Wir haben 873,03 € Spendengelder erhalten
D. Dahm wrote on 07-04-2026
Liebe Spender*innen,
der Frühling ist da – wie schön! Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen (hoffentlich) und neue Energie kehrt zurück.
Das ist gut so, denn wir brauchen viel Kraft: Wer die Nachrichten verfolgt, begegnet täglich Kriegen, steigender Armut mit einhergehenden Kürzungen von Sozialleistungen, wachsender Gewalt – digital, psychisch, physisch und sexualisiert – sowie manipulativen Dynamiken in sozialen Medien. All dies belastet die psychische Gesundheit und kann riskantes Suchtverhalten bei Jugendlichen wie Erwachsenen begünstigen, was sich im aktuell steigenden Drogenkonsum widerspiegelt.
Bei Lilith sind wir deshalb tagtäglich aufs Neue gefordert. Neben unseren Standardangeboten – Beratung und Begleitung der Frauen*, Mädchen* und Kinder, Frauen*café, Streetwork, Arbeitsprojekte sowie Freizeitangebote unserer Erzieherinnen – hatten und haben wir in den ersten Monaten dieses Jahres bereits ein intensives Zusatzprogramm. Die Nachfrage ist ungebrochen. Das ist einerseits traurig, weil so viele Menschen Hilfe benötigen. Andererseits ist es gut, dass sie den Weg zu uns finden, weil wir dadurch die Lebenssituationen vieler Frauen*, Mädchen* und Kinder deutlich verbessern können.
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Auszug aus unserem Veranstaltungskalender – Januar bis April 2026:
KISS-Gruppe (Kompetenz im selbstbestimmten Substanzkonsum) • Monatliche Kochgruppen • Trampolin-Gruppe für Kinder von Drogenkonsument*innen • Elternkompetenztraining SHIFT+ (Gruppe für Mütter) • Sprechstunden in unserem Frauen*cafe in Kooperation mit Anwältinnen (Strafrecht und Familienrecht), Sozialpädagoginnen, einer Allgemeinärztin und dem Jobcenter Nürnberg-Stadt • Tanzdemo "One Billion Rising" gegen Gewalt an Frauen* • Internationaler Frauen*tag • Faschingsfeier sowie Kreativ- und Bastelangebote für Kinder • Ausflüge für Mütter und Kinder (Spielplatz im Luitpoldhain und Spielplatz Hadermühle) • Naloxontrainings (lebensrettende Medikation bei Überdosierung) • Informationsveranstaltung mit Beratung und Testung zu Hepatitis-, HIV- und Syphilis in Kooperation mit dem Gesundheitsamt Nürnberg • Sprechstunden am Klinikum Nürnberg Nord • Sprechstunden in Einrichtungen der Jugendhilfe • Präventionsveranstaltungen, Workshops und Coachings an Schulen und für Fachkräfte an Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen
SAVE THE DATE: Im Rahmen der Veranstaltungsreihe fRAU* sein der Stadt Nürnberg zeigen wir unsere Fotoaus-stellung (Über)Lebenswelten im Lichthof des Gemeinschaftshaus Langwasser zwischen dem 4. Mai und 12. Juni 2026.
Die Ausstellung entstand 2025 anlässlich unseres 30-jährigen Jubiläums und gibt Einblicke in den Alltag unserer Klientinnen. Begleitende Texte lassen die Porträtierten selbst zu Wort kommen – über Mut machende wie herausfordernde Erfahrungen, Wünsche und Ziele.
Die Fotoausstellung (Über)Lebenswelten lädt dazu ein, hinzusehen, zuzuhören und stereotype Vorstellungen von Drogen konsumierenden Menschen und Drogenabhängigkeit zu hinterfragen. Weitere Informationen folgen in Kürze über unsere Social-Media-Kanäle.
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Lilith reloaded
Ende vergangenen Jahres änderten wir unseren Vereinsnamen. Es war uns wichtig, unsere neue Zielgruppe „Mädchen*“ auch im Titel sichtbar werden zu lassen. Wir heißen nun: Lilith e.V. – Drogenhilfe für Frauen*, Mädchen* und Kinder.
