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Anderes Sehen e.V.

wird verwaltet von S. Zimmermann

Über uns

Als erste Organisation in Deutschland vertreten, fordern und fördern wir die Auffassung, dass blinde Kinder schon in den ersten fünf Lebensjahren auf besondere Weise in Blindenstockgebrauch, Klicksonartechnik und “Keine Grenzen”-Haltung gefördert werden müssen. Unser Ziel ist es, autonome Orientierung und damit selbstbestimmte Mobilität – als für sehende Menschen natürliche Lebensform – durch Einsatz bestimmter Orientierungstechniken und gleichwertigem Selbstverständnis, auch Blinden zu ermöglichen. Wir wollen fördern, dass blinde Menschen in Deutschland ein Leben ohne fremdbestimmte Grenzen führen können.

»Blindheit sollte von Blinden wie auch Sehenden als nichts weiter als eine Unbequemlichkeit verstanden werden.« Daniel Kish

Anderes Sehen e.V. ist der Initiator der Klicksonartechnik in Deutschland. Auf unsere Initiative hin wurden bereits etwa 1000 Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Technik unterrichtet. Frühförderer, Eltern, Mobilitätstrainer und Blinde von 2 bis 74 Jahren.

Wir setzen uns ein für die Verbesserung bzw. Schaffung folgender Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben blinder Menschen:

- Ein Blindenstock zum ersten Geburtstag eines Kindes
- Akustische Sensibilisierung ab dem Alter von ein bis zwei Jahren durch Frühförderung
- Echoortungstraining und Visualisierungstraining mit Klick-Sonar im Kindergartenalter
- Vermittlung der “Keine Grenzen”-Haltung für Blinde
- Braille-Schreib- und Leselernspiele sowie tastbare Sachbücher im Kindergartenalter
- Schulung in lebenspraktischen Fähigkeiten im Vorschulalter
- Die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen durch die Bundesrepublik. Das bedeutet Inklusion ohne Aufschub und Einschränkungen.
- Die Beachtung des Grundgesetzes durch Ämter und Krankenkassen: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“ (Artikel 3 Abs. 3 Satz 2).

Die derzeitigen Standards in Deutschland sind leider oft weit davon entfernt oder durch neuere Erkenntnisse überholt:

Blindenstöcke werden noch immer oft erst an ca. sechsjährige Kinder gegeben. Für visuelle Echoortung (Klicksonar) und die “Keine Grenzen”-Philosophie gibt es in Deutschland zur Zeit nur die ca. 100 durch uns ausgebildeten Mobilitätstrainer und Frühförderer. Lebenspraktische Fähigkeiten und Stocktraining sind viel zu spät und Echoortungstraining ist noch gar nicht im Lehrplan enthalten. Für blinde Kinder im Vorschulalter gibt es zur Zeit kaum verfügbares modernes pädagogisches Lehrmaterial zum Erlernen des Lesens und Schreibens oder zum Verstehen der Welt (Sachbücher, vergleichbar mit den hunderten im Buchhandel für sehende Kinder). Blinde Kinder haben durch all diese unnötigen Mobilitäts- und Vorbildungsmängel wenig Chancen mit sehenden Kindern Schritt zu halten und in die Gesellschaft nahtlos hineinzuwachsen. Wie soll Integration oder gar Inklusion blinder Menschen stattfinden, wenn wir ihnen die Grundbildung und Entwicklung vorenthalten, die für Sehende selbstverständlich ist? Zu allem Überfluss werden behinderte Menschen bzw. deren Eltern im alltäglichen ohnehin erschwerten Leben mit erheblich mehr Formularen, Behördengängen, Nachweisbeschaffungen, Antragsverfahren und Rechte-einklagen-müssen etc. belastet. Das Gegenteil ist unser Ziel: Formlose vereinfachte Verfahren für Behinderte.

Letzte Projektneuigkeit

Zum Jahresausklang ein Buch (auch) für blinde Kinder

  S. Zimmermann  23. November 2020 um 11:22 Uhr

Dank Ihren und anderer lieber Menschen war es uns 2020 möglich wieder zwei neue, dringend gebrauchte Bücher herauszugeben. Danke! Damit gibt es jetzt wieder etwa ein Dutzend Bücher mit taktilen Illustrationen auf dem Markt für blinde und sehbehinderte Kinder. Das ist nicht viel, im Gegensatz zu den hunderttausenden für sehende Kinder, aber wir arbeiten dran! ;-)

Die Bücher wurden mit viel Liebe und Sorgfalt in Handarbeit hergestellt. Man sieht und fühlt es auf jeder einzelnen Seite:

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Ganz frisch herausgegeben
Michela Tonelli und Antonella Veracchi, »Schatten«

Dieses Buch erzählt in poetischer Weise über den für blinde Menschen kaum erfassbaren eigenen Schatten. Als Begleiter durch den Tag sprechen die Autorinnen vom Schatten – wie von einem Freund. Wie er sich im Laufe des Tages verändert wird taktil illustriert. Das Buch findet seinen Höhepunkt im lebensgroßen Schatten, den das Kind neben sich legen kann wie seinen eigenen Schatten. ›Schatten‹ ist ein Werk von poetischer Strahlkraft auf das Verständnis der Welt.

Jede Seite hat einen andere Farbe und andere Haptik

Der Schatten zu Deinen Füßen, er wandert

Zu jeder Tageszeit ist er anders

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Im Oktober haben wir bereits veröffentlicht:
Sophie Lucie Herken, »Das Alphabet der unsichtbaren Dinge«

Mit Quatsch und Blödelei und trotzdem mit Verstand. Das Alphabet mal ganz anders betrachten! Statt Langeweile mit A wie Apfel und B wie Bär geht es im ›Alphabet der unsichtbaren Dinge‹ zum Lernen um Pupse, Süße, Ohrwürmer, Träume oder cool sein. Es ist voller unsichtbarer, aber fühlbarer Überraschungen. So macht Lernen kindgerecht Spaß und gibt Motivation weiter zu machen. Dieses Buch ist ein Experiment. Es entstand in vierjähriger ›Forschungsarbeit‹ und mit vielen helfenden Händen. Wir wollten beweisen, dass es möglich ist, Kinderbücher für alle — inklusive Kinderbücher — auch industriell, d.h. maschinell herzustellen.

Statt A wie Apfel auch mal frech!

Niemand kann B wie Bellen sehen oder fühlen!

Alle Kinder können zusammen lesen

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Wir wünschen Ihnen einen schönen Jahresausklang!
Herzliche Grüße von Anderes Sehen e.V.

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Kontakt

Zionskirchstr. 73
10119
Berlin
Deutschland

S. Zimmermann

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