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Kinder schützen Hunde, Hunde schützen Kinder

Lota, Chile

Das Bildungsprogramm „Patas y Manos - Pfoten und Hände“ an sechs Kindergärten der chilenischen Stadt Lota hilft doppelt! Es schützt Kinder vor Hundebissen und übertragbaren Krankheiten und bewahrt Hunde davor, misshandelt und ausgesetzt zu werden.

E. Stähr von FinnDomingo e.V.
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Die ehemalige chilenische Bergarbeiterstadt Lota im Großraum Concepción gehört zu den ärmsten Kommunen des Landes. Seit Schließung der Minen im Jahr 1997 weist die Stadt die höchste Arbeitslosenzahl chilenischer Städte auf, mit den entsprechenden sozialen und infrastrukturellen Folgen. Ein besonderes Problem für die Öffentliche Gesundheit und Sicherheit ebenso wie für den Natur- und Artenschutz sind die unzähligen Hunde, die auf den Straßen, an den Stränden und in den umliegenden Wäldern der Stadt umherstreifen. 

So sind Bissverletzungen häufig, zumeist verursacht durch eklatanten Mangel an Wissen über den richtigen Umgang mit Hunden in den Familien. Kinder werden nachweislich am häufigsten gebissen, oft in Kopf und Gesicht. Ein weiteres gravierendes Problem ist die Gefahr der Übertragung von Krankheiten vom Hund auf den Menschen und andere Tiere, so genannten Zoonosen (z.B. Räude, Leptospirose, Band- und Spulwürmer, Flohstichallergie). Auch die Tollwut ist in Chile seit 2013 wieder ein Thema. Diese und weitere Zoonosen (v.a. Staupe, Parvovirose) bilden darüber hinaus eine ernsthafte Gefahr für Chiles einzigartige Tierwelt. 

Deshalb will FinnDomingo e.V.  ab 2021 an Kindergärten in Lota und Umgebung  
das Präventionsprogramm „Patas y Manos“ etablieren. Geleitet und umgesetzt wird das auf drei Jahre angelegte Programm von einer deutschen Lehrerin, die seit Jahren in Chile lebt, arbeitet und sich im Tierschutz engagiert. 

Indem die Kinder in wöchentlichen Kursen den richtigen Umgang mit Hunden lernen und unter fachkundiger Anleitung üben, soll die hohe Zahl an Hundebissen und ansteckenden Krankheiten deutlich verringert werden. Über zusätzliche Lehreinheiten für die Eltern sollen auch diese sich wichtiges Wissen über den sicheren und artgerechten Umgang mit Hunden aneignen. Die Erzieher/innen sollen über ihre Teilnahme an den Kursen sowie mittels Multiplikatorenschulungen in die Lage versetzt werden, die Kurse nach Abschluss des Projekts selbständig weiterzuführen. 

Auf Dauer sollen in der Region das Bewusstsein über die negativen Auswirkungen des Aussetzens und Misshandelns von Hunden auf die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt gestärkt sowie Handlungsalternativen i.S.d. verantwortungsvollen Haltung aufgezeigt und etabliert werden.