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EuroNatur - Stiftung Europäisches Naturerbe

managed by M. Bell

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EuroNatur - Speaking up for Nature in Europe

Nature is the natural resource base on which all humans depend. Species and habitat diversity are prerequisites of a quality environment. Our aim is a European continent that hosts free-flowing rivers, pristine forests, diverse cultural landscapes as well as sufficient space for wild animals and migrating birds within these and other ecosystems.

We are committed to connecting people and nature in a peaceful Europe – beyond national borders. Our efforts for the protection of plants, animals and habitats are transboundary in nature; we strengthen local conservation organizations and create international networks between them. Together with our Europe-wide partner network we create solutions that allow humans to live and work in harmony with nature.

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Wir haben 813,68 € Spendengelder erhalten

  M. Bell  13 January 2023 at 01:16 PM
Bester Klimaschutz: Wilde Wälder ungestört alt werden lassen

Annette Spangenberg, Leiterin Naturschutz bei EuroNatur,  erklärt in diesem Interview warum es so wichtig ist, dass wir Europas letzte wilde Wälder nicht aufgeben und welche Vision sie selbst anspornt.

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Viele Menschen unterstützen das Engagement von EuroNatur und unseren Partnern schon seit Jahren mit ihrer Spende - in der Hoffnung, dass wir gemeinsam die Urwälder in Rumänien retten können. Die neuesten Meldungen sind frustrierend. Gibt es trotzdem Grund zur Hoffnung?

Meine Hoffnung ist, dass die Fakten, die wir den Verantwortlichen auf den Tisch legen, irgendwann so erdrückend sind, dass sie nicht mehr weghören können. Die Felddaten der EIA-Studie bringen uns diesem Ziel ein ganzes Stück näher. Sie ermöglichen es nachzuvollziehen, wie viele Ladungen Holz aus welchen Gebieten in den vergangenen anderthalb Jahren wohin abtransportiert wurden. Wir sprechen von unglaublich großen Mengen!

Dass die Dimension der Abholzungen haarsträubend ist, haben wir ja bereits bewiesen. Sonst gäbe es heute kein Vertragsverletzungsverfahren der EU gegen die rumänische Regierung. Müsste die Tragweite der Waldzerstörung nicht längst allen Verantwortlichen klar sein?

Müsste, ja, aber die Realität sieht anders aus. Überall heißt es, wie wichtig die Wälder, insbesondere die Ur- und Naturwälder, für den Klimaschutz und die Biodiversität sind. Aber was die Abholzungen in Rumänien angeht, gibt es offensichtlich einen blinden Fleck. Wir haben der EU-Kommission alle nötigen Beweise geliefert, dass Rumänien gegen bestehende EU-Direktiven verstößt, dennoch setzt die EU weiterhin auf Diplomatie. Das ist grundsätzlich nicht falsch, vorausgesetzt es gibt eine echte Verhandlungsgrundlage – sprich, den aufrichtigen Wunsch, die Wälder gemeinsam zu schützen. Doch die fehlt bislang.

Was bedeuten der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die dadurch ausgelöste Energieknappheit in der EU für Rumäniens Wälder?

Die EU muss ihren Energiebedarf, den sie bisher über Gasimporte aus Russland gedeckt hat, nun aus anderen Quellen decken. Unter diesen Umständen wächst der Druck auf die Ur- und Naturwälder immens. Die Erneuerbare Energie-Richtlinie der Europäischen Union erlaubt es nach wie vor, ganze Bäume als Energiequelle zu nutzen, also nicht nur Restholz. Die Verbrennung dieser sogenannten primären Waldbiomasse soll nach wie vor subventioniert werden. Das ist ungeheuerlich angesichts der Tatsache, wie viel Holz in rumänischen Schutzgebieten schon jetzt unter fragwürdigen Umständen eingeschlagen wird.

Wie lässt sich diese Ignoranz seitens der EU erklären?

Vielen EU-Abgeordneten, die über die RED abstimmen ist nicht klar, welchen Wert Ur- und Naturwälder für den Klimaschutz und die Biodiversität haben. Außerdem geistert noch immer der Mythos herum, das Verbrennen von Holz sei klimaneutral. Deshalb haben wir auch unsere Kampagne RED4nature gestartet.

Warum müssen wir mit unserer Arbeit weitermachen und was sind die nächsten Schritte?

Eigentlich ist die Beweislast bereits erdrückend, aber wir werden nicht aufhören, weitere Beweise für den Raubbau in den rumänischen Karpatenwäldern vorzulegen – selbst dann nicht, wenn die Europäische Kommission den Fall an den Europäischen Gerichtshof weitergegeben hat. Schließlich ist es wichtig, hier ein Zeichen zu setzen, denn nicht nur in Rumänien werden Ur- und Naturwälder abgeholzt, sondern auch in anderen süd- und nordeuropäischen EU-Mitgliedsstaaten. Wir machen weiter bis die Botschaft, dass sich etwas ändern muss, bei den Entscheidungsträgern angekommen ist. Unsere Forderungen holen wir nicht aus dem luftleeren Raum. Die EU hat es sich selbst in ihrer Biodiversitätsstrategie zum Ziel gesetzt, die letzten verbliebenen europäischen Ur- und Naturwälder zu schützen. Das EU-Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 liefert dafür eine handfeste Gesetzesgrundlage. Jeder Mitgliedsstaat der EU ist verpflichtet, sie einzuhalten. Deshalb ist auch die EU-Kommission das Organ, das den Schutz der Wälder durchsetzen sollte.

Wäre es nicht angebracht, wertvolle Wälder in Rumänien lieber durch Flächenkauf zu retten, als EU-Abgeordnete überzeugen zu wollen? Schließlich geht jeden Tag ein weiteres Stück Wald verloren, kurz, uns rennt die Zeit davon?

Dafür bräuchten wir zum einen enorme finanzielle Mittel, die wir nicht haben. Zudem können wir als Nichtregierungsorganisationen und Privatleute nicht dauerhaft Aufgaben übernehmen, die der rumänische Staat oder die EU erfüllen müssten. Und nochmal: Rumänien hat sich als Mitgliedsstaat der Europäischen Union dazu verpflichtet, seine Ur- und Naturwälder zu erhalten und sollte diese Aufgabe ernst nehmen.

Was ist deine Motivation, dich für die letzten wilden Wälder Europas zu engagieren?

Das Charisma von alten Bäumen. Dieses Gefühl, in einem Wald zu stehen, der Jahrhunderte erlebt und durchgestanden hat, dieser Kreislauf von natürlichem Werden und Vergehen. Ich werde ganz klein, wenn ich diese Bäume sehe. Wenn sie dann abgeholzt vor mir liegen, fühlt sich das so falsch an! Ich wünsche mir, dass diese wunderbaren Ökosysteme Respekt erfahren und einfach ungestört sein dürfen. Diese Vision motiviert mich.

Text und Interview: Katharina Grund
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