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Blutrachefehden beenden, versteckte Familienangehörige unterstützen

TIRANA, Albanien

Blutrache ist eine der hinterhältigsten Arten von Selbstjustiz. In Albanien, hat sie unermessliches Leid in Familien gebracht. Betroffene müssen sich verstecken, oft über viele Jahre hinweg.

K. Bornmüller von Internationale Gesellschaft für Menschenrechte | 
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Über das Projekt

Blutrache ist eine der hinterhältigsten Arten von Selbstjustiz. In Albanien, hat sie unermessliches Leid in  Familien gebracht. Aktuell wird von über 200 Fällen berichtet. Manche Blutfehden überstehen mehrere Generationen. Wenn ein männliches Mitglied einer Familie ermordet wird, dann soll dieser schrecklichen Tradition folgend ein Sohn der Familie des Täters, der mindestens 13 Jahre alt ist, das gleiche Schicksal erleiden. Dieses Phänomen ist religionsübergreifend; Christen wie Muslime nehmen sich das Recht zur Selbstjustiz. Dahinter steht die Überzeugung, das Recht zur Verteidigung der Familienehre zu haben, wenn die staatliche Justiz in den Augen der Opferfamilien schwere Verbrechen zu milde ahndet. Inzwischen sind auch Frauen und Mädchen zu Opfern geworden. Ist die Rache vollzogen, ist  die Fehde nicht zwangsläufig zu Ende, sondern der Vergeltungsakt ist gleichzeitig Beginn der Revanche. Für die in der Reihenfolge betroffenen Familienmitglieder bedeutet das, dass sie sich verstecken müssen, um nicht Opfer eines Hinterhalts zu werden. So unschuldig sie sind sie haben keine andere Wahl. 
Bei einem humanitären Hilfseinsatz 2018 in Albanien besuchte Katrin Bornmüller, Leiterin der IGFM-Wittlich, eine Frau die sich mit einem ihrer Söhne seit zehn Jahren unter ärmlichsten Bedingungen in einem Schuppen in den Bergen versteckt. Der Sohn hat nie die Schule besuchen oder eine Ausbildung machen können. Kontakt zur Außenwelt hat sie nur durch eine ehemalige Lehrerin, die sie mit dem Lebensnotwendigen versorgt und völlig im Verborgenen hilft, um Spitzel nicht zur betroffenen Familie zu führen. Prof. Dr. Margit Kola, Expertin für internationales Recht und Vorsitzende der IGFM in Albanien, bemüht sich seit Jahren um die Beendigung von 30 Fehden im Großraum der Hauptstadt Tirana. Darüber hinaus müssen die Familien versorgt werden. 
Ein kleines Team sorgfältig ausgesuchter Persönlichkeiten in Albanien versucht, die verfehdeten Familien an einen Tisch zu bringen, um durch Mediation und Aushandlung von Wiedergutmachungsleistungen die Blutfeindschaften zu beenden. Wirklich Schluss ist erst, wenn alle Familienmitglieder zugestimmt haben; eine Gegenstimme reicht aus, dass weiterverhandelt werden muss. Diese Vermittlungen sind langwierig.  Doch es gibt Erfolge, und das macht Mut für die Zukunft, denn es wurden Menschenleben gerettet und Recht wurde anerkannt. 

Der Einsatz aller Helfer ist ehrenamtlich. Ein Teil der auftretenden Kosten sind Reisekosten zur Vermittlung zwischen den Familien. Der Großteil betrifft jedoch die Versorgung versteckter Frauen, Männer und Kinder. Frau Prof. Kola persönlich betreut zwei Familien die sich versteckt halten, zusammen sieben Personen, darunter fünf minderjährige Kinder. Der monatliche Aufwand für deren Lebensunterhalt – Lebensmittel, Hygiene, Kleidung, medizinische Versorgung, etc. –  beträgt etwa 50 €  pro Person. Für die Unterrichtung der Kinder kommt ein Sonderaufwand von 100 € für Schulsachen und den persönlichen Aufwand der ehrenamtliche Lehrer pro Familie hinzu. Jede Spende hilft, die für die nächsten sechs Monate notwendige Hilfe von 5.000 € zu erreichen.
Zuletzt aktualisiert am 15. März 2021