Auch einige unserer Arbeitsbereiche erhielten einen Relaunch, und das sind unsere (neuen) Namen:
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Themen, Trends und Fakten: Jugend und Sucht
Aktuelle Studien (u.a. DAK Kinder- und Jugendreport 2025: Angststörungen und Robert Bosch Stiftung – Deutsches Schulbarometer 2026) zur Gesundheit von jungen Menschen belegen: Psychische Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen, Schulangst, Essstörungen und andere Suchterkrankungen steigen. Zudem nehmen Stress, Mobbing und Gewalt an Schulen deutlich zu.
Chronifizierte Angststörungen haben sich seit 2019 verzweifacht. Mädchen* sind davon doppelt so häufig betroffen wie Jungen (67 Mädchen* von 1000). Der Anteil für psychische Auffälligkeiten liegt bei 25 %. Bei von Armut Betroffenen liegt der Anteil noch höher.
Gleichzeitig fehlen ausreichend gute und adäquate Hilfen für Jugendliche. Die Bayerische Akademie für Suchtfragen (BAS) hat in ihrem Papier zur Versorgung substanzabhängiger Kinder und Jugendlicher in Bayern (2025) drastische Versorgungslücken festgestellt: Es mangelt flächendeckend an niedrigschwelligen Angeboten und an einer adäquaten Verzahnung von Jugend-, Drogen- und Gesundheitshilfen (Psychiatrien).
Auch die verschiedenen Rechtskreise und Finanzierungszuständigkeiten für Jugendliche und Erwachsene führen zu Leistungsausfällen. Diese strukturellen Defizite gefährden die Wirksamkeit früher Intervention und vorhandener Angebote und erhöhen das Risiko für eine Chronifizierung der Suchterkrankungen.
Umso bedeutsamer ist es, dass wir unsere mädchenspezifische Drogenprävention mit der Mädchen*beratung inzwischen fest etablieren konnten. Wir bedanken uns bei der Stadt Nürnberg und dem Land Bayern für die anteilige Finanzierung. Wir haben (wie wir finden 😊) wunderbare Plakate und Flyer zu diesem neuen Angebot entwickelt. Wer welche bestellen möchte, meldet sich bitte bei mir unter daniela.dahm@lilith-ev.de.
Unsere ersten Erfahrungen mit der neuen Zielgruppe Mädchen* stimmen uns sehr nachdenklich. Die Nachfrage ist hoch. Wir beobachten bei einem Großteil der Mädchen* ein riskantes Konsumverhalten gepaart mit vielen Vorbehalten gegenüber dem Hilfesystem. Gelingt uns dennoch eine Kontaktaufnahme und eine gute Arbeitsbeziehung, sind die Chancen, in passende Anschlussbehandlungen vermitteln zu können, mangels geeigneter und ausreichender Angebote sehr gering.
Unsere Aufgaben bestehen deshalb nicht nur darin, Mädchen* mit problematischem Drogenkonsum zu begleiten, zu stärken und – sofern möglich – an andere Dienste zu vermitteln, sondern auch darin, Bedarfe zu erkennen, zu benennen und gemeinsam mit Fachkolleg*innen Konzepte zu entwickeln, um diese Versorgungslücken zeitnah zu schließen.
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Themen, Trends und Fakten: Gewalt und Sucht
Sucht kann viele Gründe haben. Meist ist das Zusammentreffen verschiedener Risikofaktoren von individuellen wie auch strukturellen Benachteiligungen als ursächlich zu sehen. Die überwiegende Mehrzahl unserer Klientinnen hat ein oder mehrmals in ihrem Leben schwere, häufig sexualisierte, Übergriffe seit frühester Kindheit erlebt. Drogenkonsum ist nicht selten eine Überlebensstrategie, um diese traumatisierenden Erfahrungen aushalten zu können. Laut dem Bundeslagebild des BKA Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen (2024) steigen die Herstellung und die Verbreitung kinderpornografischer Darstellungen im Netz wie auch sexualisierte Übergriffe gegen Kinder.
