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Zweitzeug*innen ausbilden: Kinder und Jugendliche übernehmen Verantwortung

Die Schülerhefte helfen Kindern und Jugendlichen ein tieferes Verständnis für die Holocaust-(Über)Lebensgeschichten zu erarbeiten und zu verstehen. Es gibt ihnen die Möglichkeit selbst aktiv eine vielfältige und tolerante Gesellschaft mitzugestalten.

L. Hartmann von HEIMATSUCHER e.V.Nachricht schreiben

 »Und wenn du von 50 Kindern nur einen davon überzeugst, dass Juden nicht schlechter sind wie die Christen, dann hast du viel erreicht.« [Rolf Abrahamsohn aus dem HEIMATSUCHER-Interview vom 14. Oktober 2012, Dorsten] 
 
Im Alter von 10 Jahren beginnen Kinder Vorurteile zu bilden. Solche negativen Einstellungen gegenüber einer Gruppe führen zu Ausgrenzungen. 

Wir machen Kinder ab 10 Jahren und Jugendliche stark gegen Ausgrenzung. Wir erklären und veranschaulichen ihnen, wozu Diskriminierung und Rassismus in unserer Gesellschaft führen können. In unseren Workshops erzählen wir Kindern und Jugendlichen die (Über)Lebensgeschichten von Zeitzeug*innen des Holocausts. Sie hören zu und werden selbst zu Zeug*innen, denn »Jeder, der heute einem Zeugen zuhört, wird selbst zum Zeugen werden.« Jede*r von uns kann so ein*e zweite*r Zeug*in von Zeitzeug*innen werden – ein*e Zweitzeug*in. 

Durch diese persönlichen Erzählungen führen wir die Kinder und Jugendlichen niederschwellig an das Thema heran und schaffen eine Brücke zu ihrem eigenen Leben. Die jungen Menschen erleben eine emotionale Nähe zu den Überlebenden. Als Zweitzeug*innen gestalten sie aktiv unsere Erinnerungskultur und setzen sich für eine vielfältige und tolerante Gesellschaft ein. 

Wir bringen den Kindern und Jugendlichen im Workshop in Form von Schülerheften weitere (Über)Lebensgeschichten mit, die sie mit nach Hause nehmen dürfen: Hefte, die neben dem Zeitzeug*inneninterview auch Informationstexte, Worterklärungen und weitere Fotos enthalten. Das Heft beinhaltet einen Aufgabenteil, der den Kindern und Jugendlichen hilft, sich ein tieferes Verständnis für die (Über)Lebensgeschichte zu erarbeiten und mit anderen darüber ins Gespräch zu kommen. So können sie Schritt für Schritt ein*e Expert*in für die Geschichte werden und sie als Zweitzeug*in weitertragen. 
 
Meist gehen wir in unbekannte Klassensituationen. Wir wissen nur sehr marginal, welche Schüler*innen uns mit welchen Fähigkeiten begegnen. Das Heft hilft uns, trotzdem jede*n zu erreichen. Die Aufgaben im hinteren Teil des Hefts, helfen bei einer Differenzierung im Tempo und der Arbeitsleistung. So bekommt jede*r Schüler*in die Möglichkeit, die Lebensgeschichte zu verstehen und weiterzugeben.   
Das Konzept der Zweitzeug*innenschaft wurde von Pädagog*innen und Wissenschaftler*innen entwickelt, die Mitglieder des Vereins sind. Das didaktische Konzept vereint interdisziplinäre Ansätze aus der Holocaust Education, Religionspädagogik, Kultur- und Geschichtswissenschaft. 
 
Die Kosten pro Schülerheft umfassen Gestaltung und Druck von 1.000 Exemplaren. 
 
Lies auch unseren Beitrag auf der Webseite: https://heimatsucher.de/warum-eigentlich-schuelerhefte/ 

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