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Trägerverein Gemeinsam Retten e.V.

wird verwaltet von Titus Molkenbur

Über uns

Hinter dem Bündnis United4Rescue steht der Trägerverein Gemeinsam Retten e.V. als unabhängige, gemeinnützige Organisation. Der Verein wurde im November 2019 gegründet. Viele Mitglieder des Vereins setzen sich bereits seit Jahren für die zivile Seenotrettung ein und unterstützen das Bündnis mit ihrer Expertise und ihren Kontakten. Alle Vereinsmitglieder arbeiten ausschließlich ehrenamtlich. Die Vereinsmitglieder sind: Dr. Thies Gundlach (Vorsitzender), Michael Schwickart (Stv. Vorsitzender), Katharina Stamm (Schatzmeisterin), Dr. min. Sandra Bils, Ansgar Gilster, Joachim Lenz, Marie von Manteuffel, Rafael Nikodemus, Liza Pflaum.

Letzte Projektneuigkeit

1. Schiffspost

  Vera Kannegießer  28. Mai 2020 um 11:53 Uhr
Liebe Unterstützer*innen von United4Rescue,

in diesen Tagen dreht sich alles um die Corona-Krise und die einschneidenden Veränderungen, die in unseren Alltag Einzug gehalten haben. Dieser Text entstand im Home-Office, unser gerade erst bezogenes Büro steht aktuell leer. Auch der Einsatzplan unseres Bündnisschiffes verschiebt sich zeitlich, dazu aber später mehr.
 
Diese "Schiffspost" ist die erste Ausgabe unseres Newsletters, den Ihr etwa alle sechs Wochen von uns erhaltet. Hierdurch möchten wir Euch regelmäßig über Neuigkeiten zum Schiff informieren. Der Newsletter soll aber auch über die verschiedenen Aspekte der zivilen Seenotrettung und über unsere vielen Bündnispartner informieren. Täglich wird das United4Rescue-Bündnis größer und versammelt viele spannende Perspektiven, die wir gerne hier vorstellen möchten.
 
In dieser allerersten Schiffspost erfahrt Ihr u.a. wie die aktuelle Situation in Libyen aussieht und und welche Implikationen die Corona-Krise für die zivile Seenotrettung im Mittelmeer hat.
 
 Wir hoffen, Ihr findet die Lektüre genauso spannend wie wir. Wenn Ihr Verbesserungsvorschläge oder Anregungen hast, freuen wir uns immer von Euch zu hören. Schreibt uns gerne eine Mail an mitmachen@united4rescue.com.

Bleibt gerade in dieser Zeit gesund und behütet an Leib und Seele!

Mit herzlichem Gruß aus der Geschäftsstelle

Titus Molkenbur & Vera Kannegießer
   


Vor fast genau einem Monat verließ die Sea-Watch 4 ihren ehemaligen Heimathafen Kiel mit dem Zielhafen Burriana in Spanien. Die Überfahrt verlief trotz rauen Wetters ohne Probleme und konnte von der Besatzung genutzt werden, um das Schiff kennenzulernen und sich auf die kommenden Einsätze vorzubereiten. In Spanien sollten in einer konzentrierten Werftphase noch notwendige Umbauten durchgeführt werden, um aus dem ehemaligen Forschungsschiff endgültig ein Rettungsschiff zu machen.

Schon zu Ostern sollte das Schiff im Einsatz sein; soweit der Plan. Doch leider hat die Corona-Krise auch Spanien fest im Griff. Das öffentliche Leben steht völlig still. Und auch die Arbeiten an Bord der Sea-Watch 4 müssen gezwungenermaßen daher bis auf Weiteres weitgehend pausieren. Rund die Hälfte der Freiwilligen ist mittlerweile abgereist, notwendige Baumaterialien sind derzeit nicht zu bekommen, weil die Geschäfte weitgehend geschlossen haben.

Alle verbliebenen Besatzungsmitglieder sind glücklicherweise gesund und hochmotiviert. Mit dem an Bord vorhandenem Baumaterial und Werkzeug arbeiten sie so gut es geht am Schiff weiter und bringen den Umbau im Rahmen der Möglichkeiten voran.

Wir bedauern dies sehr, aber sehen, wie alle Beteiligten in der schwierigen Situation ihr Bestes geben. Wir werden Sie weiterhin über alle Entwicklungen auf dem Laufenden halten und hoffen natürlich, dass das Schiff so bald wie möglich seine lebensrettende Arbeit aufnehmen kann.

Wie wichtig das ist, zeigt sich auch in diesen Wochen: Durch Corona-bedingte Auflagen und Bestimmungen war in den letzten Wochen kein einziges Rettungsschiff im zentralen Mittelmeer im Einsatz. Das ist dramatisch, weil die Situation in Libyen unverändert ist.

Zur Person:
Marie von Manteuffel ist Juristin und arbeitet als Flucht- und Migrationsexpertin im Berliner Büro von "Ärzte ohne Grenzen”, die auch United4Rescue-Bündnispartner der ersten Stunde sind. Marie ist dazu Gründungsmitglied von United4Rescue.
Auch wenn Libyen in den letzten Wochen kaum mehr mediale Aufmerksamkeit gefunden hat, ist die Lage in dem Bürgerkriegsland anhaltend angespannt. Die Kämpfe gehen ungehindert weiter. Darunter leidet die Zivilbevölkerung enorm.

