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Wie erleben Betroffene Psychopharmaka?

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Beforschung subjektives Erleben von Psychopharmaka

S. von Peter von Psychiatrische Klinik Charite/ BerlinNachricht schreiben

Die Häufigkeit der Verschreibungen von Psychopharmaka ist in den letzten Jahrzehnten in Deutschland stark angestiegen. Sie lag 2011 mit 48 Millionen Verordnungen und einem Umsatzanteil von knapp 9 % auf Rang 2 der verordnungsstärksten Arzneimittelgruppen. Die Wirkung von Psychopharmaka ist dabei in vielen Studien belegt und beschrieben worden. Dabei ist die Erlebnisweise von Betroffenen jedoch bisher zu kurz gekommen.

In einigen, vor allem angloamerikanischen, Studien wurde gezeigt, dass das Wohlbefinden, die Lebensqualität und die Kooperation von Betroffenen in der Behandlungssituation stark von den subjektiv erlebten Effekten der pharmakologischen Therapie abhängen. Die subjektive Sicht der Betroffenen auf die medikamentöse Behandlung scheint also entscheidend und sollte demzufolge sowohl im klinischen Alltag als auch in der Forschung mehr Berücksichtigung finden.

Ausgehend von dem Forschungsbereich „Sozialpsychiatrie und Versorgung“ an der Charite in Berlin wollen wir eine Studie vorbereiten, die sich dem subjektiven Erleben von Psychopharmaka zuwendet. Welche Bilder und Metaphern nutzen Betroffene, um die Wirkungsweise und Nebenwirkungen von Psychopharmaka zu artikulieren? Wofür setzen sie diese Medikamente ein und mit welchen Auswirkungen? Solche Fragen könnten dazu verhelfen, das subjektive Erleben pharmakologischer Therapieansätze umfassender verstehen, und dadurch langfristig auch die psychiatrische Versorgung verbessern zu können.

Um dieses Ziel zu erreichen, wollen wir bei der Planung und Durchführung des Projektes psychisch Betroffene von Anfang an in unser Forschungsteam einbeziehen. Nur so kann es gelingen, dass deren Erfahrungen in dem geplanten Forschungsvorhaben angemessen berücksichtigt werden. Betroffene sollen systematisch in der Entwicklung des Forschungsdesigns, in der Umsetzung des Forschungsprojektes und in der Interpretation und Auswertung der Ergebnisse einbezogen werden. Ein solches methodische Vorgehen ist in der deutschsprachigen, psychiatrischen Forschungslandschaft noch immer eine Seltenheit.

Unser Vorhaben hat demnach auch zum Ziel, methodische Expertise in diesem Feld anzusammeln, also zu untersuchen, wie es gelingen kann, Forschung nicht nur über, sondern mit Betroffenen durchzuführen. In einem Vortreffen mit Betroffenen wurde das hier skizzierte Projekt beginnend entworfen. Das Ziel unserer Anstrengungen ist die Erstellung eines Antrags, der den Interessen und Richtlinien von Förderinstitutionen entspricht und finanziell eine langfristige Sicherung der Kooperation mit den Betroffenen sichern würde.

Wir haben schon mit einigen Forschungsförderern Kontakt aufgenommen, die prinzipiell Interesse zeigten, uns, nach Antragstellung, zu unterstützen. Eine Anschubfinanzierung, um den Antrag zu formulieren, ist leider nicht möglich. Um die in das Vorhaben involvierten Betroffenen für ihre Vorarbeit bis zur Antragstellung angemessen entlohnen zu können suchen wir deshalb nach 6000 Euro.

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