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Wieder zurück! Ein Reisebericht.

M. Mueller
M. Mueller schrieb am 20.08.2014

Für unser 19-köpfiges Team war das School Project Goma eine ganz besondere Zeit: Wir haben diese Stadt als Beschenkte verlassen – wo wir doch anfangs dachten, dass wir diejenigen seien, die „Geschenke“ mitbringen würden. Wie kann das sein?

Schon in Kigali wurden wir aufs herzlichste von Balibanga, dem Superintendent des Bezirks Nord-Kivu empfangen. Nach dem ersten vollzähligen Teammeeting starteten wir dann durch: Mit den Worten von Cris Zimmermann in den Ohren: „Geht mit einem Mission Framework nach Goma – lasst Euch ein auf die Menschen dort. Lebt mit ihnen. Hört ihre Geschichten!“

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In Goma wohnten wir 10 Tage in Balibangas Haus. Er hat sogar noch ein zweites Haus gebaut, das an dem Tag unserer Ankunft fertig gestrichen wurde. Wir hatten fließend Wasser und Strom – ein Luxus, den sie uns als Gäste extra angeboten haben. Durch die Nähe zur Familie erfuhren wir eine unglaubliche Gastfreundschaft: jeden Abend wurde uns ein leckeres Essen aufgetischt, mit dem besten Fisch aus dem nahegelegenen Kivu-See. Es fehlte uns an nichts! (Außer an einer Kaffeemaschine, aber hier haben wir uns einfach mit einem Socken als Kaffeefilter beholfen… Not macht erfinderisch!)

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Wir starteten in der Schule mit dem Kids-Camp: Sangen Lieder auf Suaheli, die Jean uns beigebracht hat. Machten Spiele mit den Kindern (Reise nach Jerusalem kam super an!), teilten leckeres Mittagessen und Limonade für die Kids aus, und erzählten Geschichten aus der Bibel rund um das Thema „Helden“. Die Jugendlichen Helfer aus der Nazarener-Kirche haben uns fleißig dabei unterstützt, die rund 150 Kinder zu koordinieren und uns mit ihnen zu verständigen (was nicht immer ganz leicht war, da die ganz Kleinen nur Suaheli verstanden). In den Workshops haben die Kids ganz toll mitgemacht und Bilder aus Sand mit Hanna gemacht, Sandbälle mit Chrissy oder Torwandschießen mit Michael und Nikita. Durch den Kontakt zu den Kindern fiel uns auf, dass der Umgangston mit den Kids zum Teil recht rau ist. Das nahmen wir zum Anlass, sie ganz besonders viel in den Arm zu nehmen und zu herzen :-)

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Unter den Kids waren natürlich einige Fußballfans! Michael und Nikita haben am zweiten Tag des Kids-Camps neue Tore aus den herumliegenden Holzpfahlen gebaut und den Hof weitestgehend von den harten Lavasteinen befreit. Somit konnte das Match Deutschland-Afrika beginnen!

Wir nutzen die Zeit in der Schule außerdem, um die Bauprojekte (Wände streichen, Bänke bauen, Wassertank aufstellen) anzustoßen. Wir lernten schnell, dass solche Vorhaben in Afrika immer etwas Zeit brauchen: Während am ersten Tag zunächst die Planung auf den nächsten Tag verschoben wurde („We will do this tomorrow“ – eine typische Aussage), konnten wir schließlich alle Materialien bei Baliganga bestellen.

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Parallel zum Kids-Camp fand ein mehrtägiges Pastorentraining statt: Cris, Rouven, Anemone und Daniel arbeiteten sich schnell in das Material ein, hielten ganztägig Vorträge über biblische Themen – und stießen dabei auf ganz ungewöhnliche Fragen - dazu befragt Ihr sie am besten selbst! Der abgeschlossene Kurs wurde dann mit einer edlen Krawatte und einem Zertifikat belohnt.

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In der zweiten Wochen hielten Daniel, Maren, Nikita und Michael den geplanten Computerkurs. Es kamen 25 Teilnehmer – darunter Schülerinnen und Schüler, Studenten und Lehrer, mit ganz unterschiedlichen Kenntnissen. Da fast alle Excel und Powerpoint lernen wollten, starteten wir am ersten Tag mit einem Grundkurs in Kostenrechnung mit Excel. Und das auf Französisch! Das Feedback der Teilnehmer ließ aber vermuten, dass sie alles verstanden haben und viel Neues mitnehmen konnten. Mit einer kleinen Gruppe Fortgeschrittener haben wir anschließend ein Netzwerk im Computerraum eingerichtet. Der Wissensdurst der Kursbesucher war einfach nur beeindruckend!

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Unsere Bauarbeiten haben wir mit den eingetroffenen Materialen erfolgreich begonnen: Während unseres Aufenthaltes bauten wir rund 20 neue Schulbänke. Außerdem befreiten wir die Schulmauer von Staub und Steinen, sodass sie verputzt und gestrichen werden konnte. Sie erhielt einen neuen Anstrich und erstrahlt nun im gleichen Grün wie das Schulgebäude. Diese Woche schickte uns Balibanga ein Update: Mittlerweile ist der Wassertank für die Schule installiert und es stehen bereits 50 der 150 Schulbänke bereit. Bis zum neuen Schuljahr ab September schaffen sie vielleicht die 150 noch!
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Besonders berührt haben uns die Besuche von naheliegenden Projekten, die teilweise aus der Kirche heraus entstanden sind. Wir besuchten eine Schule in den Bergen am Rande von Goma, deren Zustand weit schlechter ist als im „Zanner Institut“, wo wir uns die meiste Zeit aufhielten. In der Berg-Schule gab es zum Teil keine Schulbänke mehr, weil die Rebellen sie im letzten Jahr mitgenommen und als Feuerholz verwendet haben. Der Anblick der tristen Klassenräume hat uns traurig gemacht. Auch das vor vier Monaten gegründete Krankenhaus war eine besondere Erfahrung: Hätte man uns nicht gesagt, dass es ein Krankenhaus ist, hätten wir es wohl nicht geglaubt. Dort gab es noch nicht mal einen Fußboden – und in Deutschland regt man sich über den hässlichen Linoleum-Boden auf! Der Kontrast hätte größer nicht sein können.

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Am letzten Tag konnten wir unser Glück kaum glauben: wenige Stunden vor unserer Abreise kam der Transporter mit den Sachspenden im "Zanner Institut" an. Hanna und Hanna waren überglücklich, die vielen Taschen, die sie vor der Reise in Deutschland mühsam gepackt haben, in Empfang zu nehmen und Balibanga zum Verteilen anzuvertrauen. Mit ihm haben wir am letzten Tag auch die restlichen Spendengelder, die bis dahin noch nicht eingesetzt werden konnten, bei der Bank eingezahlt. Er hat diese Schule schon so weit aufgebaut und wir konnten uns alle davon überzeugen, dass er ein wirklich guter Leiter ist – der mit unseren Spenden gut umzugehen weiß.

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All diese und viele weitere Eindrücke, Geschichten und Begegnungen sind es, die wir mit nach Deutschland nehmen. Sie machen uns nachdenklich – über den Luxus, den wir hier genießen und so oft gar nicht wahrnehmen. Über das Privileg, eine Ausbildung und Arbeitsstelle zu haben. Es motiviert uns, dass unser Projekt kein Tropfen auf dem heißen Stein war.

Diese Geschichte wird weiter geschrieben!
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