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Beendet Spenden für die Deutsche Kinderherzstiftung - Ultralauf Swiss Alpine K78

Ein Projekt von Deutsche Herzstiftung e.V. Kinderherzstiftung
in Davos, Schweiz

Mission accomplished

D. Kaltwasser
D. Kaltwasser schrieb am 30.07.2015

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Liebe Spender, ich habe mein persönliches Ziel erreicht und bin nach 12h23min wieder heil in Davos angekommen. Es war ein langer und sehr emotionaler Tag! Bis das Erlebte im Kopf "wirklich" ankommt wird es noch ein paar Tage dauern!

Im Stadion von Davos lief um kurz vor sieben Uhr "Conquest of Paradise", der Hubschrauber kreiste über dem Stadion und schickte ca. 1000 Läufer auf die lange Reise.......Gänsehautfeeling! Von ganz hinten lief ich langsam an, die Beine waren frisch und ich war glücklicherweise direkt "im Rennen". Der Kopf war da!!

Die Angst vom Vortag wie weggeblasen...endlich ist die Anspannung der Tage davor weg!

Die ersten Kilometer raus aus Davos, einfach genießen. Die Menschenmassen in Davos an der Strecke und die Bauern auf Ihren Höfen haben viel Lärm mit Kuhglocken gemacht. Eine Wahnsinnsstimmung beim 30 jährigen Jubiläum des Swiss Alpines.

Bis km 30 konnte ich es auf Grund vieler Bergabpassagen richtig rollen lassen und war bei knapp 3,5 Stunden an der ersten Zeitmatte. Alles im Plan!

Auf einmal war die Marathondistanz überschritten.....verrückt dachte ich und musste lachen. Jetzt geht der Ultra langsam los. Bei km 50 ging es hoch. Davos liegt auf 1550m und jetzt ging es richtig steil hoch. Die Keschhütte musste auf 2700m Höhe bezwungen werden. Das Gehen wurde zur Qual. Und die Höhe bereitete mir extreme Schwierigkeiten. Durch den Schwindel musste ich noch konzentrierter jeden Schritt planen und die Hände schwollen immer mehr an. Umdrehen? Nein weiterlaufen.......der Weg ist das Ziel!

Man verliert völlig das Zeitgefühl in dieser Höhe oder ging es nur mir so? Wann habe ich zuletzt getrunken und gegessen.....ich wusste es nicht mehr. Immer weiter......fokussiert.

Die Keschhütte auf 2700m ein Panorama......das muss man erlebt oder besser erlaufen haben!

Oben gab es Verpflegung etwas Abwechslung zu meinen Gels und Erdnuss-Salz-Riegeln.

Immer wieder der Griff in den Rucksack zu den Salztabletten im Aufstieg war es unheimlich heiss und man verliert viel Salz.

Danach ging es etwas gemäßigter weiter. Bis es nochmal rauf auf den Scalettapass ging. Oben empfängt einen der Rennarzt gibt einem die Hand und schaut jedem Athleten in die Augen. Wer den "Test" nicht besteht wird aus dem Rennen genommen......ich sah wohl noch fit genug aus, oder lag es an der Sonnenbrille? *g*

Auf dem Scalettapass habe ich zum einzigen Mal an diesem Tag gesessen. In Ruhe mein Risotto gegessen und es ging hinab. Nebel und Kälte empfingen die Läufer beim Abstieg.

Geröllpisten und Schneefelder säumten den Weg. Volle Konzentration.....aber ich konnte wieder rennen und ein paar Plätze gut machen. Die Kälte war unangenehm.

Insgesamt läuft man 21km im hochalpinen Gelände.

Ich war froh als ich wieder unterhalb 2500m war.

Bei km 65 gab ein Streckenposten durch, dass wir für die nächsten 4km 45min Zeit haben bevor wir aus dem Rennen genommen werden. Mit der Angst im Nacken konnte ich mit 11,5-12km/h richtig Tempo machen. Keine Ahnung woher ich die Kraft hatte.

Ich wusste ja nicht, ob es nochmal bergauf geht und wer will schon am Ende rausgenommen werden? Die 10 Läufer die ich überholt habe, haben mich nach der Zeitmatte wieder überholt......Körner verschossen. Aber weiter im Rennen!!!

Auf den letzten 15km kam Starkregen auf und ich war völlig durchnässt! Die Regenjacke hätte nix gebracht und lag im Rucksack. Egal ich habe mir eingebildet die kalte Cola würde von innen wärmen und schon ging es besser. Durch ein Wäldchen und man hörte den Stadionsprecher .........endlich wieder Asphalt unter den Trailschuhen.....und mit Vollgas ins Stadion und ins Ziel!!! Der Stadionsprecher ruft meinen Namen und ich bin im Ziel.

7 Monate Training haben sich ausgezahlt!!! Der Mensch kann viel mehr leisten, als er glaubt zu leisten. Die Grenze ist nur in Deinem Kopf.

Ein tolles Gefühl es geschafft zu haben und nun zum Kreis der Ultraläufer zu gehören, eine kleine Läuferschar von ca. 26.000 Menschen in Deutschland.

Gleichzeitig denke ich an die Spender, die ich nicht enttäuscht habe und Ansporn waren durchzuhalten!

Das Spendenergebnis ist grandios!! Vielen Dank an alle!!

Daniel Kaltwasser-Kaiser

Zieleinlauf
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