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69 Menschen gerettet, Klage eingereicht

SOS Humanity
SOS Humanity schrieb am 21.04.2023

Hallo liebe Unterstützende,
 
zurück im Einsatzgebiet konnte unsere Crew der Humanity 1 in der Nacht vom 19. auf den 20. April bei starkem Wind, über zwei Meter hohen Wellen und schlechter Sicht 69 Menschen retten – darunter 18 Minderjährige, alle ohne Begleitung eines Erwachsenen.

Das Schlauchboot befand sich in internationalen Gewässern vor Libyen. Der Motor war ausgefallen, das Boot mit keinerlei Rettungsmitteln ausgestattet und die Menschen an Bord der Witterung schutzlos ausgeliefert.

Das zeigte sich auch am Zustand der geretteten Menschen: Viele sind seekrank, dehydriert, unterkühlt und erschöpft. Eine Person war zum Zeitpunkt der Rettung ohnmächtig, konnte aber an Bord stabilisiert werden.  Der Schutz und die Versorgung der Überlebenden haben an Bord höchste Priorität. Mit 30 € können wir an einem Tag 100 gerettete Menschen gegen Seekrankheit behandeln.

Spende jetzt und deine Spende wird verdoppelt!  An Bord setzt unsere Crew alles daran, die Menschen bestmöglich zu versorgen. Das Problem: Die Humanity 1 hat als sicheren Ort von den italienischen Behörden einen extrem weit entfernten Hafen zugewiesen bekommen.

Ravenna ist weit im Norden und über 1.600 Kilometer von der Position entfernt, wo die Rettung stattfand.  andere Häfen im Süden Italiens sind viel näher gelegen und schneller zu erreichen.

Absurd und reine Schikane: Als würde ein Krankenwagen von der Rettungsleitstelle statt ins nächste Krankenhaus einmal von Hamburg nach München und zurück (!) geschickt werden.

Fast alle Überlebenden leiden unter starker Seekrankheit und müssen sich häufig übergeben. Damit ist die Wirkung der Medikamente, die wir verabreichen können, stark abgeschwächt und stärkende Nahrung kann kaum aufgenommen werden.
Die Zuweisung Ravennas als Hafen bedeutet, dass die Menschen, die wir überwiegend nur auf Deck unterbringen können, sechs weitere Tage Wind und Wellen ausgesetzt sind.
 
Der Kapitän der Humanity 1 ist sehr besorgt: „Es ist unverantwortlich, dass die italienischen Behörden die bereits stark geschwächten Menschen diesem vermeidbaren Risiko aussetzen!“
Er bat die zuständige italienische Rettungsleitstelle um die Zuweisung eines sicheren Ortes, der näher gelegen ist: Ohne Erfolg.

Diese systematische Zuweisung entfernter Häfen ist ein Verstoß gegen das internationale Seerecht, das eine schnellstmögliche Ausschiffung vorsieht.

Daher haben wir vor dem Zivilgericht in Rom Klage eingereicht. Gemeinsam mit den Such- und Rettungsorganisationen Mission Lifeline und Sea-Eye wehren wir uns gegen die unrechtmäßige „Politik der weit entfernten Häfen“ der italienischen Behörden.

Seit Dezember 2022 sind mehr als 20 derart weit entfernte Häfen an zivile Seenotrettungsorganisationen vergeben worden, mit dem Ziel ihre Rettungsarbeit auf illegale Weise einzuschränken.

Unsere Forderung: Nicht nur der Ort der Ausschiffung muss für die Geretteten sicher sein, sondern auch der Weg dorthin!

Du willst helfen? Unterschreibe unsere Petition, damit sich die deutsche Bundesregierung auf europäischer Ebene für ein koordiniertes, europäisches Rettungsprogramm einsetzt. Und unterstütze uns finanziell, damit wir die Menschen an Bord gut versorgen können.

#TogetherForRescue,

Dein Team von SOS Humanity 

Jede Spende hilft!