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Herz-Lungen-Training: Fitness für Herzkinder - Teil 2

Berlin, Deutschland

Herz-Lungen-Training: Fitness für Herzkinder - Teil 2

Berlin, Deutschland

In dieser Studie wird mithilfe eines patientenorientierten Trainings durch erfahrene Physiotherapeuten und unter ärztlicher Aufsicht einem Versagen des Fontankreislaufs vorgebeugt. Dies verbessert langfristig die Lebensqualität der Herzkinder.

S. Paul von Stiftung KinderHerz | 
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Über das Projekt

Hintergrund 
Mit nur einer funktionsfähigen Herzkammer halbiert sich die körperliche Leistungsfähigkeit – das zeigen medizinische Studien. Manche Kinder mit angeborenem Herzfehler besitzen eine solche außergewöhnliche Anatomie. Infolge einer sogenannten Fontan-Operation in den ersten Lebensjahren pumpt bei ihnen lediglich eine Herzkammer das sauerstoffreiche Blut durch den Körper. Die erste OP erfolgt in der Regel schon wenige Tage nach der Geburt. Das „verbrauchte“ venöse Blut gelangt nur passiv, unterstützt durch die Atmung, in die Lunge. Die Erkrankung äußert sich im Alltag durch Schlappheit und Müdigkeit. Ihre körperliche Einschränkung gipfelt für Betroffene oft in sozialer Isolation. Medikamentöse Konzepte versagen häufig bei Patienten mit Einkammerherzen. Ihre ohnehin geringe Belastbarkeit verschlechtert sich auf lange Sicht sogar. Das Herz erbringt weniger Pumpleistung, der Lungendruck erhöht sich. Bis zu einem kompletten Versagen des Kreislaufs ist es dann nicht weit. Ein zusätzliches Problem: Betroffene empfinden ihren körperlichen Zustand selten als bedrohlich, weil sie sich an ihre unzureichende Leistungsfähigkeit angepasst haben.

Methode
Mit kontinuierlicher sportlicher Betätigung können Patienten diesem Prozess aktiv entgegenwirken und die Leistungsfähigkeit sogar verbessern. Allerdings fehlt den Betroffenen bislang eine Anlaufstation mit fachgerechter Betreuung. Bei Belastung unterhalb der individuellen maximalen Intensität kann sich der Körper langfristig an die besonderen Gegebenheiten des Einkammer-Kreislaufs anpassen. Die Füllphase der Herzkammer verlängert sich zum Beispiel, wenn das Herz unter Belastung weniger schnell schlägt. Die Bewegung der Muskeln wirkt grundsätzlich wie eine Pumpe und unterstützt den Blutfluss. In der zweiten Phase soll es eine minimalinvasive vollimplantierbare dauerhafte Überwachung des pulmonalarteriellen Widerstands geben. Dies wäre weltweit eine erstmalige Anwendung bei dieser Patientengruppe.

Ziele
In der 1. Projektphase wurde ein angeleitetes Trainingsprogramm aufgebaut: zwei Einheiten pro Woche für jeweils eine Stunde. Die gezielte Kombination aus Atemtherapie und körperlichem Training soll die kleinen Herzpatienten fitter für die Herausforderungen des Alltags machen. Sie sollen ihre Leistungsgrenzen erfahren und lernen, Reserven angstfrei zu aktivieren, die sie bisher nicht kannten. Das Programm soll den Grundstein legen und die Teilnehmer motivieren, ihr Training anschließend selbstständig ein Leben lang fortzusetzen. Erwartet wird eine Verbesserung der Herz-Lungen Belastbarkeit und der Lebensqualität gegenüber den Ausgangswerten. Bei der 2. Phase wird die langfristige Wirkung des Trainings und dessen nächsten, intensivierten Trainingsstufen ermittelt werden. 
Zuletzt aktualisiert am 11. November 2020