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Solidarität mit Şerif - letzte Runde gegen Abschiebebehörden!

Hanau, Deutschland

Solidarität mit Şerif - letzte Runde gegen Abschiebebehörden!

Hanau, Deutschland

Nach erfolgreicher Wiederkehr zur Familie in Deutschland: Abschiebebehörden rächen sich mit Kostenbescheid über 23.000€ für Haft und Charterflug im Jahr 2006. Gemeinsam gewinnen wir auch den letzten Akt im Kampf gegen die Politik der Ausgrenzung!

Hagen Kopp von Diakonische Flüchtlingshilfe im Main-Kinzig-Kreis  | 
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Über das Projekt

Sein hartnäckiger Kampf gegen die Abschiebung in die Türkei und eine hessenweite Kampagne für sein Bleiberecht machten im Juli 2006 Schlagzeilen. Die Hessenschau und viele Zeitungen berichteten mehrfach über seine Geschichte. Şerif Akbulut wehrte sich über Monate erfolgreich, drei Abschiebeversuche mussten in letzter Minute im Flugzeug abgebrochen werden. FreundInnen organisierten Kundgebungen vor dem Gefängnis in Frankfurt-Preungesheim und zu seinen Haftprüfungsterminen. Schließlich charterten die Behörden Anfang September einen Privatjet, um ihn - allein mit Pilot, Polizei und ärztlicher Begleitung - außer Landes zu schaffen. Abschiebung und Abschreckung um jeden Preis, obwohl Şerif im Main-Kinzig-Kreis aufgewachsen war und ihm ein Bleiberecht zugestanden hätte.

Şerif lebte danach für 1 1/2 Jahre in der Türkei, zum Teil versteckt, um seiner Einberufung zum Militär zu entgehen. 2009 machte er sich erneut auf den Weg. Auf einem Schiff Richtung Italien überlebte er knapp ein Unglück nach einem Sturm und strandete in Griechenland. Von dort gelang ihm schließlich die Weiterflucht nach Belgien, wo er seit Anfang 2011 lebte - endlich nicht mehr in der Angst vor der Abschiebung. Schließlich kehrte er 2019 nach Deutschland zurück zu seiner Familie in Hessen, da seine mittlerweile erkrankte Mutter nach dem Tod seines Vaters auf seine Unterstützung angewiesen ist.

Die Abschiebebehörden hatten ihm Jahre seines Lebens gestohlen und ihn mehrfach in Lebensgefahr gebracht. Aber Şerif hat nie aufgegeben und den Kampf für sein Rückkehr- und Bleiberecht letztlich gewonnen. Es kann ihre Niederlage nicht kaschieren, sondern lässt die Abschiebebehörden nur noch erbärmlicher erscheinen, dass sie Şerif im Jahre 2019 einen Kostenbescheid zuschickten: Für die erfolglosen Abschiebeversuche, für die zweimonatige Haft (als „Unterbringungskosten“) sowie für den Sonder-Charter im September 2006 werden ihm 23.000 Euro in Rechnung gestellt. Diese Summe kann Şerif, der eine Familie und seine Mutter zu versorgen hat, nicht alleine aufbringen. Doch wir werden ihn damit nicht alleine lassen.

Şerif selbst hat auch 2020 keine Zweifel, dass sein Widerstand nötig und richtig war: „Ich musste das machen, auch für viele Andere und deren Aufenthalt.“ Şerifs Widerstand und die öffentliche Empörung über seine Abschiebung hatten 2006 zu erfolgreichen Bleiberechtsverfahren bei vielen anderen Betroffenen beigetragen. Nicht nur deshalb: Solidarität mit Şerif - auch in der letzten Runde gegen die Abschiebebehörden.
Zuletzt aktualisiert am 09. September 2020