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Einen Neuanfang schenken - leben ohne Drogen

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Das Casa Dia gibt Menschen, die alles verloren haben, eine Chance auf einen Neuanfang. Mit Eurer Unterstützung sichern wir die erfolgreiche Arbeit gegen die Ausbreitung von Gewalt und Drogen in Brasilien.

S. Langkamp von Susila Dharma - Soziale Dienste e. V.Nachricht schreiben

Das Casa Dia gibt Menschen, die alles verloren haben, eine Chance auf einen Neuanfang ohne Drogen. Es ist in der Region die einzige Hoffnung gegen die Ausbreitung von Crack und Gewalt.

Seit Juni 2007 hilft das Projekt jährlich über hundert Menschen, die in den Drogen ihre Familie, ihren Lebensunterhalt und ihre Identität verloren haben. Es arbeitet nach dem Programm der Anonymen Narkotiker, das wegen der hohen Erfolgsquote weltweit anerkannt ist. Die Drogenkranken bergen im Zentrum ihre Handlungskompetenz und Selbstbewusstsein und starten nach dem Entzug mit neuer Hoffnung und Kraft in das Leben. 

Nach nur drei Jahren hat das Casa Dia in der Region eine Erfolgsstory geschrieben. Für die gute Arbeit wurde es von allen Seiten gelobt. Junge Leute, die in die Drogenkriminalität abrutschten, entdeckten hier den Wunsch, ihre Fehltritte wieder gut zu machen. Väter begonnen nach dem Entzug wieder für ihre Familien zu sorgen. 

Dann erlitt das Anti-Drogen-Projekt einen Rückschlag: Der Mietvertrag für das Zentrum wurde nicht verlängert. Mit der Unterstützung von Spendern in Brasilien und Deutschland und den bloßen Händen der Menschen im Rehabilitationsprojekt bauten sie ein neues Haus. Es wirkt ein wenig gedrungen und improvisiert, aber trotzdem bringt es Jahr für Jahr viele Menschen hervor, die seit langem erstmals wieder Glück und Hoffnung in sich spüren.

Das Casa Dia betreut zwischen 30 bis 35 Menschen pro Monat. Im Jahr sind es über 100, die hier eine Chance auf einen Neuanfang ohne Drogen erhalten. Sie bleiben mindesens drei Monate im Casa Dia, wo sie zweimal pro Tag an den Sitzungen der Anonymen Narkotiker teilnehmen. Sie kümmern sich selbst um den Garten, die Tiere, die Verpflegung, die Sauberkeit und die Arbeiten am Haus. In der Werkstatt können sie Holzarbeiten erlernen und recyceln alte Plastikflaschen, aus denen sie Besen zum Verkauf herstellen. Eine Psychologin arbeitet mit den Patienten ehrenamtlich ihre Vergangenheit auf. Sie werden außerdem ärztlich versorgt und können an Aktivitäten wie Meditation oder Capoeira teilnehmen. 

Das Projekt finanziert sich von Spenden aus Brasilien und Deutschland. Da es noch nicht über ausreichend Spenden verfügt, steckt Projektgründer Flávio viel eigene Mittel in das Projekt. Flávio hat den Drogen-Albtraum selbst hinter sich gelassen. Er ist inzwischen über 60 Jahre alt, ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt von den Einkünften einer kleinen Touristenpension. Das Casa Dia leitet er ehrenamtlich. 

Hintergrund: Seit einigen Jahren ist die Drogenkriminalität in der brasilianischen Kleinstadt Arraial d’Ajuda schlagartig gestiegen. Bei meinem Aufenthalt von Juni bis August 2009 starben fünf Menschen im Drogenkrieg, darunter der 17-jährige Diego. Grund für die steigende Kriminalität ist die Ausbreitung von Crack. Das Abfallprodukt von Kokain macht sehr schnell abhängig. Insbesondere junge Menschen sind betroffen.

Weitere Informationen: www.susiladharma.de/brasilien

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