Im Jahr 2024 wurden vom Bundeskriminalamt zudem wesentlich mehr Straftaten gegen Frauen registriert als in den Vorjahren, darunter im Bereich häuslicher Gewalt sowie 308 Morde. Digitale Gewalt gegen Frauen und Mädchen nimmt ebenfalls zu. Die Einführung des geplanten digitalen Gewaltschutzgesetzes ist überfällig, ebenso der Rechtsanspruch auf Schutz für Frauen nach dem Gewalthilfegesetz ab 2032. Aktuell sind die Frauenhäuser überbelegt. Sozialverbände fordern seit Jahren eine sichere Finanzierung der Frauenhäuser.
Auch in Nürnberg beobachten wir wie auch viele unserer Kooperationspartner*innen eine deutliche Zunahme zum Teil schwerster, sexualisierter Gewalt gegen Drogen konsumierende Frauen* und Mädchen*. Bislang gibt es kein adäquates Hilfe- und Schutzangebot. Drogenkonsum bildet in nahezu allen Frauenschutzeinrichtungen ein obligatorisches Ausschlusskriterium. Erschwerend kommt hinzu, dass das Dunkelfeld hier sehr hoch ist. Die allgemeine Anzeigequote liegt bei unter 5 %. Straftaten an unseren Klientinnen werden nahezu nie zur Anzeige gebracht, da die Frauen* aus Schuld- und Schamgefühlen und aus Angst vor Diskriminierung und Strafverfolgung schweigen.
Unsere Aufgabe besteht primär darin, die Frauen*, Mädchen* und Kinder bei sexualisierten Übergriffen zu beraten, zu begleiten, zu stärken und soweit möglich, an andere Dienste zu vermitteln. Wir informieren, sensibilisieren und schulen aber auch andere Organisationen berufsübergreifend, um Vorurteile und Diskriminierung abzubauen. Zudem arbeiten wir auch in diesem Bereich daran, Versorgungslücken und Bedarfe zu erkennen, zu benennen und gemeinsam mit Fachkolleg*innen Konzepte zu entwickeln, um diese eklatanten Versorgungslücken zeitnah zu schließen.
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Themen, Trends und Fakten: Rassismus und Diskriminierung
Diskriminierung und rassistische Einstellungen nehmen zu. Bei Lilith arbeiten wir unter anderem mit und für Menschen, die gesellschaftlich ausgegrenzt und stigmatisiert werden. Etwa, weil sie Drogen konsumieren, weil sie Frauen* oder Mädchen* sind, aufgrund von Armut, Behinderung, psychischer Erkrankung oder aus rassistischen Gründen. Gleichzeitig sind Menschen, die selbst überproportional von Diskriminierung betroffen sind, besonders anfällig dafür, menschenverachtendes Gedankengut zu übernehmen.
Für uns ist deshalb klar: Wir nehmen jegliche Formen von Diskriminierung und Rassismus ernst und treten einem solchen Verhalten entschieden entgegen. Dazu gehört auch, dass wir unsere eigenen Vorurteile und Strukturen reflektieren, um Barrieren abzubauen und solidarisch zu handeln.
Eine Maßnahme hierzu sind Schulungen für ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen unter der Leitung von Priscilla Hirschhausen, Referentin für Antirassismus und Antidiskriminierung. Inhalt ist unter anderem die Auseinandersetzung mit eigenen Stereotypen und Vorurteilen. Denn strukturelle Veränderung beginnt im eigenen Kopf und im eigenen verantwortungsvollen Handeln – persönlich und gemeinsam als Organisation.
Wir bedanken uns herzlich bei Priscilla Hirschhausen für ihre Workshops, in denen sie uns durch ihr Wissen, ihr Charisma und ihr Engagement viele wertvolle Impulse und Denkanstöße mitgibt! Ein großer Dank gilt auch der Bürgerstiftung Kerscher für die Finanzierung unserer Workshops und ihr Vertrauen in unsere Arbeit.
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Das Nürnberger Drogenhilfemodell
Das Nürnberger Drogenhilfemodell geht auf die Initiative von Jan Welker, Oberarzt am Klinikum Nürnberg Nord (Notaufnahme und Intensivstation), aus dem Jahr 2021 zurück. In diesem Jahr dürfen wir unser 5-jähriges Jubiläum feiern.
