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Corona-Krise: Verzweifelter Hilferuf aus dem Slum von Nairobi

Nairobi, Kenia

Corona-Krise: Verzweifelter Hilferuf aus dem Slum von Nairobi

Nairobi, Kenia

Nothilfe für die Familien im Kayole-Slum während des Lockdowns

M. Arnold von PATOIPA e. V. - Wege in eine helle Zukunft | 
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Über das Projekt

14. Juni 2020 "Ich habe gerade ca. eine Stunde lang mit Joshua telefoniert, was die aktuelle Situation im Slum angeht und möchte gerne einige Erkenntnisse mit euch teilen, weil es, wie ich finde, immer schwierig ist - auch für mich -, aus der Entfernung die Situation einzuschätzen. Vorneweg: Es soll hier keineswegs darum gehen, Angst zu verbreiten, ein Katastrophenszenario zu zeichnen oder euch gegenüber Druck aufzubauen, aber ich denke, diese Einblicke sind wichtig. 
 Wie ihr sicherlich mitbekommen habt, wurde von uns mit Beginn der Corona-Krise ein sehr starker Fokus auf die Essensbestellungen gelegt und erstmalig auch Bargeld an die Familien in Nairobi ausgegeben, damit diese ihre Miete zahlen können. Ich bin grundsätzlich auch kein Fan davon, Bargeld zu verteilen, aber Joshua hat mir nochmal bestätigt, wie wichtig das ist, wie verzweifelt die vielen Familien sind, die alle kein Einkommen mehr haben, und dass sie unglaublich dankbar für die Hilfe sind, ohne die sie nicht wüssten, wie sie überleben sollten. Die Vermieter in Kenia sind unerbittlich, auch in dieser Situation; wenn die Miete nicht gezahlt wird, landen die Familien innerhalb von wenigen Stunden auf der Straße. Dass es, wie Joshua vor einigen Tagen schrieb, normal geworden ist, hungrig ins Bett zu gehen, hat v.a. damit zu tun, dass das Geld für die Miete gespart werden muss, um ein Dach über dem Kopf zu haben, aber auch, damit wenigstens die Kleinsten etwas zu Essen bekommen.  
Es kommen außerdem inzwischen auch immer mehr Menschen von außerhalb in den Center, um Joshua um Hilfe zu bitten, weil sie nicht mehr weiter wissen. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie schwierig das sein muss, auch immer wieder Menschen wegschicken zu müssen. Joshua spart sich inzwischen auch sein Gehalt vom Munde ab, um sie wenigstens mit Verpflegung für die nächsten Tage oder auch nur Stunden zu versorgen und ihnen damit ein wenig Hoffnung zu geben. Er hat regelrecht Angst, dass Menschen Selbstmord begehen, weil der Center ihre letzte Chance war.
Ich behaupte, für die meisten von uns sind solche Zustände unvorstellbar. 
Man muss es einfach so sagen: Es geht hier um die Existenz. Und ich fürchte, die Situation wird noch eine ganze Weile so bleiben. Die Corona-Fälle in Kenia steigen weiter und es gibt noch keine Perspektive, wann eine Rückkehr zur „Normalität“ - die schon genug Herausforderungen mit sich brachte - möglich sein wird. 
 Wenn sich einige von euch durch diese Einblicke bewegt fühlen, weiterhin für ihre Familien - oder auch neutral, an andere Familien im Projekt - etwas zu spenden, wäre ich sehr froh und glücklich, aber es soll vor allem auch einmal dazu dienen, euch ein von Herzen kommendes Dankeschön für eure Unterstützung zu sagen, auch im Namen von Joshua. Wir haben eine große Verantwortung übernommen, die uns manchmal im Alltag, der so weit entfernt von den Sorgen und Nöten vor Ort in Kenia ist, nicht bewusst wird. Unsere Spenden verschwinden aber nicht irgendwo, sondern sie kommen an und schenken Menschen Hoffnung, diese Krise zu überstehen und in eine bessere Zukunft zu schauen. Danke!"

Zuletzt aktualisiert am 20. Juni 2020