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Jugendgruppe "die Chilis"

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Die Jugendgruppe "die Chilis" vermittelt einmal wöchentlich Kindern und Jugendlichen psychisch kranker Eltern unbeschwerte, spielerische und dabei fachlich kompetent altersspezifische Themen.

J. Britsch von Innere Mission München - LebensräumeNachricht schreiben

Kinder und Jugendliche psychisch kranker Eltern sind entsprechend den aktuellen Erkenntnissen bedeutsamen Risiken in ihrer psychosozialen Entwicklung ausgesetzt. Zudem haben sie eine deutlich  erhöhte genetische Prädisposition zur Generierung einer eigenen psychischen Störung. Ob und in welcher Penetranz diese Störung zum Tragen kommt, hängt sehr stark von den soziokulturellen Umweltbedingungen der Kinder und Jugendlichen ab. Diese Kinder wachsen häufig unter enorm schwierigen Entwicklungsbedingungen auf. Ein niedriger sozialökonomischer Status, instabile familiäre Lebensbedingungen mit verminderter Empathie und Responsivität, chronischen Konflikten, einem möglichen inkonsistenten Erziehungsstil, mangelnde Grenzsetzung und fehlende Verlässlichkeit wirken auf die Kinder und Jugendlichen ein. Die Kinder und Jugendlichen benötigen für ihre gesunde Entwicklung ein ausreichend gutes soziales Unterstützungssystem, außenstehende, einfühlsame Bezugspersonen und Professionelle in Form einer korrigierenden Beziehungserfahrung.


Für diese Risikogruppe bedarf es methodisch und personell, qualifizierter und nachhaltiger Angebote. Im deutschen Versorgungssystem sind die unterschiedlichen Hilfesysteme Erwachsenenpsychiatrie, Kinder- und Jugendhilfe und Jugendämter nicht ausreichend vernetzt und agieren eher nebeneinander, statt miteinander. Dabei ist es für die betroffenen Kinder und Jugendlichen unabdingbar, dass die vielfältigen Handlungsakteure sich gemeinsam für das Kindeswohl einsetzen. Nach wie vor fehlen auch die erforderlichen Öffentlichkeitsmaßnahmen zur Sensibilisierung, Entstigmatisierung und Enttabuisierung. Die Kinder und Jugendlichen brauchen eine Lobby, brauchen Paten und Professionelle sowie ein breites öffentliches Bewusstsein, damit sie nicht vergessen werden und weiterhin ihr Dasein als „Schattenkinder“ fristen. 


Je besser die Jugendlichen die psychische Erkrankung des Elternteils verstehen, begreifen und kognitiv einordnen können, desto leichter fällt es ihnen, Hilfen aktiv einzufordern. Eine alters- und entwicklungsadäquate Information und Psychoedukation wird auch als spezifischer Schutzfaktor in der Entwicklungsförderung der Kinder und Jugendlichen gesehen. Das Vorhandensein von verlässlichen Bezugspersonen ist ebenfalls ein Kriterium. Mit unserem Angebot verfolgen wir im Rahmen des Kinder und Jugendschutzes und zur Inklusion unter anderem folgende Ziele:


  • Nachhaltige Veränderungen der Gesamtlebensqualität der Jugendlichen
  • Training emotionaler Bewältigungsstrategien
  • Verringerung der Verhaltensauffälligkeiten
  • Geeignete Ansprechpartner_innen für die Jugendlichen finden
  • Prävention 
  • Psychoedukation
  • Notfallpläne


Weitere uns wichtige Ziele sind:


  • Platzierung des Themas in der Fachöffentlichkeit
  • Vernetzung der Akteure im Sozialraum
  • Zugangswege für betroffene Jugendliche erschließen.



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