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Leben vorwärts leben

Rüdiger Schaller
Rüdiger Schaller schrieb am 10.06.2026

Leben kann man nur rückwärts verstehen. Das ist wichtig. Damit man es vorwärts leben kann.

Nun, heute geht es weiter auf der Reise nach Hause. Die Hinfahrt, die war in Italien „gruselig“. Doch im Rückblick: Ich hatte die Strecke ausgewählt. In Unkenntnis des Zustandes der Straßen dort.

Also: Es gilt neues zu planen und zu erfahren. Andere Wege gehen als bisher: Vorwärts leben. Nicht im Alten hängen bleiben, Leben vorwärts leben!

Es geht heute mit der Fahrt an der Adriaküste weiter. Geplant war nur, eine kurze Stecke bis Bari, ca. 120 km. Um in das Fahren reinzukommen und die Verhältnisse zu erkunden. Dann prüfen, wie es war und weiter schauen. Schauen wie es weiter geht. Die Strecke Richtung Bari hatte ich ausgewählt, mehr erst mal nicht.
Ausgangspunkt war Brindisi, eine Hafenstadt im der süditalienischen Region Apulien. 

Mit Blick auf Bari ist das erst mal eine überschaubare Entfernung. Ich kann mich so hineinarbeiten in die Strecke. Was für eine Überraschung: Die Straße ist super gut ausgebaut. Im krassen Gegensatz zu den Straßen auf der Hinreise. Entspanntes surfen mit der glücklich schnurrenden Vespa. Alles sehr flach, über ca. 330 km. Das fahren ist einfach nur entspannt: Surfen auf der Welle. Raum und Zeit waren eins. Und: Wer so viel flaches Land liebt - es gab immer Abwechselungen im Landschaftsbild - der ist hier quasi im Schlaraffenland. Es wurde nie langweilig.

Doch zuerst nochmals zurück zu Bari. Bari ist eine Hafenstadt an der Adria und die Hauptstadt der süditalienischen Region Apulien. Nun, während meiner Fahrt, da habe ich nur Fassaden gesehen. Fassaden von Hochhäusern. Allerdings nur max. 8 Stockwerke hoch. Alles eng an eng.

Dann ging es weiter nach Foggia. Foggia ist das Zentrum der landwirtschaftlich geprägten Ebene. Foggia gehört ebenfalls zur Region Apulien. Auch hier: Ich würde nicht wirklich meine Wohnung tauschen wollen gegen das, was ich dort im Vorbeifahren sah. Doch: Auch bei uns, ob per Bahn oder per Autobahn - die so mächtigen Bilder des Marketings, die werden wo anders „geschossen“.

Ab Foggia wurden die Straßenverhältnisse wieder, so wie ich sie von der Herfahrt kannte. Also ein Schwenk auf die Autobahn. Eine gute Entscheidung: Eine sehr gute Fahrbahn hatte ich dort vorgefunden. 

Weiter ging es mit der wohlig schnurrenden Vespa. Richtung Pescara. Auf dem Weg dorthin, wie auch zuvor: Immer wieder tolle Ausblicke auf die Adria. Das blaue Meer, das Wasser heller als in Griechenland. Dort ist da Meer von der Farbe her deutlich dunkler und kräftiger. Unbenommen: Tolle Impressionen, die ich gerne mitnehme.

Nach 330 Kilometern, da wird die Straße langsam hügeliger. Ich nähere mich Pescara. Pescara, das in der Region Abruzzen liegt, kommt näher. Es wird hügeliger. Entspannt nehmen meine Vespa und ich die Straßen. Dann kommen wir zur Unterkunft. CheckIn und dann Nahrungssuche. 

Leckere Pizza - und ein Gespräch, das mich nachdenklich macht: 

Warum sind die Menschen hier im Süden so berührt von der Spendenaktion? Was benötigt es bei uns in Deutschland, Emotionen für das Thema Palliativmedizin zu wecken? Und aktiv zu werden.