Tagesstätte und andere soziale Träger fordern stabile Finanzierung ihrer wichtigen Arbeit
Die Leiterin der Immanuel Beratung Prenzlauer Berg und der Wohnungslosentagesstätte in der Zelter-/Dunckerstraße, Simona Barack, und der Geschäftsführer von Beratung + Leben, Dirk Brigmann, waren heute beim ersten parlamentarischen Frühstück der Kirchen und christlichen Wohlfahrtsverbände im Berliner Abgeordnetenhaus. Hier warben sie - gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern anderer sozialer Träger - für eine ausreichende Finanzierung der Angebote für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen - damit Berlin „stabil bleibt“. Beide kamen ins Gespräch mit Abgeordneten der SPD, der CDU, von Bündnis90/Die Grünen und der Linken sowie mit Mitarbeitenden der Finanzverwaltung und des Senats. 
Dirk Brigmann, Geschäftsführer von Beratung + Leben, und Simona Barack, Leiterin der Tagesstätte
„Unsere Beratungsstellen sind wie Hausarztpraxen“
Simona Barack war zufrieden mit den Begegnungen. „Mehrere Abgeordnete haben zugesagt, die Anliegen mit ins Parlament zu nehmen, um die Existenzsicherung der Menschen zu verbessern. Die Haushaltskürzungen dürfen nicht die Ärmsten treffen“, so Barack. Auch die überlasteten Ämter müssten besser finanziert werden, damit Anträge zügiger bearbeitet werden. Barack unterstrich die gesellschaftliche Leistung der freien Träger: „Unsere Beratungsstellen sind wie Hausarztpraxen. Wir fangen die Leute auf und sind die erste niedrigschwellige Anlaufstelle, wo alle erstmal hinkommen.“
Sie und Dirk Brigmann wiesen die Abgeordneten und Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung auf die unzureichende Finanzierung der Arbeit mit wohnungslosen Menschen im Bezirk Pankow hin. Die vom Senat bereit gestellten Mitteln umfassen nur die Personal- und Sachkosten für die direkte Arbeit mit den Klienten, nicht aber die sonstigen Kosten, die den Beratungsstellen entstehen. Andere Bezirke hingegen finanzierten auch diese Kosten mit. „Wir brauchen eine einheitliche Finanzierung der Overheadkosten in allen Bezirken. Das muss der Senat für die Weitergabe der Gelder festlegen“, sagte Dirk Brigmann. „Für die Erziehungs- und Familienberatung gibt es diese Regelung für alle Bezirke bereits. Es ist also möglich.“
Diakoniedirektorin Ursula Schön spricht zu den Anwesenden aus Politik und Sozialwirtschaft
Im nächsten Schritt wird Immanuel Beratung ein Positionspapier mit konkreten Forderungen an die Berliner Fraktionen schicken, damit sie in die jetzt anstehenden Koalitionsgespräche vor den Abgeordnetenhauswahlen im September einfließen können. Diese politische Lobbyarbeit der sozialen Träger ist notwendig, um den Menschen am Rande der Gesellschaft Gehör zu verschaffen und ihre Anliegen den politischen Entscheidungsträgern direkt vorzutragen.
Für viele Angebote für die Menschen, die wochentags in Tagesstätte kommen, sind wir auf Spenden angewiesen. Mitte April soll wieder ein Frühlingsfest gefeiert werden - mit leckerem Essen, schön geschmückten Tischen, netten Gesprächen uvm., um den Menschen eine kleine Auszeit vom oftmals schwierigen Alltag zu bereiten.
