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Paartherapie für Opfer von Genitalverstümmelung

Sulaymaniyah, Irak

Paartherapie für Opfer von Genitalverstümmelung

Sulaymaniyah, Irak

Wadis Kampagne gegen FGM in Irakisch-Kurdistan gilt als eine der erfolgreichsten weltweit. In nur 15 Jahren ist es gelungen, die Praxis zu ächten. Nun heißt die nächste Herausforderung: Den Opfern helfen und über partnerschaftliche Sexualität reden.

Wadi von Wadi e.V. | 
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Über das Projekt

Immer noch werden weltweit Millionen Mädchen jährlich einer brutalen Genitalverstümmelung unterzogen. Doch inzwischen gibt es große Erfolge bei der Bekämpfung dieser Praxis: In Irakisch-Kurdistan hat Wadi e.V. in nur 15 Jahren mit einer breiten Aufklärungskampagne ein Umdenken bei den Menschen erreicht. Heute lehnen mehr als 70 Prozent der Bevölkerung die Praxis ab – vormals haben sie 60-80 Prozent befürwortet. Weibliche Genitalverstümmelung hat keine Zukunft mehr im Nordirak.
 
Im Februar richtete Wadi deshalb eine Feier in der Hauptstadt der Region Garmian aus – denn in dieser Region kommt weibliche Genitalverstümmelung heute überhaupt nicht mehr vor. Noch vor 15 Jahren wurden dort über 80 Prozent der Mädchen beschnitten. 
 
Nun wollen wir mit einem Pilotprojekt die nächste Herausforderung angehen. Das Projekt „Living with FGM“ nimmt die Opfer der Praxis in den Blick und will zu einer partnerschaftlichen, erfüllten Sexualität in der kurdischen Gesellschaft beitragen. 
 
Viele Frauen, die als Kinder der Genitalverstümmelung unterzogen wurden, leiden unter Schmerzen und Inkontinenz. Das beeinträchtigt auch ihre Partnerschaft, denn sie scheuen den Sex mit ihrem Mann. Das führt zu Frustration auf beiden Seiten. Im schlimmsten Fall kommt es zu häuslicher Gewalt, oder der Mann nimmt sich eine zweite Ehefrau. Diese Situation behindert den Weg zu einem gleichberechtigten und partnerschaftlichen Umgang in der Familie, den sich in Irakisch-Kurdistan auch viele Männer wünschen. 
 
Darum bietet Wadi nun psychologische Unterstützung für Paare an. Auch Opfer von weiblicher Genitalverstümmelung können ein erfülltes Sexualleben haben. Doch dafür muss man über Sexualität reden – in Kurdistan keine Selbstverständlichkeit. 
 
Das Therapie-Angebot soll wie auch Wadis sonstige Angebote mobil sein: Sozialarbeiterinnen werden in die Dörfer und entlegenen Städte fahren. Doch zunächst brauchen sie eine fundierte Ausbildung. Dazu werden sie in vier mal zwei Wochen von kurdischen Psychologen geschult, die speziell zum Umgang mit weiblicher Genitalverstümmelung forschen und in ihrer Praxis arbeiten. 
 
Mit diesem neuen Instrument hilft WADI nicht nur den betroffenen Paaren, sondern eröffnet auch eine gesellschaftliche Debatte über partnerschaftliche Sexualität. 

Mehr zur Kampagne auf: wadi-online.de/stop-fgm

Zuletzt aktualisiert am 27. Juli 2020