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Ausstieg aus Gewalt und Hass

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Straftaten aufarbeiten und Vorurteile abbauen - darum geht es in den Trainingskursen für rechtsextrem orientierte, gewaltbereite und oft bildungsbenachteiligte Jugendliche im Thüringer Jugendarrest.

D. Speer von Drudel 11 e.V.Nachricht schreiben

Straftaten aufarbeiten. Einstellungen hinterfragen. Standpunkte diskutieren. Persönlichkeit stärken. Vorurteile abbauen. Wissen vermitteln. Wertschätzung zeigen. Mitfühlen lernen. Gefahren analysieren. Selbstwirksamkeit erfahren. Zukunftspläne entwickeln. Verantwortung übernehmen. Verschiedenheit aushalten. Respekt üben. Rückfälle vermeiden. Ausstiegsorientierung fördern.

Diese Aspekte prägen die pädagogische Arbeit des Jenaer Vereins Drudel 11 e.V. im Thüringer Jugendarrest. Bereits seit dem Jahr 2004 führt Drudel 11 im Rahmen des Thüringer Trainings- und Bildungsprogramms (TTB) Aggressionsschwellentrainings mit rechtsextrem orientierten, gewaltbereiten und oft bildungsbenachteiligten Jugendlichen durch. Mit der Inbetriebnahme der Jugendarrestanstalt Arnstadt im Sommer 2014 sollen die Trainingskurse auch am neuen Standort angeboten werden. 

In den vergangenen zehn Jahren, in denen das Thüringer Trainings- und Bildungsprogramm in der vor kurzem geschlossenen Jugendarrestanstalt Weimar durchgeführt wurde, haben in 87 Kursen insgesamt 523 Jugendliche das Training absolviert. Für das laufende Jahr 2014 sind noch vier Trainingskurse geplant. Dazu kommt die Weiterbetreuung nach der Entlassung aus dem Jugendarrest, die Jugendlichen im Bedarfsfall angeboten werden soll. 

In den zweiwöchigen Intensivtrainings müssen sich die Jugendlichen mit den von ihnen begangenen Straftaten auseinandersetzen. Ausreden und Rechtfertigungen werden nicht akzeptiert. Besondere Aufmerksamkeit widmen die TTB-Trainer den ideologischen Rechtfertigungen der Gewalt durch rechtsextreme Täter. Irritationen im bisherigen Weltbild sind der Ausgangspunkt, um Hass abzubauen und nach Wegen raus aus der rechtsextremen Szene zu suchen. Diesen Prozess fördern und begleiten die Pädagogen von Drudel 11. 

Einbezogen ins Trainingsprogramm sind auch ein Experte zur Vermittlung möglicher Verletzungsfolgen für die Opfer, die Gedenkstätte Buchenwald als besonderer Lernort sowie die Jüdische Landesgemeinde Thüringen, deren Vorsitzender Reinhard Schramm den Jugendlichen das Schicksal seiner eigenen jüdischen Familie im NS-Terrorstaat nahebringt. 

Eine wissenschaftliche Evaluation der Friedrich-Schiller-Universität Jena belegt, dass Vorurteile und Gewalt befürwortende Einstellungen durch das Training messbar reduziert werden. Bei Thüringer Richterinnen und Richter steht das Trainingsprogramm hoch im Kurs. Immer wieder sprechen sie den Jugendlichen die Weisung aus, während der Arrestzeit das Training zu absolvieren. 

Das Thüringer Trainings- und Bildungsprogramm wird vom Thüringer Justizministerium bezuschusst. Die bereitgestellten Mittel reichen bis zum 30. November 2014. Für die Finanzierung des Projekts in diesem Jahr fehlen noch 3.650 Euro. Zur Fortsetzung der Arbeit bitten wir deshalb um Ihre Unterstützung!

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