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Cycling for Syria

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Gegen das Vergessen!

N. Gerhards
N. Gerhards schrieb am 22.04.2016

Liebe Spenderinnen und Spender,

die Balkanroute ist geschlossen und die ist Flüchtlingskrise vorbei; der AfD wird dies in den kommenden Monaten den Wind aus den Segeln nehmen und die Notwendigkeit sich mit weit verbreiteten rechten Ressentiments auseinanderzusetzen, ist somit auch nicht mehr gegeben. Stattdessen können wir uns nun wichtigen Fragen widmen, wie z.B. ob es in Ordnung ist, dass Jan Böhmermann den türkischen Präsidenten der Zoophilie bezichtigt.

Diesen Eindruck könnte man zumindest gewinnen, wenn man die Nachrichten anschaltet. Aber der Schein trügt! Am Montag Abend ertranken bis zu 400 v.a. somalische Flüchtlinge im Mittelmeer (http://bit.ly/1XL3Xos ). Sie hatten sich, in einem verzweifelten Versuch nach Europa zu gelangen, auf ein hoffnungslos überfülltes Schlepperboot begeben, welches vor der libyschen Küste in Seenot geriet und kenterte. Am Dienstag Abend bestätigte der italienische Pressesprecher, dass bisher nur 28 der geschätzten 400 Menschen geborgen werden konnten.

Sicherlich, findet dies in Nachrichten und Zeitung am Rande Erwähnung. Doch die angemessene moralische Empörung und Betroffenheit, welche wir angesichts dieser menschlichen Tragödie vor unserer Haustür empfinden sollten, bleibt aus. Denn wenn solche Ereignisse nicht auf der Titelseite stehen und in den Tagesthemen erst nach dem Geburtstag der Queen kommentiert werden, veranlassen uns die Medien dazu, die Flüchtlingskrise als abgehakt zu betrachten.

Seid dem Inkrafttreten des EU-Türkei Deals, dem Schließen der Balkanroute und natürlich mit dem Ende des Winters, steigt nach längerer Stagnation die Anzahl der Flüchtlinge, welche den gefährlicheren Seeweg über das Mittelmeer nach Europa wagen, wieder an. Zugleich spitzt sich die kritische Lage in den überfüllten und überforderten türkischen Flüchtlingslagern weiter zu. Berichten von Amnesty International und der Times zufolge, sind tausende syrische Flüchtlinge in den vergangenen Monaten systematisch in ihr kriegszerrüttetes Heimatland rückgeführt und mindestens 16 syrische Flüchtlinge von türkischen Grenzpolizisten erschossen worden (http://bit.ly/1opjZbi , http://bit.ly/1UEicO4).

Nein, die Flüchtlingskrise ist nicht vorbei und all dies erinnert allzu sehr an eine Zeit, bevor Angela Merkel Selfies mit Flüchtlingen machte. Italien muss gezwungenermassen seine Rolle als europäischer Grenzschützer am Mittelmeer wiederaufnehmen und die Türkei lässt sich für den Part Griechenlands bezahlen. Zugleich wird wieder darauf hingewiesen, dass juristisch kein Bruch des Asylrechtes vorliegt, denn solange die Türkei als sicherer Drittstaat klassifiziert wird, ist all dies nicht illegal. Die Tatsache, dass Recht auf Bildung und medizinische Versorgung auch Geflüchteten zusteht, ja Teil des Asylrechtes ist, wird hierbei missachtet.




Mit einem Gefühl aus Traurigkeit, Wut und Ohnmacht, haben wir beide diese Entwicklungen der vergangenen Wochen beobachtet und festgestellt, dass wir alleine dagegen mit einem Studentenbudget, einem unabgeschlossenem Studium und ohne Einfluss in der Politik, nicht allzu viel ausrichten können. Über “Cycling for Syria“ jedoch können wir auf diese Entwicklungen aufmerksam machen und gemeinsam mit euch sogar auf sie einwirken.
Deswegen haben wir entschieden, in den kommenden Monaten, obwohl wir uns nicht dynamisch aufs Fahrrad schwingen können, sondern statisch am Schreibtisch verharren, “Cycling for Syria“ wieder aufleben zu lassen, zu informieren und um Unterstützung für die medizinische Versorgung syrischer Flüchtlinge zu bitten. Dieses Anliegen ist von größerer Dringlichkeit als je zuvor und weiterhin wird jeder gespendete Euro an die Arbeit von Ärzte der Welt in den Flüchtlingslagern im Libanon, in Jordanien und in der Türkei weitergeleitet!

Schauen Sie nochmals in ihr Portemonnaie oder auf ihr Konto und überlegen Sie doch, ob Sie die medizinische Versorgung der syrischen Flüchtlinge nicht nochmals mit einer Spende unterstützen können. Wahrscheinlich wird Ihnen eine weitere Spende nicht weh tun, den Flüchtlingen hilft es aber enorm.

Mit herzlichen Grüßen,
aus Cambridge und Berlin,

Sven und Niklas