Aus einer ersten Anfrage zum kollegialen Austausch hat sich das Nürnberger Drogenhilfemodell entwickelt. Seitdem finden regelmäßige Kooperationstreffen statt zwischen den Drogenhilfeorganisationen mudra und Lilith und dem Nürnberger Klinikum (Notaufnahme, Intensivstation und Entzugsstation/Psychiatrie) sowie der dort angegliederten Paracelsus Medizinische Privatuniversität Nürnberg. Die Koordination übernehmen dankenswerterweise die Suchtbeauftragten der Stadt Nürnberg.
Regelmäßiger Austausch ermöglicht Synergieeffekte, stärkt die Versorgung der betreuten Klientel und erleichtert schnelle Reaktionen auf neue Entwicklungen und Trends (z.B. gefährliche, sich aktuell im Umlauf befindende Substanzen).
Gemeinsam entwickel(te)n wir sowohl Träger intern als auch Träger übergreifend innovative Angebote und Projekte – von Frühwarnsystemen über Drogen- und Gewaltprävention (z.B. Selbstverteidigungskurse), einen Podcast, die Mädchen*beratung, niedrigschwellige Substitution, medizinische Sprechstunden für Mensch und Tier bis hin zu Forschungsprojekten. Ziel ist eine bessere Vernetzung, evidenzbasiertes Arbeiten durch zielgerichtete Evaluationen und Studien, Bedarfe zu erkennen, Versorgungslücken zu schließen und letztlich eine zukunftsfähige und innovative Drogenpolitik zu gestalten.
Aktuell arbeiten wir gemeinsam mit der Technischen Hochschule Nürnberg Georg-Simon-Ohm an dem Forschungsprojekt EviDriN (Evidenzbasiertes Drug Checking in Nürnberg), eine umfangreiche Untersuchung zur Un-/Möglichkeit der Implementierung von Drug Checking in Nürnberg, dessen Ergebnisse an einer Online-Abschlusstagung am 20. Mai vorgestellt werden.
Zur Veranstaltungsübersicht: Abschlusstagung EviDriN
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Wie können Sie / könnt Ihr uns und unsere Klientel unterstützen?
Wir freuen uns besonders über:
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Lilith sagt DANKE und wünscht friedliche und frohe Ostern!
Die oben beschriebenen Entwicklungen geben allen Grund zur Sorge. Glücklicherweise erfahren wir einekontinuierliche Welle der Unterstützung aus den unterschiedlichsten Kreisen:
Wir bedanken uns bei allen für ihr Vertrauen, ihre wertvollen Impulse, ihre Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.
Unser besonderer Dank gilt dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, dem Bezirk Mittelfranken, der Stadt Nürnberg sowie den Jobcentern Nürnberg-Stadt, Fürth Stadt, Schwabach und Landkreis Erlangen-Höchstadt für die Förderung unserer Angebote.
Gemeinsam und solidarisch können wir viel (mehr 😊) bewegen und verändern. Das gibt uns Mut, Kraft und Zuversicht.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Euch allen hoffnungsfrohe, friedliche, gesunde und sonnige Feiertage – mit lieben Menschen und schönen Begegnungen.
Ihre/Eure
Daniela Dahm
Geschäftsführerin
der Frühling ist da – wie schön! Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen (hoffentlich) und neue Energie kehrt zurück.
Das ist gut so, denn wir brauchen viel Kraft: Wer die Nachrichten verfolgt, begegnet täglich Kriegen, steigender Armut mit einhergehenden Kürzungen von Sozialleistungen, wachsender Gewalt – digital, psychisch, physisch und sexualisiert – sowie manipulativen Dynamiken in sozialen Medien. All dies belastet die psychische Gesundheit und kann riskantes Suchtverhalten bei Jugendlichen wie Erwachsenen begünstigen, was sich im aktuell steigenden Drogenkonsum widerspiegelt.
Bei Lilith sind wir deshalb tagtäglich aufs Neue gefordert. Neben unseren Standardangeboten – Beratung und Begleitung der Frauen*, Mädchen* und Kinder, Frauen*café, Streetwork, Arbeitsprojekte sowie Freizeitangebote unserer Erzieherinnen – hatten und haben wir in den ersten Monaten dieses Jahres bereits ein intensives Zusatzprogramm. Die Nachfrage ist ungebrochen. Das ist einerseits traurig, weil so viele Menschen Hilfe benötigen. Andererseits ist es gut, dass sie den Weg zu uns finden, weil wir dadurch die Lebenssituationen vieler Frauen*, Mädchen* und Kinder deutlich verbessern können.
