Deutschlands größte Spendenplattform

Woé zon loo e.V.

wird verwaltet von Emily Wilbrand

Über uns

Woé zon loo e.V. ist ein gemeinnütziger, studentisch gegründeter Verein. Wir setzen uns mit vielfältigen Projekten für Kinder und Jugendliche in Kpalimé (Togo) ein, insbesondere für gerechtere Bildungschancen sowie für den Zugang zu qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung. Darüber hinaus tragen wir in Deutschland und Togo zu internationalem Austausch, interkultureller Verständigung und einem globalen Lernprozess bei.

Das Herzstück unserer Arbeit ist die Unterstützung unseres togolesischen Zuhauses: Dem von unserem Partnerverein IVA geleiteten „Centre“ für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Um diese wichtige Arbeit vor allem finanziell zu unterstützen, hat sich im August 2019 eine Gruppe Studierender zusammengetan, die alle selber – meistens durch einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst “weltwärts” – im Centre von IVA in Kpalimé, Togo, gelebt haben. “Woé zon loo” (“Herzlich Willkommen”), lernt unser Zuhause in Togo kennen!

Letzte Projektneuigkeit

Endlich da: Bericht über die Fortbildungen

  Emily Wilbrand  07. Juni 2021 um 19:19 Uhr

Liebe Spender:innen,

ich grüße euch herzlich und möchte euch in diesem Newsletter von den Bindenberaterinnen-Fortbildungen berichten, die wir vor einem Monat in Togo durchgeführt haben.
Ich bitte euch zu entschuldigen, dass ich erst verspätet von diesem wichtigen Projektfortschritt berichte. Nach den anstrengenden Fortbildungen mussten wir diverse Dinge für meine Abreise vorbereiten. Ich bin Ende Mai wieder nach Deutschland gekommen und bin nun an diesem Wochenende nach Berlin gezogen. Aber nun komme ich an diesem sonnigen Nachmittag dazu, euch auf den neuesten Stand zu bringen.

Warum noch mal Fortbildungen?
Die Serienproduktion der Stoffbinden läuft. Es war an der Zeit, die Binden auf den Markt zu bringen. Wir wollten, dass (1) mit jeder verkauften Binde auch Wissen über Menstruation verbreitet wird und (2) dass möglichst viele und unterschiedliche Frauen Zugang zu den Binden erhalten. Daher war früh klar, dass wir Beraterinnen ausbilden möchten, die sowohl über Menstruation aufklären können als auch die Kundinnen von den unbekannten Stoffbinden überzeugen können.

Ablauf
Anfang Mai hielten wir drei Tagesfortbildung für jeweils 30 Frauen und Mädchen.

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Hier ist die 2. Gruppe zu sehen. An diesem Tag haben wir 30 Schülerinnen aus allen möglichen Schulen in Kpalimé eingeladen. Dies war meine Lieblingsgruppe. Die Mädels waren so dynamisch, interessiert und einfach "schnell von Kapee".

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Am Anfang füllten die Teilnehmerinnen einen Fragebogen aus, der neben allgemeinen Verhaltensweisen während der eigenen Periode auch das Wissen der Frauen über Menstruation testen sollte. Die Ergebnisse werden wir in einem anderen Newsletter mit euch teilen. Nach einer Analyse der ersten Gruppe lässt sich allerdings schon sagen, dass viele Misskonzepte über die Menstruation bestanden und dass die wenigsten jemals etwas von einem unbefruchteten Ei und abgestoßenem Uterusgewebe gehört hatten.

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In der ersten Partie präsentierten wir den Mädchen und Frauen die Verwendung, das Waschen und die Vorteile der Stoffbinden. Wir gingen auf die gesundheitlichen, sozialen, ökonomischen, ökologischen und bildungsrelevanten Aspekte unseres Stoffbinden-Projekts ein.

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Alle erhielten ein Fortbildungskit, enthalten waren ein Manual (hier könnt ihr es ansehen), ein laminiertes Schild mit einer einfachen bebilderten Erklärung des Zyklus und auf der Rückseite einem Balkendiagramm, das verdeutlicht, dass sich die Lionne-Stoffbinden schon nach ein paar Monaten amortisieren. Zudem war Stift, ein Heft enthalten und ein Vordruck, den sie zur Organisation ihrer Verkaufspartys nutzen können. Jede Teilnehmerin hat außerdem ein schickes Lionne-T-Shirt bekommen und kann damit Werbung für die Binden machen.

