Dankeschön und Update der Initiative 19. Februar Hanau
Kutlu Yurtseven schrieb am 15.05.2026
Liebe Unterstützer*innen,
Sechs Jahre nach dem 19. Februar 2020 haben wir in diesem Jahr erneut gemeinsam erinnert und einmal mehr zeigt sich: Ohne das Engagement so vieler Menschen wäre das Erinnern nicht das, was es heute ist: lebendig, widerständig und solidarisch. Dass die Namen nicht vergessen werden und Geschichte sichtbar bleibt, ist euer Verdienst. Ob in Hanau oder darüber hinaus, in unseren neuen Räumen oder auf der Straße trotz Kälte: Ihr habt Verantwortung übernommen, Räume geschaffen und Stimmen erhoben. Dafür gilt unser Dank allen Angehörigen, Freund:innen, Initiativen und Unterstützer:innen, die dieses Erinnern tragen. Wir wollen sichtbar machen, was durch eure Unterstützung möglich wird, welche Erinnerungs-, Bildungs- und Vernetzungsarbeit aktuell stattfindet und welche politischen Kämpfe uns weiterhin begleiten. Denn auch sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau bleibt unsere Arbeit notwendig: für selbstbestimmtes Erinnern, für Aufklärung, für Konsequenzen und für solidarische Räume, in denen die Perspektiven der Angehörigen, Überlebenden und Betroffenen im Mittelpunkt stehen.
Gemeinsames Erinnern und Gedenken
In den letzten Wochen waren wir bei mehreren Gedenkveranstaltungen dabei. Zusammen mit weiteren Initiativen (wie München OEZ Erinnern, Adalet Solingen und Betroffene weiterer NSU Morde) erinnerten wir an Mehmet Kubaşık (siehe Fotos unten), der 2006 in Dortmund vom NSU ermordet wurde. Wir waren beim Gedenken an Elis (Emily), Gizem (Galia), İsmail (Kancho) Emilov Zhilov und Klymet (Katya) Todorova Zhilova, die Opfer des rassistischen Brandanschlags 2024 in Solingen wurden. Und wir nahmen an der Kundgebung für Lorenz A. teil, der am 20.04.2025 in Oldenburg mit vier Schüssen von der Polizei ermordet wurde, um gemeinsam zu gedenken, Forderungen nach Aufklärung und Konsequenzen laut zu machen und politischen Druck zu erhöhen.
Bildungsarbeit: Kostenfreie Angebote für Schüler:innen und Erwachsene
Auch unsere Bildungsarbeit bleibt ein fester Bestandteil der Arbeit der Initiative 19. Februar Hanau. Wir bieten kostenfreie Angebote für Schulklassen, Auszubildende, Studierende und Erwachsenengruppen, von Workshops über Erinnerungsspaziergänge bis hin zu medienpädagogischen Formaten. Dabei setzen wir auf dialogorientierte, erfahrungsnahe und altersgerechte Formate, mit denen wir rassistischen Terror, institutionellen Rassismus und gesellschaftliche Verantwortung in den Blick nehmen. Diese bieten wir bewusst kostenfrei an, um Zugänge zu Wissen und Austausch nicht vom finanziellen Zugang abhängig zu machen. Wir freuen uns über weitere Anfragen unter info@19feb-hanau.org.
Sichtbarkeit schaffen: Fatih-Saraçoğlu-Platz in Regensburg
In Regensburg fand kürzlich eine künstlerische Intervention von Jonas Hoeschel in Zusammenarbeit mit der Familie Saraçoğlu statt, bei der ein Platz für drei Monate symbolisch nach Fatih Saraçoğlu benannt wurde. Seit Jahren kämpfen die Angehörigen von Fatih Saraçoğlu für Sichtbarkeit und Konsequenzen. Der Fatih-Saraçoğlu-Platz erinnert daran, dass beharrlicher Widerstand Veränderungen möglich macht. Nach sechs Jahren ist es höchste Zeit, dass Fatih Saraçoğlu, der in Regensburg aufgewachsen ist und dort lange gelebt hat, einen dauerhaften Gedenkort einrichtet.