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Auszug aus unserem Veranstaltungskalender – Januar bis April 2026:
KISS-Gruppe (Kompetenz im selbstbestimmten Substanzkonsum) • Monatliche Kochgruppen • Trampolin-Gruppe für Kinder von Drogenkonsument*innen • Elternkompetenztraining SHIFT+ (Gruppe für Mütter) • Sprechstunden in unserem Frauen*cafe in Kooperation mit Anwältinnen (Strafrecht und Familienrecht), Sozialpädagoginnen, einer Allgemeinärztin und dem Jobcenter Nürnberg-Stadt • Tanzdemo "One Billion Rising" gegen Gewalt an Frauen* • Internationaler Frauen*tag • Faschingsfeier sowie Kreativ- und Bastelangebote für Kinder • Ausflüge für Mütter und Kinder (Spielplatz im Luitpoldhain und Spielplatz Hadermühle) • Naloxontrainings (lebensrettende Medikation bei Überdosierung) • Informationsveranstaltung mit Beratung und Testung zu Hepatitis-, HIV- und Syphilis in Kooperation mit dem Gesundheitsamt Nürnberg • Sprechstunden am Klinikum Nürnberg Nord • Sprechstunden in Einrichtungen der Jugendhilfe • Präventionsveranstaltungen, Workshops und Coachings an Schulen und für Fachkräfte an Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen
SAVE THE DATE: Im Rahmen der Veranstaltungsreihe fRAU* sein der Stadt Nürnberg zeigen wir unsere Fotoaus-stellung (Über)Lebenswelten im Lichthof des Gemeinschaftshaus Langwasser zwischen dem 4. Mai und 12. Juni 2026.
Die Ausstellung entstand 2025 anlässlich unseres 30-jährigen Jubiläums und gibt Einblicke in den Alltag unserer Klientinnen. Begleitende Texte lassen die Porträtierten selbst zu Wort kommen – über Mut machende wie herausfordernde Erfahrungen, Wünsche und Ziele.
Die Fotoausstellung (Über)Lebenswelten lädt dazu ein, hinzusehen, zuzuhören und stereotype Vorstellungen von Drogen konsumierenden Menschen und Drogenabhängigkeit zu hinterfragen. Weitere Informationen folgen in Kürze über unsere Social-Media-Kanäle.
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Lilith reloaded
Ende vergangenen Jahres änderten wir unseren Vereinsnamen. Es war uns wichtig, unsere neue Zielgruppe „Mädchen*“ auch im Titel sichtbar werden zu lassen. Wir heißen nun: Lilith e.V. – Drogenhilfe für Frauen*, Mädchen* und Kinder.
Auch einige unserer Arbeitsbereiche erhielten einen Relaunch, und das sind unsere (neuen) Namen:
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Arbeitsprojekte – Arbeit und Coaching (ehemals: Arbeitsprojekte):
- ACTIV-Hausservice und
- Liliths Laden – Secondhand-Mode für Frauen* (ehemals Lilith Second Hand Laden für Frauen*mode)
- Frauen*beratung
- Frauen*café
- Mädchen*beratung
- Mutter und Kind – Hilfen für Schwangere, Mütter und Kinder (ehemals Liliput – Mutter + Kind)
- Streetwork
- Zeitraum – Assistenz zum Wohnen (ehemals: Zeitraum – ambulant betreutes Einzelwohnen)
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Themen, Trends und Fakten: Jugend und Sucht
Aktuelle Studien (u.a. DAK Kinder- und Jugendreport 2025: Angststörungen und Robert Bosch Stiftung – Deutsches Schulbarometer 2026) zur Gesundheit von jungen Menschen belegen: Psychische Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen, Schulangst, Essstörungen und andere Suchterkrankungen steigen. Zudem nehmen Stress, Mobbing und Gewalt an Schulen deutlich zu.