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Oben erklärt Gentille, wie sich mit einer wiederverwendbaren Stoffbinde Geld sparen lässt. Ein Hauptargument für einige Frauen in Kpalimé.

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Als nächstes brachten wir alle Teilnehmerinnen auf einen Wissensstand über die biologischen Prozesse des weiblichen Zyklus. Ein ergreifender Moment war für mich, als Frauen sich bei mir im Nachhinein bedankt haben und sagten, dass sie so glücklich seien, nun endlich zu wissen, was da jeden Monat vor sich geht und dass sie nun stolz auf ihre Menstruation seien. Vorher dachten sie, dass es verdorbenes Blut sei, von dem sich der Körper entledigt. Dass sie aber dank ihrer Menstruation ihre Kinder bekommen konnten, das wussten sie vorher nicht.

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In der darauffolgenden Übung erklärten die Damen sich gegenseitig den weiblichen Zyklus mithilfe ihrer laminierten Schilder. Hier konnte das Wissen verfestigt werden und bestehende Fragen geklärt werden. Letztlich sollen die Frauen empowert werden, andere Frauen über den Zyklus aufzuklären.

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Die Haus-Maman des Centres hat mit weiteren Frauen früh morgens angefangen für 40 Personen pro Tag zu kochen. Ich war so beeindruckt, wie sie sooo viel Reis mit Hähnchen und sogar einen Kartoffelsalat als Vorspeise mit einer Feuerstelle und einem kleinen Kohleöfchen zubereiten kann. Auf dem Bild seht ihr links Maman Thérèse und drei der Näherinnen, die auch bei der Fortbildung teilgenommen haben und wie selbstverständlich bei der Essensausgabe mitgeholfen haben. Diese weibliche Solidarität habe ich auch bei den anderen Teilnehmerinnen beobachtet. Einige haben vor der Fortbildung Maman in der Küche geholfen. Wir vermuten, wenn (togolesische) Männer teilgenommen hätten, dann hätten sie keinen Finger gerührt...

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Am Nachmittag erhielten die Frauen ein Verkaufstraining und konnten in Rollenspielen die Verkaufssituation ausprobieren. Einige mutige Teilnehmerinnen spielten den Verkauf sogar vor der ganzen Gruppe vor.

Am Ende erhielt jede Teilnehmerin umgerechnet 3€, um ihre Fahrtkosten zu begleichen. Zudem wurde jede Beraterin mit ein paar Bindenboxen ausgerüstet für den ersten Verkauf. Zu dem Zeitpunkt war die Lieferung der Papierboxen leider noch in Verzug, weshalb wir den Damen nur wenige direkt geben konnten. Diese Knappheit hat sich nach ein paar Wochen aber wieder entschärft, sodass die Beraterinnen beim Nachschubholen so viele Boxen auf Komission mitnehmen konnten, wie sich schätzten, verkaufen zu können.

Das Hauptziel meines Aufenthalts war es, den Verkauf der Binden zu starten und Binden-Beraterinnen auszubilden. Dies und vieles, vieles mehr im IVA Centre, also dem Waisenheim, in dem das Bindenatelier auch ist, haben wir über die Erwartungen hinaus erreicht. Unser Team ist sehr glücklich, dass wir so viel in diesen letzten Monaten geschafft haben.
Wir möchten uns ganz herzlich bei euch bedanken. Mit eurer finanziellen Unterstützung ist dieser wichtige Meilenstein überhaupt möglich gewesen. 
Es fehlen aktuell auf betterplace noch ein paar Bedarfe der Fortbildung, u.a. eine Aufwandsentschädigung für Maman Thérèse und ihre Köchinnen und die Honorare für uns Trainer:innen. Wir haben uns fünf Fortbildungsleitern pro Fortbildungstag umgerechnet 15€ ausgezahlt. Eine extra Vergütung für diese sehr anstrengenden Tage neben der monatlichen Bezahlung der togolesischen Koordinator:innen ist sehr wichtig für die Motivation und gibt Wertschätzung dem großen Einsatz gegenüber.

Herzliche Grüße aus dem sonnigen Berlin,
Eure Emily Wilbrand

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Emily Wilbrand

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