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Ein Schlüssel zur Bildung von Mädchen in Togo - Das Stoffbinden-Projekt

Ein Projekt von Woé zon loo e.V.
in Kpalimé, Togo

Besuch bei Kulmine, beim EWN-Nachbereitungsseminar und Serienproduktionsanpfiff!

Emily Wilbrand
Emily Wilbrand schrieb am 11.09.2020

Hallo ihr Lieben!

Vieles hat sich in der letzten Woche im Stoffbinden-Projekt getan, sowohl in Togo als auch in Deutschland.
Vor einer Woche bin ich von meinem Studienort Trier nach NRW gefahren, um zwei "Projekt-Fliegen" mit einer Klappe zu schlagen. Zunächst habe ich unseren Projektsponsoren Kulmine besucht. Nach vielen Mails, Telefonaten und Zoomsitzungen habe ich mit Amitab, dem stellvertretenen Geschäftsführer von Kulmine, endlich mal offline sprechen können. Viele Fotos und Videos konnte ich machen und diese Perel, unserem Koordinatoren in Togo, schicken; vielleicht lassen sich ein paar bei Kulmine etablierte Konzepte auf das Nähatelier in Togo übertragen.

Am nächsten Tag bin ich von Osnabrück weiter in das beschauliche Kaff Nordwalde gefahren. Dort war ich zum Nachbereitungsseminar für Weltwärts-RückkehrerInnen der Entsendeorganisation Eine Welt Netz NRW e.V. eingeladen. Ich durfte eine Einheit leiten, in der ich das Stoffbindenprojekt den jungen ehemaligen Freiwilligen vorgestellt habe. So viel geballte Begeisterung für unser Projekt auf einen Schlag habe ich selten erlebt. Eine tolle, bereichernde  Atmosphäre!

Eine Teilnehmerin, die ein halbes Jahr (ohne Pandemie wäre es ein ganzes gewesen) in Togos Nachbarland Ghana verbracht hat, berichtete, dass es in der Schule, in der sie eingesetzt war, keine Toiletten für die SchülerInnen gab. Dies ist in Westafrika kein Einzelfall. UNICEF schätzt, dass die Hälfte aller Schulen in Togo keine Toiletten haben und 2/3 aller Schulen keinen Anschluss an Trinkwasser. Dies stellt ein großes Gesundheitsrisiko dar, da die Kinder gezwungen sind, in angrenzenden Büschen ihre Notdurft zu verrichten. Besonders für Mädchen bedeutet dies eine hohe Hürde, während ihrer Menstuation in die Schule zu kommen.
Den Bau von Toiletten sehen wir als passende Ergänzung zu unserem Stoffbindenprojekt. Zwar stehen zunächst einige andere Dinge auf dem Projektplan (Verkauf der Binden organisieren, Aufklärungsworkshops konzipieren , Mädchen-AGs gründen etc.), aber 2021 möchten wir diese Idee konkreter ins Auge fassen.
Auf dieses tolle Projekt bin ich gerade gestoßen: Öko-Latrinen in Togo, die Ausgeschiedenes in wertvollen Dünger verwandeln.

Noch eine tolle Nachricht zum Ende!

Die Fortbildung der Näherinnen ist abgeschlossen und diese Woche war der Anpfiff der Serienproduktion!



Dienstag und Donnerstag trafen sich die Näherinnen und produzierten gemeinsam 50 Stoffbinden aus Second Hand T-Shirts.



Prozessoptimierung ist aktuell das Ziel! Dafür werden von Anfang an alle produktionsrelevanten Daten aufgeschrieben. "ELECT" steht für Elektrizität. Der Stand des Stromzählers wird am Anfang und am Ende eines Tages abgelesen, dadurch lässt sich der Strompreis pro Binde wortwörtlich ermitteln.



Einige Binden haben die Frauen schon an ihre Freundinnen verteilt. Diese zeigten sich begeistert von dem Produkt! 300-500 FCFA (0,45-0,75€) gaben sie als akzeptablen Preis für eine Stoffbinde an. Zwar haben wir bisher nicht jede einzelen Variable im Produktionsprozess gemessen, aber schätzungsweise sollte dieser sich Preis rechnen!

Ich wünsche Euch ein super schönes Wochenende :)
Eure Emily






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