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Ermittlung der Brand- und Todesursache von Oury Jalloh

Dessau (und Berlin), Deutschland

Neuer Spendenaufruf

Katrin
Katrin schrieb am 13.06.2016

Liebe Unterstützer*innen,

für die – dank Euch – so  erfolgreich gelaufene letzte Spendenkampagne zur Finanzierung der Gutachten möchten wir Euch nochmals ganz herzlich danken. Danke, dass Ihr den Kampf um Aufklärung und für Aufklärung der Öffentlichkeit über die Vertuschungs- und Verschleierungstaktiken staatlicher Behörden mittragt.

Unsere Sorge um die fehlende Finanzierung der Gutachten ist zwar nun gelegt – die Aufklärungsarbeit gegen die vertuschende Untätigkeit der staatlichen Behörden produziert jedoch leider permanent laufende Kosten. Rechtsanwältin Gabriele Heinecke, die in dem gegen den Dienstgruppenleiter der Dessauer Polizei geführten Strafverfahren vor dem Landgericht Magdeburg die Mutter und den Bruder von Oury Jalloh vertreten hat, hat in ihrer letzten Rechnung Kosten in Höhe von 4100 EUR veranschlagt, wovon bisher noch 3800 EUR ungedeckt sind. Gabriele Heinecke hat nach der juristisch umstrittenen Bestätigung des Urteils des Magdeburger vom 04.09.2014 im Auftrag und nach unserer Vorarbeit weitere Fakten und Indizien zum manipulierten Feuerzeug, dem unauffälligen Noradrenalin-Wert, dem fehlenden Kohlenmonoxid im Herzblut, dem Hinweis auf verschiedene Brandausbruchsorte und dem vorgefundenen Brandbild in der Zelle zusammengetragen und bewertet (https://initiativeouryjalloh.files.wordpress.com/2015/10/sechs-grucc88nde-gabriele-heinecke-25-09-2015.pdf). Damit wurde der Ansatz der Staatsanwalt Dessau-Roßlau, Oury Jalloh müsse sich selbst angezündet haben, da es angeblich keine „tatsächlichen“ Anhaltspunkte für eine Tatbeteiligung Dritter gäbe, fundiert widerlegt.

Die Berliner Anwältin Beate Böhler hat vor kurzem den Part von Rechtsanwalt Philipp Napp übernommen und vertritt nun gemeinsam mit Gabriele Heinecke die Familie von Oury Jalloh. Die derzeit noch ausstehende Summe für ihre Arbeit beträgt aktuell 1000 EUR:

Im Laufe der nächsten Monate werden im Rahmen des Todesermittlungsverfahrens zudem noch weitere Kosten hinzukommen, da wir gegen die hartnäckige Verweigerung der Staatsanwaltschaft, endlich zielführende Ermittlungsschritte einzuleiten mit entsprechenden Anträgen vorgehen werden.

Wir schätzen den absehbaren Finanzbedarf für die nächsten Monate daher auf 7000 EUR.

Wenn es uns mit Euch zusammen wieder gelingt, den Spendenaufruf gut zu verbreiten, hätten wir noch eine Sorge weniger.

Oury Jalloh ist kein Einzelfall, sondern steht beispielhaft für hunderte Opfer rassistischer Gewalt – verübt von Tätern mit und ohne Polizeiuniform, die durch staatliche Behörden befördert und die Justiz gedeckt werden. Mit unserem Kampf um die Aufklärung des Mordes an Oury Jalloh wollen wir den strukturellen und institutionalisierten Rassismus in Deutschland offenlegen, die Straflosigkeit für Staatstäter und die Kriminalisierung und Verhöhnung von Opfern und Angehörigen beenden. Solange angemessene juristische Strafen, die von Übernahme behördlicher Verantwortung (Fehlerkultur) sowie die konsequente Entschädigung inklusive öffentlicher Entschuldigung für rassistische Morde immer wieder institutionsübergreifend verhindert werden, werden diese menschenverachtenden Verbrechen auch immer wieder erneut begangen werden – in aller Öffentlichkeit!

Geschichtsverklärung, Vertuschung und Straflosigkeit rassistischer Verbrechen müssen endlich beendet werden!

TOUCH ONE – TOUCH ALL !

OURY JALLOH – DAS WAR MORD !

Für Eure Solidarität danken wir ganz herzlich.

Eure Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V.


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