Ermittlung der Brand- und Todesursache von Oury Jalloh

Ein Hilfsprojekt von „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V.“ (Katrin J.) in Dessau (und Berlin), Deutschland

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Katrin J. (verantwortlich)

Katrin J.
Am 7.01.2005 wurde der aus Sierra Leone stammende Asylbewerber Oury Jalloh im Dessauer Polizeirevier an Händen und Füßen auf eine feuerfeste Matratze einer „Schlichtzelle“ gefesselt und verbrannt.
Zur Tatortermittlung wurde kein Brandsachverständiger hinzugezogen. Es wurde kein nachvollziehbares Brandlegungsmittel aufgefunden und nicht vor Ort nach Brandbeschleunigern gesucht.
Drei (!) Tage später wurde ein bis dahin nicht vorhandener, umfänglich verschmorter Feuerzeugrest präsentiert, der sich angeblich in einer der am Tatort sichergestellten Brandschutttüten befunden haben soll. An diesem „Beweismittel“ fanden sich später jedoch keinerlei Spuren des Brandgeschehens in der Dessauer Gewahrsamszelle Nr. 5 – dafür aber eingeschmolzene tatortfremde Polyesterfasern sowie zwei nachträglich angehaftete, nicht verbrannte Tierhaare. Oury Jalloh selbst hatte keinen erhöhten Kohlenmonoxidspiegel in seinem Herzblut und unauffällige Stresshormonspiegel in seinem Urin. Bis heute ist nicht geklärt, was an diesem Tag im Polizeirevier tatsächlich geschehen ist.
Erst durch den öffentlichen Druck der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh, bestehend aus Freund*innen, den Verwandten und weiteren Aktivist*innen, musste der Fall überhaupt vor Gericht gebracht werden. Die unfassbaren Erfahrungen der Initiative und der Angehörigen mit der vertuschenden Ermittlungsführung durch die zuständige Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau (die bisher zu keinem Zeitpunkt überhaupt einen Mord in Erwägung gezogen hat) sowie der nachfolgend dogmatischen Ignoranz gleich zweier sachsen-anhaltinischer Gerichte (die widersprüchliche bzw. zweifelnde Gutachteraussagen immer wieder im Sinne der vorgeschriebenen Selbstentzündungstheorie uminterpretiert haben) führten zu dem Entschluss, die Aufklärung der Todesumstände selbst in die Hand zu nehmen. 
2013 beauftragte die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh deshalb den irischen Brandexperten Maksim Smirnou, den Brandverlauf und dessen Ergebnis durch Brandversuche nachvollziehbar zu machen. Das Ergebnis: der vorliegend verheerende Brandzustand aus Zelle Nr. 5 kann nur unter Verwendung von Brandbeschleunigern erreicht werden
(https://vimeo.com/79113508 [de] Min. 1:09 bis 2:00).
In einem weiteren Schritt hat die Initiative nun unabhängige Brandsachverständige, Toxikologen und Gerichtsmediziner beauftragt, die bisher vorliegende Aktenlage von Gerichten, Staatsanwaltschaft und selbst veranlassten Gutachten (Zweit-Autopsie und Brandgutachten) zu analysieren und die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen wissenschaftlich zu bewerten. Die Ergebnisse dieser Begutachtung werden in der Pressekonferenz am 27.10.2015 vorgestellt.
Unterstützt uns mit Eurer Spende, damit wir diese unabhängigen Gutachten und die Pressekonferenz in Anwesenheit der Gutachter aus Großbritannien und Kanada finanzieren können und setzt damit ein Zeichen gegen institutionalisierten Rassismus und Polizeigewalt!
Break the Silence!
Mehr Infos unter „Träger dieses Projektes"

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Ort: Dessau (und Berlin), Deutschland

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  • Demo gegen die Vertuschungsversuche der Polizei und gegen Polizeigewalt und Rassismus. "Oury Jalloh - das war Mord!"

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  • Demo in Dessau gegen die Vertuschungsversuche der Polizei. "Oury Jalloh - das war Mord!"

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