Wie die Meeresschildkröte Tobi zu ihrem Namen kam
Liebe Schildkrötenfreunde,
die junge Grüne Meeresschildkröte ahnt bis heute nicht, dass ihr der schöne Name Tobi gegeben wurde.
Ein Taucher war an ihr im Watamu-Malindi Meeresnationalpark an der kenianischen Küste vorbeigeschwommen – mit ausreichend Abstand, sie hat ihn nicht weiter beachtet. Er hat ein Foto von ihr gemacht. So unspektakulär das Ereignis für die Meeresschildkröte war, so spektakulär war das Fotoshooting für den Artenschützer Samuel Kazungu. Er hat mit Unterstützung der AGA extra ein Tauchtraining absolviert, um eine große Wissenslücke beim Schutz der Meeresschildkröten zu füllen. 
Bisher beschränken sich die Informationen beim Schutz der bedrohten Meeresreptilien hauptsächlich auf die weiblichen Meeresschildkröten, die bei der Eiablage an Land registriert wurden und dabei eine Markierung - ein sogenanntes Tag - erhalten haben, oder die Meeresschildkröten, die als Beifang in einem Fischernetz landeten und gerettet werden konnten. Dagegen weiß man zu jungen und insbesondere männlichen Tieren sowie Vertretern der Arten, die nicht in der Region nisten, noch kaum etwas. Denn diese kommen nicht an Land und werden im Rahmen des regulären Strand- und Nistmonitorings nicht erfasst. 
Um diese Wissenslücke zu füllen, hat die AGA mit ihrer lokalen Partnerorganisation Bahari Hai, ein neues Projekt gestartet zum Monitoring im Wasser mittels Photo-Identifikation (PhotoID) einzelner Tiere. PhotoID ist eine Methode, mit der anhand einzigartiger Merkmale individuelle Tiere identifiziert werden können – wie mit einem Fingerabdruck. Bei Meeresschildkröten ist dies eine einzigartige Kombination aus Größe, Form und Anordnung der seitlichen Muster im Gesicht. Erforderlich sind lediglich seitliche Fotoaufnahmen der Meeresschildkröten. 

Die Fotos werden in eine Datenbank hochgeladen und ausgewertet. Je mehr Fotos zusammengetragen werden, desto aussagekräftiger sind die Daten. Diese Daten helfen, ein besseres Verständnis der Meeresschildkröten in Watamu und entlang der kenianischen Küste zu schaffen, Populationsgrößen und -strukturen abzuschätzen, Aufenthaltsorte und Wanderungsbewegungen der Tiere nachzuvollziehen sowie Aussagen zu Nistaktivitäten zu machen. Die gewonnenen Erkenntnisse sind essenziell, um effektive Schutzmaßnahmen der Tiere und ihrer Lebensräume zu entwickeln und umzusetzen. 
Und wie kam die Grüne Meeresschildkröte Tobi nun zu ihrem Namen? Eine Tierfreundin hat den Namen ausgewählt – als Spendengeschenk für ihren Sohn. Der freut sich sehr, dass nun eine Meeresschildkröte, die den gleichen Namen hat wie er, durch die Ozeane schwimmt, denn er liebt Schildkröten. 
Unterstütze auch du das PhotoID-Programm und mache den Schutz der bedrohten Meeresschildkröten zu einer einzigartigen, persönlichen Sache. Mit einer Spende in Höhe von 50 Euro kannst du einer im Programm registrierten Meeresschildkröte einen Namen geben.
Möchtest du dieses wichtige Projekt unterstützen? Dann gibt es bald eine besondere Möglichkeit:
Lass deine Spende verdoppeln und hilf uns dabei, bedrohte Tiere wirkungsvoll zu schützen.
Wie das geht?
Du machst einfach mit, bei der Spendenverdopplungsaktion der Kreissparkasse Ludwigsburg und spendest hierzu einfach am
6. Dezember 2023 ab 9 Uhr.
Genaue Infos dazu bekommst du nächste Woche noch einmal in einem eigenen Extra-Newsletter zur Spendenverdopplungsaktion.

(Alle Fotos © Bahari Hai)
