. Es wurde an einem Ort geboren, der niemals ein Zuhause hätte sein dürfen… Seine Taubeneltern fanden keinen sicheren Brutplatz und bauten ihr Nest ausgerechnet zwischen den Abwehrspikes einer U-Bahn-Station.
Doch genau diese Spikes wurden für das Küken zur grausamen Falle. Wir vermuten, dass es bei seinem ersten Flugversuch darin hängen blieb - kopfüber. 🥺 Stundenlang musste das kleine Wesen in dieser schrecklichen Lage ausharren, dem Tod näher als dem Leben. Die Metallspitzen durchbohrten seinen kleinen Körper und verletzten seine Hüfte schwer. Seine Füßchen wurden dabei so stark beschädigt, dass sie sich verkrümmten und teilweise gelähmt waren.


Kaum vorstellbar, welche Schmerzen dieses kleine Wesen ertragen musste und dann noch gefangen, völlig hilflos und ganz auf sich allein gestellt.

Zum Glück wurde das Küken entdeckt und schließlich von der Feuerwehr gerettet - inzwischen liegt die Rettung bereits mehr als zwei Wochen zurück.
Seitdem kämpft dieses kleine Wesen bei uns im Tierheim ums Überleben und es macht sich erstaunlich gut. Es zeigt einen beeindruckenden Lebenswillen und macht tatsächlich jeden Tag kleine Fortschritte. Täglich erhält es Physiotherapie und wird behutsam in warmen Wasserbädern unterstützt, um das Laufen neu zu erlernen und die Heilung zu fördern.



Ob es seine Beine jemals wieder vollständig nutzen kann, können wir zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht sagen.
Dieses Schicksal steht stellvertretend für so viele andere und während wir dieses eine Leben vor Augen haben, lässt uns eine Frage nicht los. Wie viele Tiere bleiben unentdeckt und wie viele leiden im Verborgenen? Ohne dass jemand hinsieht und hilft?
Wir hoffen sehr, dass hier ein Umdenken stattfindet, denn Tauben sind keine Störung und keine Randnotiz unserer Städte. Sie sind zauberhafte Lebewesen, die fühlen, die leiden, die einst vom Menschen domestiziert und dann sich selbst überlassen wurden.
Ihr heutiges Leben ist das Ergebnis menschlicher Entscheidungen und damit auch unsere Verantwortung!

Derzeit versorgen wir über 130 Tauben. Viele von ihnen sind verletzt, geschwächt oder schwer unterversorgt. Sie kommen zu uns, weil sie keine andere Chance haben. Sie brauchen medizinische Versorgung, Schutz, Pflege und Zeit.
Wir müssen es leider immer wieder erwähnen - unsere Arbeit wird zu 85 % durch Spenden getragen. Jede Behandlung, jedes Medikament, jeder sichere Platz bedeutet Kosten, die wir nicht alleine stemmen können und ohne Eure Unterstützung nicht bewältigen können.
Bitte schaut nicht weg. Bitte helft uns, zu helfen! 🕊️
Kleine Spende, große Wirkung für unsere kleinen Freunde der Lüfte
