Hilfe für Hexenjagdflüchtlinge

Ein Hilfsprojekt von „Hilfe für Hexenjagdflüchtlinge“ (F. Riedel) in Gushiegu, Ghana

36 % finanziert

F. Riedel (verantwortlich)

F. Riedel
Wir möchten den Überlebenden von Hexenjagden in Ghana bessere Lebensbedingungen ermöglichen und zukünftige Hexenjagden verhindern.

Im ganzen subsaharischen Afrika sind Hexereivorstellungen sehr stark verbreitet - bei allen Konfessionen und in allen Schichten. Krankheit, Arbeitslosigkeit, Tod werden auf das Wirken von Hexen und bösen Geistern zurückgeführt. Neid auf einfache Dinge (Familienglück, ein paar Tiere, eine gute Ernte) ist ein häufiger Grund für eine Anklage. Lynchmorde sind regional häufig. Vielerorts gibt es religiöse Institutionen, vor allem Schreine, die vorgeben, Hexen zu identifizieren und die Beschuldigte zum Teil freisprechen, zum Teil aber auch schwer foltern und zu Geständnissen zwingen.

In Gushiegu, Nabule und Kpatinga (Nordghana) bestehen Asyle und Ghettos für insgesamt 200 weibliche Hexenjagdflüchtlinge. Weitere 2000 Hexenjagdflüchtlinge befinden sich in 5 weiteren Ghettos im Umkreis von 200 km. Es gibt nur wenige und unterfinanzierte Projekte, die sich diesem Problem widmen.

Unsere ghanaischen Partner Simon und Evelyn Ngota haben viel Erfahrung im Umgang mit Hexenjagdflüchtlingen. In Gambaga haben sie über 15 Jahre hinweg 500 Frauen aus einem Ghetto nach intensiven diplomatischen Verhandlungen mit ihren Familien wiedervereint und die Lebensbedingungen der verbleibenden 80 Frauen entscheidend verbessert. Nun konzentrieren sie sich auf die vernachlässigten, aber freieren Asyle um Gushiegu. Die Lebensbedingungen von Hexenjagdflüchtlingen werden hier durch ihre kontinuierliche Arbeit verbessert, ihr Selbstbewusstsein gestärkt.

Regelmäßige Besuche und Aufklärungsunterricht über Hygiene, Gemüsebau, Seifenproduktion und Geflügelzucht schaffen Vertrauen und geben den sozial isolierten Frauen einen Halt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die dauerhafte Arbeit mit den Frauen neben Wasser, Unterkunft und Nahrung das bedeutendste Element für ihr Wohlbefinden ist. Keine kann lesen oder gar schreiben, durch die generelle Diskriminierung von Frauen im Norden Ghanas sind sie auch selten in der Lage aus eigener Kraft Kleinstunternehmen zu starten. Mit Anleitung und Training können sie rasch ihre Ressourcen erkennen und besser einsetzen und so ihren Lebensunterhalt gemeinsam und solidarisch bestreiten.
Lesen sie auch:
http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-07/ghana-hexenjagd-flluechtlinge

http://gushiegu.wordpress.com

english version:
http://gushiegus.wordpress.com

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Ort: Gushiegu, Ghana

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Informationen zum Projekt:

Fragen an F. Riedel (verantwortlich):

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