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Kuarup-Fest | Tradition der indigenen Völker des Xingu-Gebiets in Gefahr

Tanguro, Brasilien

Unterstützen Sie die Realisierung des Kuarup-Totenfests des an Covid-19 verstorbenen Häuptlings Walama Kalapalo. Es handelt sich um eines der wichtigsten kulturellen Rituale der indigenen Völker des Xingu-Gebiets, dessen Erhalt gefährdet ist.

Juliana Miyazaki von Förderverein für bedrohte Völker e.V.
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Eine Spendensammelaktion in Kooperation mit Amarildo Kalapalo und Tamara Harmsen

Seit der europäischen Kolonialisierung bedrohen Krankheiten des ‚weißen Mannes‘ die Existenz ganzer indigener Völker. Die verantwortungslose Gesundheitspolitik der rechtspopulistischen brasilianischen Regierung unter Jair Bolsonaro hat dazu geführt, dass kaum ein Land weltweit mehr Covid-19-Tote verzeichnet. Durch fehlende staatliche Schutzmaßnahmen hat die Pandemie auch vor den indigenen Völkern Brasiliens keinen Halt gemacht.

Auch der unter den Völkern des brasilianischen Xingu-Gebiets angesehene Häuptling Walama Kalapalo ist am 11. Juli 2020 an den Folgen von Covid-19 gestorben. Diese Kampagne unterstützt das Kuarup-Totenfest, welches vom 31.07-01.08.2021 in seinem Heimatdorf Tanguro, im indigenen Schutzgebiet Território Indígena do Xingu, im Bundesstaat Mato Grosso, Brasilien, stattfinden soll. Das Fest, welches zu seinen Ehren ausgerichtet werden soll, stellt eines der bedeutendsten kulturellen Rituale der indigenen Völker des Xingu-Gebiets dar. Eine Vollziehung dieses rituellen Akts, mit dem der Geist des Häuptlings verabschiedet wird, ist für das Volk der Kalapalo sehr wichtig. Findet das Fest nicht statt, würde der Geist des Häuptlings nach der uralten Tradition im Dorf verweilen, was wiederum mit einem großen Unheil verbunden wird. Das Kuarup-Totenfest findet immer ein Jahr nach dem Tod des Häuptlings statt. Ein Holzstamm, der den Verstorbenen repräsentiert, wird in der Mitte des Dorfplatzes platziert und geschmückt. Er steht im Zentrum des Rituals. 

Institutionen und Gesetze, die für Umwelt- und Indigenenschutz zuständig sind (FUNAI, IBAMA, ICMBio), werden unter der Regierung Bolsonaro massiv strukturell abgebaut. Da der staatlichen Indigenenbehörde (FUNAI), die in der Vergangenheit die Realisierung kultureller Rituale bezuschusst hat, somit keine Mittel mehr zur Verfügung stehen, ist das Volk Kalapalo nun auf externe Unterstützung angewiesen. Die im Rahmen dieser Initiative gesammelten Mittel werden für den Transport der Gäste (Kraftstoff für die Boote und Jeeps) aus den umliegenden Dörfern (Kuluene, Naruvoto, Tangurinho, Sapezal, Tupeku, Kaluani, Agata, Karamujo, Tehuhungu, Sabiá, Aiha, Lago Azul) und deren Verpflegung verwendet. Zu dem Fest sind neben dem Volk des verstorbenen Häuptlings (Kalapalo) auch die Völker Kuikuro, Kamaiura, Aweti, Yawalapiti, Waura, Nafukua e Matipu eingeladen.

Helfen Sie uns, den Erhalt dieser uralten Tradition zu sichern!

Diese Spendensammelaktion wird in Kooperation mit Tamara Harmsen durchgeführt. Im Zuge eines Feldforschungsaufenthalts im Rahmen ihrer Masterarbeit war sie im Februar 2020 im indigenen Schutzgebiet Território Indígena do Xingu. Dort hat sie den verstorbenen Häuptling Walama bei einem Interview im Dorf Tanguro persönlich kennengelernt. Sie steht in engem Kontakt zu Amarildo Kalapalo, welcher in der indigenen Interessengruppe ATIX arbeitet und für die Koordination dieser Kampagne zuständig ist.