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Antirassistische Arbeit braucht Solidarität

Ein Projekt von zusammen leben e.V.
in Freiburg im Breisgau, Deutschland

Das rassismuskritische "Dear White People..." Festival zielte auch im 3. Jahr darauf ab, strukturellen Rassismus sichtbar zu machen, Räume zu öffnen und niemanden zu silencen. Aktuell sind Fördermittelzusagen in Höhe von 36.922 Euro zurückgezogen.

Johanna Dangel
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Über das Projekt

Das rassismuskritische "Dear White People..." Festival (DWP) mit dem diesjährigen Motto "Let's Break the Silence!" zielt auch im 3. Jahr darauf ab, strukturellen Rassismus sichtbar zu machen, Räume zu öffnen und niemanden zu silencen. Das ehrenamtliche 16-köpfige Kuratorium, mehrheitlich BIPoC*, kuratierte in diesem Jahr 44 Veranstaltungen mit rund 60 Referent*innen in 15 (Kultur-)Institutionen in Kooperation mit 36 lokalen wie auch überregionalen Partner*innen.
In dieser dritten Ausgabe sind - neben vielen unterschiedlichen, intersektional verwobenen Positionierungen - auch palästinensische Stimmen zu Wort gekommen. Die links positionierte Gruppe Palästina Spricht-Freiburg (PS) war einer unser 36 Kooperationspartner.
Mit dem diesjährigen Programm sind wir aufgrund der Kooperation mit PS und dem Vortrag "Antipalästinensischer Rassismus in Deutschland" unter enormen Druck geraten und wurden mit Antisemitismus-Vorwürfen konfrontiert. Dieser Druck hat uns systematisch Kapazitäten entzogen, die in der Organisation und Durchführung des Festivals gefehlt haben.
Trotzdem: Wir haben das Festival durchgezogen und uns solidarisch an die Seite von palästinensischen Stimmen gestellt. Gleichzeitig distanzieren wir uns von jeder Form von Antisemitismus (1). Aus unserer Sicht ein wichtiger Schritt zu konsequent antirassistischer Arbeit. Dafür haben wir neben Kritik auch sehr viel Solidarität von ganz unterschiedlich positionierten Menschen und Aktivist*innen erfahren. Wir stehen mit unserer Haltung nicht alleine! 
Aktuell sind Fördermittelzusagen in Höhe von 36.922 € zurückgezogen bzw. liegen zur Überprüfung auf Eis. Diese riesige Deckungslücke führt zu einer Überschuldung des Trägervereins des Festivals, dem gemeinnützigen Verein zusammen leben e.V. (zlev), und damit zu seiner Insolvenz. Sollten unsere Fördermittel nach der Überprüfung unserer Arbeit doch noch freigegeben werden, werden wir das Geld gemäß der Satzung des Trägervereins ausgeben.
zlev ist ein lokal in Freiburg operierender Verein, der zivilgesellschaftliche Räume zur Begegnung eröffnet und auf dem Wunsch nach Zusammengehörigkeit basiert. Das DWP-Festival ist eines von vielen Angeboten, zu denen ein Beschäftigungsangebot für Menschen mit Beeinträchtigung gehört, ein Qualifizierungsprogramm in der Gastrononomie für Menschen aus Drittstaaten, ein  Sozialcafé, ein Gemeinschaftsgarten mit einer Community von 350 Personen wie auch diverse Kultur- und Bildungsformate zu nachhaltiger Entwicklung. Rund 250 Ehren- und 10 Hauptamtliche arbeiten für den Verein und die Verwirklichung seiner Ziele. Eine Insolvenz würde zlev beenden.
Konsequente antirassistische Arbeit bedeutet, alle Perspektiven gleichberechtigt sicht- und hörbar zu machen! Wir rufen daher zur Solidarität auf: Bitte spendet, was ihr könnt und helft uns, zlev zu retten!
Wir lassen uns nicht spalten!
(1)Wir beziehen wir uns auf die Definition(en) der Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus