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Ideenwerkstatt Bildungsagenten

Bildungsagenten in Bad Friedrichshall: Schüler*innen gestalten eigenen Zukunftsstaat

Helmut W.
Helmut W. schrieb am 29.07.2015


In Bad Friedrichshall simulieren Schülerinnen und Schüler ihren
eigenen Zukunftsstaat. Dabei unterstützt sie eine Gruppe junger
Aktivist*innen, die mit ungewöhnlichen Methoden das Bildungssystem auf
den Kopf stellen.


Eine Schülerin versucht Gleichgewicht in einen „Turm“ aus
Umweltbelastungen zu bringen (Foto: Niklas Rudolph)


„Hitzefrei und morgens später raus würden schon reichen, um
Schüler*innen glücklicher zu machen“, sagt Sonja Lindenkreuz. Sie hält
ein großes Stück Papier in der Hand, auf dem mehrere Glücks-Thesen
stehen. In einem Workshop mit ihr haben Schülerinnen und Schüler des
Alberti-Gymnasiums in Bad Friedrichshall gesammelt, was sie für eine
glücklichere Schule brauchen würden.


“Was ist Glück?” heißt Sonjas Workshop. Sie will mit den Kindern
erarbeiten, dass niemand Glück kaufen kann und dass es viele
verschiedene Pfade dahin gibt. Sie lässt die Schüler*innen also Rezepte
für ihre ganz eigenen Vorstellungen von Glück schreiben. Und stellt sie
dann so zusammen, dass an der Wand “Glückskarten” entstehen.


Die Liste für eine glücklichere Schule sieht zum Beispiel so aus:




Sonja ist eine von zwölf Bildungsagent*innen, die an diesem Tag nach
Bad Friedrichshall gekommen sind. Jede*r von ihnen hat einen eigenen,
neunzigminütigen Workshop vorbereitet, der die Kinder zu einer
ökologisch und sozial nachhaltigeren Zukunft inspirieren soll. „Schule
als Zukunftsstaat“ heißt das Projekt, in dem die Workshops stattfinden.


Jennifer Gossen (r.) und ihre Mitschüler*innen
organisieren das Projekt selbst


Schüler*innen organisieren alles selbst


„Die Idee kam von der Schülerschaft“, sagt die Kommunikationschefin
des Projekts, Jennifer Gossen. Sie ist selbst noch Schülerin des
Gymnasiums und erklärt, dass die Workshops den Schülern Mut zum
Andersdenken machen sollen: „Wir möchte Tendenzen, die noch nicht
Mainstream sind, einbinden und Talentismus, Nachhaltigkeit und
Bürgerbeteiligung stärken.“ Sie koordiniert die 15 Workshops, mit denen
sie ihre Mitschüler*innen konfrontiert. „Wir bereiten uns seit neun
Monaten vor.“ Die Workshops der Bildungsagent*innen gehören zu einer
Sensibilisierungsphase. Im Juli 2016 findet dann ein großes Planspiel
statt. Die Schüler*innen werden darin einen eigenen Staat simulieren:
mit eigenem Wirtschaftssystem und eigener Verfassung.


Die Workshops der Bildungsagenten sollen die Schülerinnen und Schüler
für die Chancen sensibilisieren, die ihnen das große Planspiel bietet.
Sie sollen lernen, die ungerechten Verhältnisse und umweltschädlichen
Produktionswege, wie etwa bei der Produktion von Smartphones, in Frage
zu stellen und sich Alternativen auszudenken.


Helmut Wolman hat die Bildungsagenten mit gegründet. Hier
muss er einen Workshop zu „grüner IT“ improvisieren,
da eine Kollegin abgesprungen ist.


Bildungsagenten bieten Methoden, Trainings und Aktionen


„Man kann schon sagen, dass diese Aktion repräsentativ für die
Bildungsagenten ist“, sagt Helmut Wolman. Vor knapp vier Jahre begann er
mit weiteren Mitstreiter*innen eine Plattform, die neue, innovative
Methoden und Aktionen sammelt, um Bildung nachhaltiger – das heißt:
spannender, erfahrbarer – zu machen. Bei dem Workshop in Bad
Friedrichshall war es die Schule, die die Agenten angefragt hat, aber
Helmut und seine Kolleg*innen organisieren auch selbst Aktionen und
Workshops. Die Konzepte dafür kann jede*r auf ihrer Website lesen.


Über 200 Bildungsagent*innen gibt es mittlerweile in ganz
Deutschland. “Das Konzept ist so”, sagt Helmut, “dass du nur etwas
machst, wenn du Bock darauf hast.” Niemand werde gezwungen, Aktionen
durchzuführen oder Workshops zu leiten, sondern es gehe darum, “dass Du
nur Aktionen machst, in denen Du selber Dein eigenes
Entwicklungspotenzial ausschöpfen kannst.” Da die Ehrenamtlichen kein
Geld bekommen, will Helmut ihnen die Möglichkeit geben, Dinge
auszuprobieren. “Und die müssen nicht perfekt sein”, sagt er und fügt
hinzu:


Sonja Lindenkreuz stellt den Kindern mögliche Zutaten
für ihre Glücksrezepte vor


“Wenn man Professionalität von Leuten einfordert, dann muss man sie auch so bezahlen.”


Es soll nicht nur den Schüler*innen, sondern auch den Vortragenden Spaß machen.


Bei Sonja geht der Workshop langsam zu Ende. Die Wand ist voll mit
Papier, Bildern und Formen. “Es hat alles so geklappt, wie ich es mir
vorgestellt habe”, wird sie nach dem Workshop sagen. Auch eine Lehrerin
ist begeistert: “Es war super!”, sagt sie. Und die Schüler*innen haben
nun Rezepte zu ihrem ganz eigenen Glück.


Mehr zum Thema:


Von Niklas Rudolph, Mittendrin - Freiwilligenmagazin.de http://www.freiwilligenmagazin.de/bildungsagenten-in-bad-friedrichshall-schuelerinnen-gestalten-eigenen-zukunfts-staat/

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