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Volunteers for Lesvos – unterstützt Menschen auf der Flucht!

Mytilini, Griechenland

Volunteers for Lesvos, ein unabhängiges Freiwilligen- und Solidaritätsprojekt, bringt Rettungsschwimmer*innen, Pädagog*innen, Übersetzer*innen u.a. auf die Insel Lesbos, wo in überfüllten Camps seit Jahren eine humanitäre Katastrophe abläuft.

R. Henning von Respekt für Griechenland e.V.
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Seit der Schließung der EU-Aussengrenzen sind die griechischen Inseln für viele zur Endstation geworden. Mit dem Inkrafttreten des EU-Türkei-Abkommens sanken zwar anfangs die Ankunftszahlen, doch trägt es nicht zu einem humanen Umgang mit Schutzsuchenden in der EU bei. Nach dem Brand des Lagers Moria Anfang Sept. 2020 wurden viele Geflüchtete aufs griechische Festland gebracht, wo es ihnen in den Lagern oftmals nicht besser als vorher geht. Auf Lesbos wurde auf einem Armeeschiessplatz ein Ersatzlager für die Bewohner*innen des Lagers Moria gebaut. Deren Situation hat sich im Vergleich zu früher weiter verschlechtert. Ende 2020 sitzen auf Lesbos ca. 9.200* Menschen fest. Ca. 7.400* von ihnen leben im »neuen« Lager Mavrovouni in grösseren Zelten – oftmals mehrere Familien zusammen. Bei Regen laufen viele Zelte mit Wasser voll, sie sind nicht beheizbar und es ist verboten, im Lager Feuer zu machen. Dazu gibt es Ausgangsbeschränkungen – es dürfen immer nur 700 Menschen pro Tag das Lager verlassen. Alle anderen müssen innen bei mittlerweile auch für die Ägäis winterlichen Nachttemperaturen von unter 10 Grad Celsius ausharren.

Bei dem Versuch, die prekäre Situation zu verbessern, spielten von Beginn an griechische, später auch internationale Initiativen und das Engagement von Freiwilligen eine große Rolle. Doch mit dem EU-Türkei-Abkommen und der zunehmenden Kriminalisierung der ehrenamtlich Helfenden werden etablierte Strukturen abgebaut. Viele NGOs haben aufgrund finanzieller Kürzungen und politischen Drucks die Insel verlassen, obwohl es grundsätzlich an Ärzt*innen, Psycholog*innen, Sprachmittler*innen etc. fehlt. Auch werden die Vereinbarungen des Abkommens nicht eingehalten. Es gibt keine reguläre Rechtsberatung, Asylanträge werden nur schleppend bearbeitet, die anvisierten Verteilmechanismen innerhalb der EU greifen nicht. Viele Menschen leben in Angst vor Abschiebung, es kommt vermehrt zu Selbstverletzungen.

Um das zu ändern, muss außer der Grundversorgung auch die medizinische, psychologische und pädagogische Betreuung sichergestellt werden.

Dazu braucht es vor allem Freiwillige. Hier setzt Volunteers for Lesvos an.

Das Projekt des gemeinnützigen Vereins Respekt für Griechenland e.V. unterstützt seit 2015 Schutzsuchende auf Lesbos. Wir kooperieren mit lokalen Initiativen und NGOs, die sich seit Jahren engagieren, um die Lage für die Ankommenden erträglicher zu machen, Versorgungslücken zu schließen und sichere Räume zu schaffen. Unser Team besteht aus 6–10 Volunteers, die oft Monate bleiben und dringend benötigte Fähigkeiten mitbringen. Die Arabisch, Farsi/Dari o.ä. sprechen, die juristisch, medizinisch, psychologisch oder pädagogisch geschult sind.

Alle Volunteers arbeiten ehrenamtlich, einige finanzieren sich selbst, doch gerade Langzeitfreiwillige brauchen Zuschüsse zu Reise- bzw. Lebenshaltungskosten, um ihren monatelangen Einsatz realisieren zu können. Ihre Arbeit ist deshalb so wichtig weil gerade jetzt v. a. die langfristige Kontinuität der Angebote notwendig ist.

* Zahlen entnommen aus der Statistik des griechischen Bürgerschutzministeriums vom 20.12.2020