Filmtipp: „Das Deutsche Volk“ online verfügbar
Der Dokumentarfilm „Das Deutsche Volk“ ist aktuell bis zum 16.06.2026 frei in der 3sat-Mediathek zugänglich. Marcin Wierzchowski hat die Angehörigen und Überlebenden des rassistischen Anschlags von Hanau über mehrere Jahre begleitet und zeigt ihren Weg durch Trauer, Verlust, Selbstorganisation und den anhaltenden Kampf um Aufklärung. Der Film erzählt nicht aus der Distanz über Hanau, sondern macht sichtbar, was Angehörige und Überlebende seit dem 19. Februar 2020 leisten: Sie erinnern, recherchieren, widersprechen und fordern Konsequenzen, wo staatliche Stellen versagt haben. Damit ist „Das Deutsche Volk“ nicht nur ein Dokumentarfilm über rassistische Gewalt, sondern auch ein eindringliches Zeugnis dafür, warum selbstbestimmtes Erinnern, politische Aufarbeitung und solidarische Räume wie „140qm gegen das Vergessen“ weiterhin notwendig sind.
Solidaritätsnetzwerk der Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt
Es liegen Wochen voller Arbeit und Aufarbeitung hinter uns. Unser Solidaritätsnetzwerk hat sich in Brandenburg getroffen, mit vielen Initiativen, Betroffenen von rassischen Anschlägen und Engagierten. Zwischen Austausch, Koordination und politischer Debatte standen Fragen im Mittelpunkt, die uns tagtäglich begleiten: selbstbestimmtes Erinnern, Aufklärung durch Sicherheitsbehörden, Konsequenzen für Behördenfehler und Fragen sozialer Gerechtigkeit. Seit Jahren treibt uns die Frage an, wie wir aus unseren Erfahrungen lernen und Strukturen verändern können, damit Betroffene zentrale Perspektiven in politischen und gesellschaftlichen Prozessen einnehmen und nicht nur als Hintergrund der Debatte wirken.
Warum eure Unterstützung so wichtig bleibt
Mit eurer Unterstützung lebt und entwickelt sich die Initiative 19. Februar Hanau weiter. Eure Spenden sind ein wesentlicher Bestandteil dieser Arbeit. Sie ermöglichen es uns, Bildungsangebote zu finanzieren, Veranstaltungen durchzuführen und den Raum „140qm gegen das Vergessen“ und die Initiative 19. Februar als Ort der Selbstorganisation, Bildung und Vernetzung zu erhalten.
In Solidarität,
Initiative 19. Februar Hanau



Sechs Jahre nach dem 19. Februar 2020 haben wir in diesem Jahr erneut gemeinsam erinnert und einmal mehr zeigt sich: Ohne das Engagement so vieler Menschen wäre das Erinnern nicht das, was es heute ist: lebendig, widerständig und solidarisch. Dass die Namen nicht vergessen werden und Geschichte sichtbar bleibt, ist euer Verdienst. Ob in Hanau oder darüber hinaus, in unseren neuen Räumen oder auf der Straße trotz Kälte: Ihr habt Verantwortung übernommen, Räume geschaffen und Stimmen erhoben. Dafür gilt unser Dank allen Angehörigen, Freund:innen, Initiativen und Unterstützer:innen, die dieses Erinnern tragen. Wir wollen sichtbar machen, was durch eure Unterstützung möglich wird, welche Erinnerungs-, Bildungs- und Vernetzungsarbeit aktuell stattfindet und welche politischen Kämpfe uns weiterhin begleiten. Denn auch sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau bleibt unsere Arbeit notwendig: für selbstbestimmtes Erinnern, für Aufklärung, für Konsequenzen und für solidarische Räume, in denen die Perspektiven der Angehörigen, Überlebenden und Betroffenen im Mittelpunkt stehen.
Gemeinsames Erinnern und Gedenken
In den letzten Wochen waren wir bei mehreren Gedenkveranstaltungen dabei. Zusammen mit weiteren Initiativen (wie München OEZ Erinnern, Adalet Solingen und Betroffene weiterer NSU Morde) erinnerten wir an Mehmet Kubaşık (siehe Fotos unten), der 2006 in Dortmund vom NSU ermordet wurde. Wir waren beim Gedenken an Elis (Emily), Gizem (Galia), İsmail (Kancho) Emilov Zhilov und Klymet (Katya) Todorova Zhilova, die Opfer des rassistischen Brandanschlags 2024 in Solingen wurden. Und wir nahmen an der Kundgebung für Lorenz A. teil, der am 20.04.2025 in Oldenburg mit vier Schüssen von der Polizei ermordet wurde, um gemeinsam zu gedenken, Forderungen nach Aufklärung und Konsequenzen laut zu machen und politischen Druck zu erhöhen.
