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Wie Zahn-Mund-Hygiene mit Mangelernährung und der Hungerkrankheit Noma zusammenhängen!

JJ. Santarelli
JJ. Santarelli schrieb am 21.12.2020

Weltweit leiden 155 Millionen Kinder an Verkümmerung, einer Form von  Mangelernährung mit Anomalien der kognitiven und körperlichen Entwicklung. Jährlich sterben etwa 3,1 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag daran. Zudem sterben rund 140.000 Kinder weltweit pro Jahr an der kaum beachteten Hungerkrankheit Noma. Sowohl diese Erkrankung als auch die Mangelernährung hängen direkt mit der Zahn-Mund-Hygiene zusammen.

Mangelnde sanitäre und hygienische Bedingungen schwächen das Immunsystem – vor allem von Kindern. 












Nicht selten verursachen die schlechten hygienischen Zustände eine chronische Darminfektion, die als eine der Hauptursachen für Unterernährung anerkannt ist. Um diesen Zusammenhang genauer zu zeigen, riefen drei Pasteur-Institute (Paris, Madagaskar, Bangui) das Projekt Afribiota ins Leben. Erstaunliche Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Mikrobiota unterernährter Kinder durch die Anwesenheit großer Mengen an Bakterien gekennzeichnet sind, die normalerweise in Mund und Nase vorhanden sind. Dies ist ein Nachweis für die massive Migration von Bakterien aus dem Mund- und Rachenraum in den Darm von unterernährten Kindern. 
Ebenfalls bedingt durch Mangelernährung und mangelnde Hygiene zerfrisst Noma, als Hungerkrankheit bekannt, das ganze Gesicht unterernährter Kinder und führt ohne umgehende Behandlung innerhalb von sieben bis zehn Tagen zu einem entsetzlichen Tod. Fast alle unsere Noma Kinder haben von Mangelernährung auch gelitten!









Der Verein Gegen Noma-Parmed setzt seit zehn Jahren auf Präventionsprogramme mit einem pluri-faktoriellen Ansatz, indem nicht nur die Ernährung und Noma, sondern Zahn-Mund-Hygiene, allgemeine Hygiene, Impfungen oder das Stillen abgedeckt werden. Diese Programme in der Sahel-Region von Burkina Faso wurden mit einem afrikanischen Partnerverein sowie der Gesundheitsregierung
entwickelt und mit Förderungen vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung umgesetzt. Mehr als 3.000 Personen im medizinischen Bereich, also Ärzte, traditionelle Heiler, oder Gesundheitsagenten wurden inzwischen ausgebildet; mehrere hunderttausend Einwohner dank breiter Radiokampagnen sowie Theateraufführungen aufgeklärt.


Seit Mitte 2019 läuft eine umfangreiche Aufklärungskampagne: 27.302 schwangere Frauen und Mütter nehmen an zwölf Sitzungen teil. Hier ist es möglich, zwölf Themen in Verbindung mit Noma und seinen Ursachen wie Mangelernährung, Hygiene, Zahn-Mund-Hygiene ausführlich zu erklären. Dabei finden Vorführungen über die Zubereitung eines ausgewogenen und vitaminreichen Breis, sowie über richtiges Zähneputzen und Händewaschen statt.










Parallel zu all diesen Aktivitäten, die zu einer nachhaltigen Verhaltensänderung bei den Einwohnern beitragen, bleibt die Hungerkrankheit Noma die schlimmste Folge von Mangelernährung und schlechter Zahn-Mund-Hygiene. Deshalb setzt sich Gegen Noma-Parmed e. V. auch für die aktive Suche nach Noma-Fällen und für deren sofortige medizinische Versorgung ein.

Ich wollte noch diese aktuellen und interessanten Informationen vor Weihnachten mit Ihnen teilen.

Ihr Vorstandvorsitzender von Gegen Noma-Parmed
Jean-Jacques Santarelli




Wir können zusammen was Großes bewirken