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Tausende auf See, viele Tote - Sea-Watch 3 darf zurück in den Einsatz

Niklas
Niklas schrieb am 07.06.2019

Unsere Airborne-Crews erleben gerade die wohl brutalsten Wochen der letzten Jahre: Aus ihren kleinen Flugzeugen beobachten sie, wie Tausende mit seeuntauglichen Booten havarieren. Sie müssen aus nächster Nähe mit ansehen, wie die sogenannte Libysche Küstenwache den Großteil der Geretteten zurück in die Folterlager des Bürgerkriegslandes verschleppt. Sie werden Zeugen unterlassener Hilfeleistung durch europäische Militärs, die sich in Sichtweite zu den Unglücken befinden – in diesem Facebook-Video zeigen wir einen besonders dramatischen Fall. Und in den dunkelsten Momenten sehen sie unmittelbar Menschen im Mittelmeer ertrinken.


Vier von rund 30 Booten, die unsere Airborne-Crews im Mai 2019 entdeckt haben. Fotos:  Regina Wiebe - Sea-Watch e.V.

Allein im Mai haben wir über 30 Seenotfälle aus der Luft dokumentiert. Mehr als  2.000 Menschen saßen in den Booten. Mindestens 107 von ihnen ertranken, auch weil EU-Staaten wie Italien zivile Rettungschiffe – darunter bis Sonntag, den 02.06.2019, unsere Sea-Watch 3 – am Auslaufen gehindert haben.

Die Ignoranz der EU-Entscheidungsträger*innen lässt uns fassungslos und entsetzt zurück. Ihre offene Bereitschaft, zur Verteidigung der Wohlstandsfestung Europa mit Bürgerkriegsmilizen zu kooperieren und Menschen zur Abschreckung ertrinken zu lassen, widert uns an.

Doch die dramatischen Ereignisse der letzten Wochen stärken auch unseren Willen. Wir wissen, dass unsere Einsätze wichtiger denn je sind. Wir wissen, dass unsere Sea-Watch-Aktivist*innen zu den letzten Verbliebenen gehören, die im zentralen Mittelmeer noch Leben retten und Menschen in einen sicheren Hafen bringen können. Wir wissen, dass wir einen Unterschied machen!

Sicher ist Dir bewusst, dass wir unsere Arbeit nur mit Deiner Hilfe machen können. Bitte hilf uns weiter zu helfen – mit Deiner Einzelspende oder als Fördermitglied. Herzlichen Dank.

Viele Grüße im Namen all unserer Freiwilligen,

Dein Johannes Bayer
Vorsitzender Sea-Watch e.V.

Hilf uns zu helfen - spende jetzt für SEA-WATCH!

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EKD-Ratschef besucht die Crew der Sea-Watch 3
Wichtiges Zeichen der Solidarität: EKD-Ratschef Heinrich Bedford-Strohm hat am 02.06.2019 die Crew der Sea-Watch 3 auf Sizilien besucht. Als Vorsitzender des Leitungsgremiums der Evangelischen Kirche in Deutschland betonte Bedford-Strohm, dass Seenotrettung zu den "Grundpflichten des Menschseins und erst recht zu den christlichen Grundpflichten" gehören


Heinrich Bedford-Strohm mit der Besatzung der Sea-Watch 3. Foto: Annett Reuther - dpa

Der Theologe sprach lange mit der Besatzung und ließ sich mit einem Schlauchboot an die Sea-Watch 3 heranfahren. Das Betreten des Schiffs hatte die italienische Polizei zuvor verboten. Der EKD-Vertreter rief die EU eindringlich auf, die Kriminalisierung der zivilen Seenotretter*innen zu beenden und zu verhindern, das Gerettete zurück nach Libyen zurückgebracht werden. Die Eindrücke seiner Sizilien-Reise hält Bedford-Strohm in einem sehenswerten Videotagebuch fest.

Gemeinsam mit Sea-Watch-Vertreter*innen und vielen Prominenten wie Gesine Schwan, Robert Habeck, Ruprecht Polenz und Henriette Reker fordert die EKD im Rahmes ihres Palermo Appells ein Sofortprogramm inklusive europaweitem Verteilmechanismus für Gerettete als Notlösung.
JETZT ANSEHEN: Palermo-Appell der Evangelischen Kirche

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Sea-Watch 3 vor Aufbruch in Such- und Rettungszone
Parallel zum Besuch des EKD-Ratschefs Bedford-Strohm bei unserer Crew in Licata erreichte uns die Nachricht, dass unser Schiff nicht länger konfisziert ist und zeitnah zu einer neuen Mission aufbrechen kann. Damit endete eine rund zweiwöchige Blockade durch italienische Behörden. Es war bereits die dritte Festsetzung des Schiffs durch Autoritäten eines EU-Staats in diesem Jahr. Wie in den Fällen zuvor konnte kein Rechtsverstoß unsererseits festgestellt werden.


Unsere Crew macht die Sea-Watch 3 fit für den nächsten Einsatz. Foto: Nick Jaussi - Sea-Watch e.V.

Unsere Aktivist*innen arbeiten mich Hochdruck daran, das Schiff auslaufbereit zu machen. Wie dringend in der SAR-Zone Hilfe gebraucht wird, haben wir sicher deutlich machen können. Bitte halte uns weiter den Rücken frei und hilf uns, das Richtige zu tun - spende jetzt!

Unterstütze die zivile Seenotrettung - spende für SEA-WATCH

Menschlichkeit leben - Fördermitglied werden!
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Als Teil der Sea-Watch-Familie bietest Du der EU-Abschottungspolitik aktiv die Stirn und setzt ein Zeichen gegen das Sterben im Mittelmeer. Mit Deiner monatlichen Spende hilfst Du uns, Einsätze besser und sicherer planen zu können. Schon ab 10 € pro Monat bist Du dabei! 

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