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Heute, am 20. Mai 2020, ist Weltbienentag.

B. Vajen
B. Vajen wrote on 20-05-2020
Wir geben den Wildbienen eine Stimme und gehen der Frage nach: Warum geht es nicht ohne sie? Warum reichen Honigbienen allein nicht aus?

Wildbienen sind überwiegend sogenannte Solitäre, d.h. Einzelgänger. Sie leben nicht wie Honigbienen als ein Volk im Bienenstock zusammen, sondern nisten vorwiegend als Einzelgänger in der Natur.

Im Vergleich zu weltweit neun verschiedenen Arten von Honigbienen, gibt es allein in Deutschland (noch) 585 verschiedene Wildbienenarten. Sie unterscheiden sich stark in ihrem Aussehen und ihren Lebensräumen, die sie beanspruchen. Beispielsweise ist die kleinste Wildbienenart die Sandsteppenbiene (Nomiodes minutissimus), die mit 4mm kleiner als ein Apfelkern ist. Hingegen ist die Holzbiene (Xyclocopa Violacea) fast 3cm groß. Dass beide Arten vollkommen andere Nistbedingungen und Nahrung brauchen, kann man sich leicht vorstellen – und es veranschaulicht auf beste Art und Weise die Artenvielfalt der wild lebenden Hautflügler.

Und genau diese Vielfalt der wilden Bienen, die mitunter spezialisiert sind auf bestimmte Pflanzen, macht sie neben den Honigbienen zu den wichtigsten Bestäubern von Wild- und Kulturpflanzen. Sie sind schlicht unverzichtbar für die ökologische Vielfalt, welche sie vielfach erst ermöglichen. Am deutlichsten bekommen wir Menschen das bei Früchten mit, denn ohne Wildbienen gäbe es viel weniger davon. Wildbienen sind neben Honigbienen auch hier die wichtigsten Bestäuber. Besonders die Schlechtwetterbestäuber, die auch bei leichtem Regen und noch kühlen Temperaturen starten können, sorgen dafür, dass Frühblüher wie Aprikosen, bestimmte Apfelsorten und Kirschen bestäubt werden. Die Profis dafür sind beispielsweise verschiedene Arten der Mauerbienen und Hummeln. Sie haben sich perfekt angepasst. So können Hummeln sich durch ihre Muskulatur selbst aufwärmen und starten früh in die Wildbienensaison.



Mauerbienen können auch bei Schlechtwetterlage bestäuben, was wichtig für frühblühende Obstbäume ist.


Die Herausforderungen, die die Honigbienen meistern müssen, gelten auch für Wildbienen, nur dass den Honigbienen die Imker zu Seite stehen und ihnen bestmögliche Lebensbedingungen schaffen. Anders ist dies bei Wildbienen als frei lebende Insekten, die keinen direkten Hüter ihrer Art haben. Deshalb geben unter anderem wir ihnen eine Stimme, denn ein großer Teil der für uns Menschen und die Natur und Artenvielfalt so wichtigen wild lebenden Bestäuber ist bedroht, teils sogar vom Aussterben bedroht.

Wildbienen brauchen in ihrer Nähe drei überlebenswichtige, jeweils ihrer Art entsprechende Lebensgrundlagen: einen Nistplatz, passendes Baumaterial und ausreichend Nahrung.
Diese finden sie immer seltener vor, da ihre Lebensräume schwinden.

Das Gute ist, was die von uns gemachten Erfahrungen zeigen: Wildbienen nehmen dankbar jede Unterstützung an. Gemeinsam können wir einen erheblichen Beitrag leisten durch die Schaffung optimaler Lebensbedingungen. Unsere Wildbienenprojekte, mit denen wir „Wildbienenland“ in Metropolregionen schaffen, veranschaulichen dies. Zugleich haben sie den Effekt, immer mehr Menschen zu verdeutlichen, dass wir etwas für den Erhalt der Wildbienenarten tun müssen.

Werdet mit zu den Hütern und Fürsprechern der Wildbienen. 
Sie danken es uns mit Artenvielfalt.
Heimischen Wildbienen helfen