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Harten Hunden Vertrauen in den Menschen zurückgeben - "Rote Hunde"

Ein Projekt von Tierschutzverein Moers und Umgebung e.V.
in Moers, Deutschland

25% unserer Hunderäume sind mit schwierigen Hunden belegt. Wir sind damit an unserer Grenze. Unser Verständnis von Tierschutz ist nicht, sie wegzuschließen um die Allgemeinheit vor der Gefahr zu schützen, sondern den Hunden Lebensqualität zu bieten.

Timo Franzen
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Über das Projekt

Was ist ein "Roter Hund"? 
Seit einiger Zeit teilen wir unseren Vermittlungshunden entsprechend ihrer Bedürfnisse und Eigenschaften Farben zu - wie bei einer Ampel. Ein rotes Halstuch bekommen bei uns die Hunde, die durch Aggressionsverhalten oder sogar Beissvorfälle auffällig geworden sind. Da solche Verhaltensmuster besondere Anforderungen und viel Erfahrung an künftige Halter stellen, bleiben diese Hunde häufig sehr lange und manchmal sogar für immer im Tierheim. 

Was sind die Probleme der "Roten Hunde"? 
Der Grundstein für einen Hund mit Problemverhalten findet sich in ganz unterschiedlichen Punkten. Es kann bereits ein genetischer Aspekt eine Rolle spielen, wenn charakterlich ungeeignete Hunde - häufig aufgrund optischer Wünsche - vermehrt werden. Für diese Hunde sind erfahrene Halter ausgesprochen wichtig, um unerwünschtem Verhalten zeitig entgegen zu wirken. Die Praxis zeigt jedoch, dass häufig nicht die Erfahrung sondern vielmehr das Portemonnaie über einen Verkauf entscheidet. 

Manche Hunde werden gezielt auf aggressives Verhalten trainiert, andere wiederum erhalten eine "Ausbildung", der sie nicht gewachsen sind, und finden für sich Lösungen durch Aggression. Es gibt nicht den einen Typ "Roter Hund" ... Probleme, Verhaltensmuster, Charaktereigenschaften und damit auch Lösungsansätze sind vielfältig und erklären so auch schon ein Stück weit den Aufwand, mit diesen Hunden zu arbeiten. Waren solche Hunde vor Jahren noch Einzelfälle, steigt die Nachfrage für Plätze für rote Hunde inzwischen stetig. 

Der Kostenaufwand für diese Hunde ist deutlich höher als für den "normalen" Tierheimhund. Durch die längere Verweildauer belegen sie Zwinger, die ansonsten für besser vermittelbare Hunde genutzt werden könnten. Es ist eine intensive Arbeit mit ihnen nötig, um ihnen zu mehr Lebensqualität zu verhelfen und natürlich auch die Chance auf eine Vermittlung zu erhöhen. Nicht selten benötigen wir Unterstützung von Trainern, die mit solchen Problematiken vertraut sind. Solche Plätze kosten 700 - 1000 Euro pro Monat und sind ohne gezielte Unterstützung nicht zu bewältigen. 

Drei unserer 12 Zwinger sind derzeit mit "Roten Hunden" belegt. Eine Quote von 25 % ist viel - auch wenn sich "drei" wenig anhört. Wir sind damit an der Grenze dessen, was wir leisten können. denn unser Verständnis von Tierschutz ist nicht, solche Hunde sicher wegzuschließen, um die Allgemeinheit vor der Gefahr zu schützen. Wir möchten sie weiter-bringen, mit ihnen arbeiten, ihnen Lebensqualität geben und für den Fall, dass sie für immer bleiben: dieses Leben lebenswert machen. 

Wir sehen den Bedarf und die Notwendigkeit, solche Problemfälle aufzufangen, und möchten auch künftig im Rahmen unserer Kapazitäten solchen Hunden eine Chance geben. Ziel ist in jedem Fall eines Tages die Vermittlung des Hundes in ein endgültiges Zuhause. Bis dahin soll der Hund aber nicht nur satt und sauber weggesperrt werden, sondern möglichst viele positiven Erfahrungen mit seinen Betreuern sammeln.