Chronifizierte Angststörungen haben sich seit 2019 verzweifacht. Mädchen* sind davon doppelt so häufig betroffen wie Jungen (67 Mädchen* von 1000). Der Anteil für psychische Auffälligkeiten liegt bei 25 %. Bei von Armut Betroffenen liegt der Anteil noch höher.
Gleichzeitig fehlen ausreichend gute und adäquate Hilfen für Jugendliche. Die Bayerische Akademie für Suchtfragen (BAS) hat in ihrem Papier zur Versorgung substanzabhängiger Kinder und Jugendlicher in Bayern (2025) drastische Versorgungslücken festgestellt: Es mangelt flächendeckend an niedrigschwelligen Angeboten und an einer adäquaten Verzahnung von Jugend-, Drogen- und Gesundheitshilfen (Psychiatrien).
Auch die verschiedenen Rechtskreise und Finanzierungszuständigkeiten für Jugendliche und Erwachsene führen zu Leistungsausfällen. Diese strukturellen Defizite gefährden die Wirksamkeit früher Intervention und vorhandener Angebote und erhöhen das Risiko für eine Chronifizierung der Suchterkrankungen.
Umso bedeutsamer ist es, dass wir unsere mädchenspezifische Drogenprävention mit der Mädchen*beratung inzwischen fest etablieren konnten. Wir bedanken uns bei der Stadt Nürnberg und dem Land Bayern für die anteilige Finanzierung. Wir haben (wie wir finden 😊) wunderbare Plakate und Flyer zu diesem neuen Angebot entwickelt. Wer welche bestellen möchte, meldet sich bitte bei mir unter daniela.dahm@lilith-ev.de.
Unsere ersten Erfahrungen mit der neuen Zielgruppe Mädchen* stimmen uns sehr nachdenklich. Die Nachfrage ist hoch. Wir beobachten bei einem Großteil der Mädchen* ein riskantes Konsumverhalten gepaart mit vielen Vorbehalten gegenüber dem Hilfesystem. Gelingt uns dennoch eine Kontaktaufnahme und eine gute Arbeitsbeziehung, sind die Chancen, in passende Anschlussbehandlungen vermitteln zu können, mangels geeigneter und ausreichender Angebote sehr gering.
Unsere Aufgaben bestehen deshalb nicht nur darin, Mädchen* mit problematischem Drogenkonsum zu begleiten, zu stärken und – sofern möglich – an andere Dienste zu vermitteln, sondern auch darin, Bedarfe zu erkennen, zu benennen und gemeinsam mit Fachkolleg*innen Konzepte zu entwickeln, um diese Versorgungslücken zeitnah zu schließen.
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Themen, Trends und Fakten: Gewalt und Sucht
Sucht kann viele Gründe haben. Meist ist das Zusammentreffen verschiedener Risikofaktoren von individuellen wie auch strukturellen Benachteiligungen als ursächlich zu sehen. Die überwiegende Mehrzahl unserer Klientinnen hat ein oder mehrmals in ihrem Leben schwere, häufig sexualisierte, Übergriffe seit frühester Kindheit erlebt. Drogenkonsum ist nicht selten eine Überlebensstrategie, um diese traumatisierenden Erfahrungen aushalten zu können. Laut dem Bundeslagebild des BKA Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen (2024) steigen die Herstellung und die Verbreitung kinderpornografischer Darstellungen im Netz wie auch sexualisierte Übergriffe gegen Kinder.
Im Jahr 2024 wurden vom Bundeskriminalamt zudem wesentlich mehr Straftaten gegen Frauen registriert als in den Vorjahren, darunter im Bereich häuslicher Gewalt sowie 308 Morde. Digitale Gewalt gegen Frauen und Mädchen nimmt ebenfalls zu. Die Einführung des geplanten digitalen Gewaltschutzgesetzes ist überfällig, ebenso der Rechtsanspruch auf Schutz für Frauen nach dem Gewalthilfegesetz ab 2032. Aktuell sind die Frauenhäuser überbelegt. Sozialverbände fordern seit Jahren eine sichere Finanzierung der Frauenhäuser.
