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“Nobody was on top of the other” – Wiedersehen nach 30 Jahren 

B. Mitawi
B. Mitawi schrieb am 11.05.2025

Im August 2025 werden (ehemalige) Brandenburger*innen, die 1995 am Aufbau des Kindergartens in Bambi mitgewirkt haben, mit ihren Lebenspartner*innen und Kindern in Sansibar Dorfbewohner*innen treffen, die vor 30 Jahren ehrenamtlich Sansibars erste Kita im ländlichen Raum aufgebaut haben. Sie wollen sich austauschen, zu den unterschiedlichen Lebenswegen der Akteur*innen von damals, über ihre Erinnerungen und Träume. Geplant ist auch ein gemeinsamer Arbeitseinsatz, um zwei Gruppenräume zu renovieren.
 


Omar Abdalla, Bambi (unser Foto) hat vor 30 Jahren das Dorfentwicklungskomitee geleitet und damals gesagt:  „Über Gleichberechtigung zu sprechen, heißt, dass niemand über dem anderen steht, wir arbeiten einfach zusammen. Wir trauten unseren Augen nicht, als wir sahen, wie unsere deutschen Freunde mit uns zusammen arbeiteten. Wir dachten, sie kommen hier her und schauen zu, wie wir arbeiten. Wir konnten nicht glauben, dass einige Deutsche so hart arbeiten können. Sie haben große Steine rausgeholt und transportiert. Wir haben zusammengearbeitet, mit gleichen Rechten, „everybody was somebody“. Die Dorfbewohner haben das nicht erwartet. So wurden Viele motiviert, sich auch zu beteiligen als sie sahen, dass die Deutschen physisch arbeiten. Wir fühlen uns nicht dominiert, weil wir alle Projekte vorher besprechen. Ich denke, dass ist ein guter Weg, Projekte vorzubereiten. Jeder war vertraut mit dem Projekt. Nach der Diskussion sind wir als Leader des Komitees zu unseren Leuten gegangen und haben alles mit ihnen besprochen. Auch wenn es Dinge gab, die verändert werden mussten, dann haben wir mit unseren Kollegen und den Dorfbewohnern gesprochen. Nobody was on top of the other. This is the way I felt.”
 
Bis heute ist Omar Abdalla aktiv in seinem Dorf, auch wenn er und sein aktiver Mitstreiter Faki Ali nicht mehr in der ersten Reihe stehen. Sie haben es geschafft, junge Menschen zu motivieren, die Dorfentwicklung aktiv mitzugestalten und die Leitung zu übernehmen. Stolz zeigen die ältere Generation und die Jugend zusammen ihr Dorf, dass eher einer kleinen Stadt im Wald gleicht. Grundschule, Sekundarschule, zwei Kindergärten, eine Krankenstation, fließendes Wasser, Strom, eine feste Straße, ein Bäcker und viele Handwerker*innen leben dort mit den Errungenschaften, die sie zum größten Teil selbst mit geschaffen haben und ohne die Traditionen zu vergessen. Umweltschonendend Holzkohle herstellen, Nelkenanbau und traditionelle Medizin sind auch Teil des Alltags. Die Gäste aus Deutschland werden staunen, wie sich „ihr Dorf“ entwickelt hat. 

Wie 1995 wird Lehrer Haji die Gäste für zwei Tage in seinem Haus aufnehmen. Seine Frau, die vor 30 Jahre Hausfrau war, hat im Kindergarten eine Arbeit gefunden als Hilfe bei der Mittagsversorgung der Kinder. Sie hat sich noch einmal auf die Schulbank gesetzt, ist Erzieherin geworden und leitet heute den zweiten Kindergarten im Ort. Darauf sind Aziza, ihr Mann und das ganz Dorf stolz – und wir natürlich auch. 
Sicher werden wir noch viele andere Geschichten hören, von Menschen, die sich in Bambi engagieren und die dort ihren Bildungsweg begonnen haben. Wir freuen uns auf diese besondere Begegnung. 

Wir freuen uns auch über Unterstützung bei der Finanzierung neuer Möbel für zwei Räume der Kita und für Malerbedarf, um diese zu renovieren. Wir werden im August dann auch darüber informieren, was wir gelernt haben auf dieser Reise.  




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