In besonderem Maße gilt dies aber für die nach wie vor tausenden Geflüchteten und Migrant*innen, für die es weder ein Vor noch Zurück gibt, die in Libyen keinen Schutz finden und für die es kaum Hilfsleistungen gibt. Schon vor Wochen hatte das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) seine einzige Schutzunterkunft für Geflüchtete im Großraum Tripolis aufgeben müssen.
Einige Internierungslager der libyschen Einheitsregierung, zu denen die Teams von Ärzte ohne Grenzen bis vor kurzem noch regelmäßig Zugang erhielten, werden in diesen Tagen ebenfalls geschlossen, ohne dass bekannt würde, wohin die internierten Geflüchteten gebracht werden.

Die Vermutung liegt nahe, dass viele der vormals in offiziellen Internierungslagern festgehaltenen Menschen nun in inoffiziellen Lagern sind, zu denen auch die wenigen im Land verbliebenen Hilfsorganisationen keinerlei Zugang erhalten. In anderen solcher Internierungslager wurden hunderte Menschen nach jahrelanger Inhaftierung einfach vergessen.

Vor wenigen Tagen sind die Resettlement- und Rückführungsprogramme von UNHCR und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) offiziell gestoppt worden. Gleichzeitig kann derzeit keines der zivilen Seenotrettungsschiffe ins zentrale Mittelmeer fahren, um den Menschen beizustehen, die versuchen über das Mittelmeer in Sicherheit zu gelangen.

Und auch in Libyen steigt die Gefahr der Ausbreitung von COVID-19. Teilweise werden Visa für humanitäre Helfer annulliert und der Osten des Landes abgeriegelt. Im westlichen Teil Libyens ist es zu solchen Einschränkungen noch nicht gekommen, aber auch dort werden sie wahrscheinlicherZur Person:
Gorden Isler ist Vorsitzender der Seenotrettungsorganisation Sea-Eye. Der 2015 gegründete Verein hat nach eigenen Angaben mehr als 12.000 Menschen aus Seenot gerettet. Gorden lebt in Hamburg.
Am gestrigen Abend ist die ALAN KURDI von Sea-Eye e.V. in den Einsatz zurückgekehrt. Sie wird die libysche Such- und Rettungszone voraussichtlich am Wochenende erreichen. Aufgrund der Corona-Krise konnten auch an Bord der ALAN KURDI Reparaturen nicht nach Plan abgeschlossen werden. Viele Werftarbeiter*innen mussten vorzeitig zu ihren Familien zurückkehren. Zuletzt halfen deshalb die Crewmitglieder der „Sea-Watch 4“ dabei, die Reparaturen abzuschließen.
Kurz vor der Ausfahrt des Schiffes hatten wir die Chance, Gorden Isler dem Vorsitzenden des Vereins, einige Fragen zu stellen:

Lieber Gorden, wo befindet sich aktuell euer Rettungsschiff?
Die "Alan Kurdi" ist nach mehreren Wochen in der Werft noch immer im Hafen von Burriana. Übrigens liegt sie dort in bester Gesellschaft: Unmittelbar neben uns befindet sich die "Sea-Watch 4", also euer Bündnisschiff, sowie die "Open Arms“, das Rettungsschiff einer spanischen Organisation.

Was bedeutet die aktuelle Corona-Krise für eure Einsätze?
Der Virus stellt uns gerade vor zwei große Herausforderungen. Einerseits ganz konkret an Bord, im Schiffsbetrieb. Wir haben neue Vorsichts- und Hygienemaßnahmen eingeführt, um alle auf dem Schiff besser vor dem Corona-Virus zu schützen. Andererseits haben wir das Problem, dass angesichts der Pandemie das Thema Seenotrettung komplett aus den Medien und damit der öffentlichen Aufmerksamkeit verschwunden sind. Die Menschen sind jetzt mit diesem neuen Alltag, ihren Sorgen um Familie und Freunde, wirtschaftlichen Problemen oder beruflichen Veränderungen beschäftigt. Das ist mehr als verständlich, doch als Organisation sind wir ja auf Spenden angewiesen. Die Pandemie reißt da jetzt eine echte Lücke.

Hat die erklärte Schließung der Europäischen Außengrenzen aufgrund von Corona aus eurer Sicht Auswirkungen für die zivile Seenotrettung?
Nein, zumindest keine rechtlichen Auswirkungen. Schließlich handelt es sich bei der Seenotrettung nicht um einen gewöhnlichen Grenzübertritt. Die Menschen sind in einer lebensbedrohlichen Situation in internationalen Gewässer. Sollten wir Menschen vor dem Ertrinken retten, dann greifen die gleichen Gesetze und Verpflichtungen, wie vor der Corona-Krise. Es wird politisch sicherlich etwas schwieriger. Aber hier setzen wir auf die Unterstützung der Bundesregierung und das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit innerhalb der Europäischen Union.

Lieber Gorden, danke für Euren starken Einsatz!

Wir hoffen, Euch hat die Lektüre dieser ersten Schiffspost gefallen. Folgt uns gerne in den Sozialen Medien für aktuellste Informationen. Wenn Ihr Anregungen habt, oder für United4Rescue aktiv werden wollt, schreibt uns gerne eine Email an: mitmachen@united4rescue.com

Weitere Eindrücke findet Ihr hier: https://www.flickr.com/photos/united4rescue/ oder auf unseren Accounts in den sozialen Medien. 
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