Auch in Nürnberg beobachten wir wie auch viele unserer Kooperationspartner*innen eine deutliche Zunahme zum Teil schwerster, sexualisierter Gewalt gegen Drogen konsumierende Frauen* und Mädchen*. Bislang gibt es kein adäquates Hilfe- und Schutzangebot. Drogenkonsum bildet in nahezu allen Frauenschutzeinrichtungen ein obligatorisches Ausschlusskriterium. Erschwerend kommt hinzu, dass das Dunkelfeld hier sehr hoch ist. Die allgemeine Anzeigequote liegt bei unter 5 %. Straftaten an unseren Klientinnen werden nahezu nie zur Anzeige gebracht, da die Frauen* aus Schuld- und Schamgefühlen und aus Angst vor Diskriminierung und Strafverfolgung schweigen.
Unsere Aufgabe besteht primär darin, die Frauen*, Mädchen* und Kinder bei sexualisierten Übergriffen zu beraten, zu begleiten, zu stärken und soweit möglich, an andere Dienste zu vermitteln. Wir informieren, sensibilisieren und schulen aber auch andere Organisationen berufsübergreifend, um Vorurteile und Diskriminierung abzubauen. Zudem arbeiten wir auch in diesem Bereich daran, Versorgungslücken und Bedarfe zu erkennen, zu benennen und gemeinsam mit Fachkolleg*innen Konzepte zu entwickeln, um diese eklatanten Versorgungslücken zeitnah zu schließen.
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Themen, Trends und Fakten: Rassismus und Diskriminierung
Diskriminierung und rassistische Einstellungen nehmen zu. Bei Lilith arbeiten wir unter anderem mit und für Menschen, die gesellschaftlich ausgegrenzt und stigmatisiert werden. Etwa, weil sie Drogen konsumieren, weil sie Frauen* oder Mädchen* sind, aufgrund von Armut, Behinderung, psychischer Erkrankung oder aus rassistischen Gründen. Gleichzeitig sind Menschen, die selbst überproportional von Diskriminierung betroffen sind, besonders anfällig dafür, menschenverachtendes Gedankengut zu übernehmen.
Für uns ist deshalb klar: Wir nehmen jegliche Formen von Diskriminierung und Rassismus ernst und treten einem solchen Verhalten entschieden entgegen. Dazu gehört auch, dass wir unsere eigenen Vorurteile und Strukturen reflektieren, um Barrieren abzubauen und solidarisch zu handeln.
Eine Maßnahme hierzu sind Schulungen für ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen unter der Leitung von Priscilla Hirschhausen, Referentin für Antirassismus und Antidiskriminierung. Inhalt ist unter anderem die Auseinandersetzung mit eigenen Stereotypen und Vorurteilen. Denn strukturelle Veränderung beginnt im eigenen Kopf und im eigenen verantwortungsvollen Handeln – persönlich und gemeinsam als Organisation.
Wir bedanken uns herzlich bei Priscilla Hirschhausen für ihre Workshops, in denen sie uns durch ihr Wissen, ihr Charisma und ihr Engagement viele wertvolle Impulse und Denkanstöße mitgibt! Ein großer Dank gilt auch der Bürgerstiftung Kerscher für die Finanzierung unserer Workshops und ihr Vertrauen in unsere Arbeit.
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Das Nürnberger Drogenhilfemodell
Das Nürnberger Drogenhilfemodell geht auf die Initiative von Jan Welker, Oberarzt am Klinikum Nürnberg Nord (Notaufnahme und Intensivstation), aus dem Jahr 2021 zurück. In diesem Jahr dürfen wir unser 5-jähriges Jubiläum feiern.
Aus einer ersten Anfrage zum kollegialen Austausch hat sich das Nürnberger Drogenhilfemodell entwickelt. Seitdem finden regelmäßige Kooperationstreffen statt zwischen den Drogenhilfeorganisationen mudra und Lilith und dem Nürnberger Klinikum (Notaufnahme, Intensivstation und Entzugsstation/Psychiatrie) sowie der dort angegliederten Paracelsus Medizinische Privatuniversität Nürnberg. Die Koordination übernehmen dankenswerterweise die Suchtbeauftragten der Stadt Nürnberg.
