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Bericht 2021

S. Schlömer
S. Schlömer schrieb am 14.01.2022
Der Handicap-Sport-Wuppertal und seine Aktivitäten- Ein kleiner Einblick in das, was wir machen und was wir schaffen -
  
An einer Stadt ohne Barrieren können wir als inklusiver Sportverein wenig ausrichten, weil wir keine Aufzüge der Schwebebahn reparieren oder die Bordsteine für unsere Menschen mit Rollstuhl absenken können. Was wir aber können, ist den Männern und Frauen in unserem Verein ein Angebot für ihre Gesundheit, ihr Selbstbewusstsein und eine verbesserte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.Wir haben zur Zeit drei Sportgruppen und eine Kooperation mit einer Schule im Bereich Mobilität. 

Fußball:
2009 gründete sich der Verein mit einer Fußballgruppe für Menschen mit geistiger Behinderung. Von Anfang an war die Gruppe inklusiv angelegt und es kamen immer wieder Jugendliche und auch Kinder, die dem Stress in den „normalen“ Sportvereinen nicht gewachsen waren und gerne bei uns mitkickten.Schon sehr bald veranstalteten wir eigene Turniere und wurden auch von anderen Mannschaften eingeladen. Als unsere Leute dann hörten, dass es eine eigene Liga für Menschen mit Behinderung gibt, war klar: Da wollen wir mitmachen. Und unsere Mannschaft schaffte sogleich einen 3. Platz bei 8 teilnehmenden Mannschaften.Keine Frage, dass damit das Selbstbewusstsein enorm gesteigert wurde. Das was die Gruppe stark macht, ist die Geduld der Trainerinnen und Trainer. Da kann ein Junge auch einmal zwei Jahre nur hinter einem Ball herlaufen, ohne ihn zu berühren und landet dann doch in der Ligamannschaft. 

Rollstuhlsport:
Schon ein Jahr nach der Vereinsgründung kamen 3 Rollstuhlfahrer auf uns zu und wollten Basketball spielen. Es dauerte einige Jahre bis eine so große Gruppe zusammen war, die dann auch richtig trainieren konnte. Dazu war es notwendig, besondere Sportrollstühle anzuschaffen. Aber: Geduld zeichnet uns aus. Trainer wurden ausgebildet -  wie auch bei der Fußballgruppe – und 2016 konnten wir das erste Rollstuhlbasketballturnier ausrichten und seit 2018 spielen wir in der Landesliga West des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes DRS.Es kommt uns aber nicht nur auf den „Leistungssport“ an, sondern wir haben auch eine reine Rehasportgruppe, die für Menschen mit starken Einschränkungen offen ist. Das ist eine kleine Gruppe von Männern und Frauen, die sich nur mit anderen bewegen oder Tischtennis spielen möchten. 
Gerade im Rollstuhlsport ist es uns wichtig, inklusiv zu sein, so sind alle unsere Trainer und die Trainerin selbst Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind.Und es gibt für beide Gruppen auch noch einen anderen Inklusionsaspekt: in beiden Gruppen haben wir im Trainerteam Menschen mit Migrationshintergrund. Dass dies auch bei den Sportlerinnen und Sportlern der Fall ist, versteht sich von selbst.Dass besondere im Rollstuhlsport bis in die hohen Ligen ist die Tatsache, dass hier Fußgänger – natürlich in einem Sportstuhl – und Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind gemeinsam Sport treiben. Dies fördert noch einmal eine besondere Form der Barrierefreiheit. Menschen begegnen sich im wahrsten Sinne des Wortes auf Augenhöhe. 
Schwimmen :
Schnell hatte sich nach 2009 - unserem Gründungsdatum - in Wuppertal herumgesprochen, dass es uns gibt. Und schon kam im Jahr 2011 die Anfrage von Menschen aus der Lebenshilfe: Bietet ihr auch Schwimmen an? Wir haben nicht Nein gesagt sondern nur: Noch nicht. Mit Unterstützung von zwei, heute drei Frauen der DLRG konnten wir im Jahr 2012 ein Schwimmtraining für Menschen mit geistiger Einschränkung anbieten, das auch sofort von Nichtbehinderten Interessierten angenommen wurde. Es hat sich auch schon der erste Rollstuhlfahrer gemeldet, der hier mitschwimmen möchte. 
Mobilität :
Es gibt schon seit vielen Jahren die Möglichkeit für Schulen, den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu bieten, die Prüfbescheinigung für MOFA25 zu erwerben.Es ist uns gelungen, in Kooperation mit der „Windrather-Talschule freie Walldorfschule“ in Velbert Langenberg einen Kooperationsvertrag zu schließen, so dass Mitglieder unseres Vereins dort die Prüfbescheinigung MOFA25 erwerben können. Es versteht sich von selbst, wie sehr dies das Selbstbewusstsein und die „Barrierefreiheit“ im Umgang miteinander fördert. Dazu kommt der Inklusionsgedanke denn in der Lerngruppe mischen sich die Schülerinnen und Schüler. Es hat sich zudem gezeigt, dass – auch bei den Menschen mit Einschränkungen – dies der Einstieg in dem Mofa-50ger-Führerschein ist und schließlich zu einem Autoführerschein führt. Hier ist es auch schon zu erfolgreichen Kooperationen mit der Troxlerschule in Wuppertal gekommen. 
Wir stehen immer für Anfragen offen. Geht nicht! Gibt’s nicht! Unsere mehr als 10jährige Erfahrung zeigt uns: „Wir schaffen das!“
Zur Zeit haben wir ca. 100 Mitglieder von denen fast alle aktiv dabei sind. Alle arbeiten ehrenamtlich wobei die Trainerinnen und Trainer eine Trainerpauschale im Rahmen des steuerlichen Freibetrags erhalten.