Hoffnungswind

Ein Hilfsprojekt von „Eine Welt Leipzig“ (M. Glass) in Samara, Russland

5 % finanziert

M. Glass (verantwortlich)

M. Glass
Der Weg eines Kindes mit Beeinträchtigung, das in Russland von der Medizinisch - Psychologischen - Pädagogischen Kommission (MPPK) als "idiotisch", "imbezil" oder "debil" diagnostiziert wird, unterscheidet sich wesentlich von demjenigen eines beeinträchtigten Kindes in Deutschland. Die Begutachtung eines Kindes erfolgt meist innerhalb weniger Stunden, während das Urteil die Betroffenen ein Leben lang begleitet.
Nach herrschender Auffassung gelten beeinträchtigte Kinder als "neobuchajemij" - "ungewöhnlich" und es gibt bis heute sehr wenig Erfahrung mit den Möglichkeiten einer Förderung. So werden immer noch viele Kinder in ein Heim gegeben. Was dies für die Kinder bedeutet, ist eine Geschichte, die jeglicher Vorstellung von Menschlichkeit widerspricht und unserer Arbeit eine noch größere Bedeutung gibt.
Da man innerhalb der staatlichen Heime kaum etwas verändern kann, zielt unsere Initiative auf die Stärkung von Eltern, die ihre Kinder in der Familie aufwachsen lassen wollen. So haben wir gemeinsam mit der Elterninitiative "Parus Nadeshdij" das Projekt "Hoffnungswind" 2006 ins Leben gerufen. Zunächst ging es uns in erster Linie um Information & Stärkung der Eltern sowie den Abbau von Vorurteilen und Ängsten innerhalb der Gesellschaft. Hierzu wurden von 2007 bis 2009 viele Seminare und öffentliche Maßnahmen durchgeführt. Gleichzeitig haben wir zwei Fördergruppen mit jeweils fünf Kindern im Alter von 1 - 7 Jahren aufgebaut und die Fachkräfte für diese Arbeit weiter gebildet. Unterstützt wurde dieser erste Schritt von Aktion Mensch und Renovabis.
Die Resonanz auf das Angebot war positiv, auch wenn vor allem die Eltern am Anfang etwas skeptisch waren. Mit Fördergeldern von "genialsozial" (einer Initiative der Sächsischen Jugendstiftung) und Aktion Mensch haben wir Mitte 2009 mit dem Aufbau einer eigenen Frühfördereinrichtung beginnen können.
Im April 2010 wurde die Einrichtung eröffnet, in der 45 Kinder gefördert werden. Zusätzlich bietet die Einrichtung auch eine stundenweise Betreuung an. Für Kinder, die wegen der Schwere ihrer Behinderung nicht in die Einrichtung kommen können, bieten wir Hausbesuche an. Diese Arbeit wird auch von Langzeitfreiwilligen aus Deutschland unterstützt.
Seit April 2011 steht das Projekt finanziell auf eigenen Beinen. Einen Teil der benötigten Gelder für die Nebenkosten der Räume und das Personal erwirtschaftet die Einrichtung selbst. Pro Jahr sind 2500 Euro notwendig. Jeden weiteren Euro sparen wir für einen Ausbau des Projektes. Für weitere Infos: www.hoffnungswind.de

Weiter informieren:

Ort: Samara, Russland

Weiterlesen

Informationen zum Projekt:

Fragen an M. Glass (verantwortlich):

Fragen & Antworten werden geladen …