Bildungsarbeit: Kostenfreie Angebote für Schüler:innen und Erwachsene
Auch unsere Bildungsarbeit bleibt ein fester Bestandteil der Arbeit der Initiative 19. Februar Hanau. Wir bieten kostenfreie Angebote für Schulklassen, Auszubildende, Studierende und Erwachsenengruppen, von Workshops über Erinnerungsspaziergänge bis hin zu medienpädagogischen Formaten. Dabei setzen wir auf dialogorientierte, erfahrungsnahe und altersgerechte Formate, mit denen wir rassistischen Terror, institutionellen Rassismus und gesellschaftliche Verantwortung in den Blick nehmen. Diese bieten wir bewusst kostenfrei an, um Zugänge zu Wissen und Austausch nicht vom finanziellen Zugang abhängig zu machen. Wir freuen uns über weitere Anfragen unter info@19feb-hanau.org.
Sichtbarkeit schaffen: Fatih-Saraçoğlu-Platz in Regensburg
In Regensburg fand kürzlich eine künstlerische Intervention von Jonas Hoeschel in Zusammenarbeit mit der Familie Saraçoğlu statt, bei der ein Platz für drei Monate symbolisch nach Fatih Saraçoğlu benannt wurde. Seit Jahren kämpfen die Angehörigen von Fatih Saraçoğlu für Sichtbarkeit und Konsequenzen. Der Fatih-Saraçoğlu-Platz erinnert daran, dass beharrlicher Widerstand Veränderungen möglich macht. Nach sechs Jahren ist es höchste Zeit, dass Fatih Saraçoğlu, der in Regensburg aufgewachsen ist und dort lange gelebt hat, einen dauerhaften Gedenkort einrichtet.
Filmtipp: „Das Deutsche Volk“ online verfügbar
Der Dokumentarfilm „Das Deutsche Volk“ ist aktuell bis zum 16.06.2026 frei in der 3sat-Mediathek zugänglich. Marcin Wierzchowski hat die Angehörigen und Überlebenden des rassistischen Anschlags von Hanau über mehrere Jahre begleitet und zeigt ihren Weg durch Trauer, Verlust, Selbstorganisation und den anhaltenden Kampf um Aufklärung. Der Film erzählt nicht aus der Distanz über Hanau, sondern macht sichtbar, was Angehörige und Überlebende seit dem 19. Februar 2020 leisten: Sie erinnern, recherchieren, widersprechen und fordern Konsequenzen, wo staatliche Stellen versagt haben. Damit ist „Das Deutsche Volk“ nicht nur ein Dokumentarfilm über rassistische Gewalt, sondern auch ein eindringliches Zeugnis dafür, warum selbstbestimmtes Erinnern, politische Aufarbeitung und solidarische Räume wie „140qm gegen das Vergessen“ weiterhin notwendig sind.
Solidaritätsnetzwerk der Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt
Es liegen Wochen voller Arbeit und Aufarbeitung hinter uns. Unser Solidaritätsnetzwerk hat sich in Brandenburg getroffen, mit vielen Initiativen, Betroffenen von rassischen Anschlägen und Engagierten. Zwischen Austausch, Koordination und politischer Debatte standen Fragen im Mittelpunkt, die uns tagtäglich begleiten: selbstbestimmtes Erinnern, Aufklärung durch Sicherheitsbehörden, Konsequenzen für Behördenfehler und Fragen sozialer Gerechtigkeit. Seit Jahren treibt uns die Frage an, wie wir aus unseren Erfahrungen lernen und Strukturen verändern können, damit Betroffene zentrale Perspektiven in politischen und gesellschaftlichen Prozessen einnehmen und nicht nur als Hintergrund der Debatte wirken.
Warum eure Unterstützung so wichtig bleibt
Mit eurer Unterstützung lebt und entwickelt sich die Initiative 19. Februar Hanau weiter. Eure Spenden sind ein wesentlicher Bestandteil dieser Arbeit. Sie ermöglichen es uns, Bildungsangebote zu finanzieren, Veranstaltungen durchzuführen und den Raum „140qm gegen das Vergessen“ und die Initiative 19. Februar als Ort der Selbstorganisation, Bildung und Vernetzung zu erhalten.
In Solidarität,
Initiative 19. Februar Hanau



Wir sind dankbar für weitere Spenden.