Regelmäßiger Austausch ermöglicht Synergieeffekte, stärkt die Versorgung der betreuten Klientel und erleichtert schnelle Reaktionen auf neue Entwicklungen und Trends (z.B. gefährliche, sich aktuell im Umlauf befindende Substanzen).
Gemeinsam entwickel(te)n wir sowohl Träger intern als auch Träger übergreifend innovative Angebote und Projekte – von Frühwarnsystemen über Drogen- und Gewaltprävention (z.B. Selbstverteidigungskurse), einen Podcast, die Mädchen*beratung, niedrigschwellige Substitution, medizinische Sprechstunden für Mensch und Tier bis hin zu Forschungsprojekten. Ziel ist eine bessere Vernetzung, evidenzbasiertes Arbeiten durch zielgerichtete Evaluationen und Studien, Bedarfe zu erkennen, Versorgungslücken zu schließen und letztlich eine zukunftsfähige und innovative Drogenpolitik zu gestalten.
Aktuell arbeiten wir gemeinsam mit der Technischen Hochschule Nürnberg Georg-Simon-Ohm an dem Forschungsprojekt EviDriN (Evidenzbasiertes Drug Checking in Nürnberg), eine umfangreiche Untersuchung zur Un-/Möglichkeit der Implementierung von Drug Checking in Nürnberg, dessen Ergebnisse an einer Online-Abschlusstagung am 20. Mai vorgestellt werden.
Zur Veranstaltungsübersicht: Abschlusstagung EviDriN
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Wie können Sie / könnt Ihr uns und unsere Klientel unterstützen?
Wir freuen uns besonders über:
- Lebensmittel- und Hygienespenden für die Frauen*, Mädchen* und Kinder
- Ehrenamtliche Erzieherinnen z.B. im Ruhestand, für die Kinderbetreuung
- Ehrenamtliche Jurist*innen mit Schwerpunkt Vereins- und Verwaltungsrecht
- Ehrenamtliche Handwerker*innen
- Vermittlung von Frauen*, Schwangeren, Mädchen* und Kindern an uns
- Bewerbungen von engagierten Fachkräften auf unsere aktuellen Stellenangebote
- Geldspenden, z.B. über die Spendenplattform betterplace oder unser Spendenkonto (Empfängerin: Lilith e.V.; IBAN: DE82 7605 0101 0001 0402 41)
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Lilith sagt DANKE und wünscht friedliche und frohe Ostern!
Die oben beschriebenen Entwicklungen geben allen Grund zur Sorge. Glücklicherweise erfahren wir einekontinuierliche Welle der Unterstützung aus den unterschiedlichsten Kreisen:
- von engagierten Fachkolleg*innen, die mit uns gemeinsam daran arbeiten, unseren Zielgruppen bedarfsgerechte und zielführende Angebote machen zu können,
- von aufgeschlossenen Politiker*innen, die sich tagtäglich für unser Land und besonders für benachteiligte Menschen engagieren, die Verständnis für unsere Zielgruppen haben, uns zuhören und mit uns gemeinsam nach guten, tragfähigen sowie umsetzbaren Lösungen suchen und
- von engagierten Menschen aus der Zivilgesellschaft, Kooperationspartner*innen, Firmen, Stiftungen und Organisationen, die uns auf vielfältige Art und Weise unterstützen – mit z.B. Kleider-, Lebensmittel-, Hygiene- oder Geldspenden, ihrem persönlichen Einsatz und mit Vermittlungen.
Wir bedanken uns bei allen für ihr Vertrauen, ihre wertvollen Impulse, ihre Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.
Unser besonderer Dank gilt dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, dem Bezirk Mittelfranken, der Stadt Nürnberg sowie den Jobcentern Nürnberg-Stadt, Fürth Stadt, Schwabach und Landkreis Erlangen-Höchstadt für die Förderung unserer Angebote.
Gemeinsam und solidarisch können wir viel (mehr 😊) bewegen und verändern. Das gibt uns Mut, Kraft und Zuversicht.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Euch allen hoffnungsfrohe, friedliche, gesunde und sonnige Feiertage – mit lieben Menschen und schönen Begegnungen.
Ihre/Eure
Daniela Dahm
Geschäftsführerin