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Deutschlands größte Spendenplattform

Regionale Energie- und KlimaschutzAgentur e. V.

wird verwaltet von Dr. David Kahan

Über uns

Der gemeinnützige Verein „Regionale Energie- und KlimaschutzAgentur e.V.“ (kurz: reka) wurde 2014 von engagierten Bürger*innen gegründet, mit dem Ziel in der Region zwischen Harz und Heide Ressourcen zu schonen und über sinnvolle Klimaschutzmaßnahmen aufzuklären.
Die reka erstellt und fördert Projekte mit dem Fokus auf Klimaschutz, bietet Workshops für unterschiedliche Altersklassen und berät in den Bereichen Bauen, Energie, Umwelt, Mobilität, Ernährung und Konsum.

Letzte Projektneuigkeit

Rundbrief November 2022

  Dr. David Kahan  04. November 2022 um 12:43 Uhr
   Rundbrief November 2022  Nordbergs Waldaufbauprojekt steht vor der Bepflanzung

Ein Zusammenschluss von 20 Landwirten zur Forstgenossenschaft Jerstedt ermöglicht es FoF, auf ihrem Gelände (80 ha) ein Waldumwandlungsprojekt in Angriff zu nehmen. Ende November 2022 fangen wir mit der Bepflanzung von 6 ha an. Viel Arbeit liegt vor uns.  "Toll" war meine Reaktion, als ich die Liste der Bäume und Sträucher las, die der Revierförster für FoF bestellt hat. Um zu verstehen, warum ich so glücklich war, erzähle ich von einem Vortrag, den FoF-Mitglieder vor Kurzem gehört hatten.

Wälder für gestern

Der Saal war voll besetzt, die Vorfreude groß. Ein hochrangiger Förster aus einer Landesforstverwaltung war eingeladen, einen Vortrag über die Zukunft der Forstwirtschaft im Harz zu halten. Man war gespannt. "Wir wissen nicht, was wir anpflanzen sollen", sagte der Forstdirektor (Name wird zum Schutz der Schuldigen anonym gehalten). "Wir wissen nicht, wie die Zukunft aussieht." 

In einer Grafik zeigte der Förster seine Antwort auf den Klimawandel: Pflanzung von Douglasie, Roteiche, Fichte und Buche (ca. 60% seiner Baumauswahl). Null Prozent Elsbeere, null Nuss und nur 1% Sträucher. Beweis einer einfallslosen Aufforstung. 

Was das Forstamt im Oberharz beabsichtigt steht im krassen Gegensatz zur Aufforderung der NDS Landesforsten. "Geh hinaus und pflanze Hecken" ist eines der Waldgebote: "Ein optimal aufgebauter Waldrand zeichnet sich durch einen nachfolgenden Strauchgürtel aus, abwechslungsreich, stufig aufgebaut. Das steht in der "verbindliche Leitlinie" der NDS Landesforsten.

Auf dem Nordberg wird FoF Ende November ca. 20% der gesamten Fläche mit Sträuchern in wildwachsenden Hecken mit 11 verschiedenen Arten von Sträuchern und kleinen Bäumen wie Wildapfel, Wildbirne, Vogelkirsche pflanzen, zur Freude von Insekten, Vögeln und Tiere.

Die Auswahl an Bäumen? Auf dem Nordberg wird FoF im Gegensatz zu dem o.g. Förster keine Douglasie pflanzen (laut Bundesamt für Naturschutz "Der Anbau von Douglasie dient nicht den Zielen des Naturschutzes") 

Auch pflanzt FoF keine Roteiche. Die Roteiche hat eine deutlich geringere Biomasse, geringeres Wasserhaltevermögen, weniger Mineralien, weniger wertvolle Bodenpilze als bei anderen Eichen. Der Artenreichtum und die Deckung der Unterholzvegetation ist bei Roteichen negativ beeinflusst (Riepsas 2008; Stanek, 2019, 2020). Das o.g. Forstamt am Oberharz pflanzt 8 mal mehr Roteichen als von NDS Landesforsten empfohlen.

Nur wenige Buchen stehen auf FoFs Pflanzplan: Buchen haben keine sichere Zukunft (Forstpraxis, 2020). Bei Hitzestress verliert die Buche ihre Fähigkeit, Wasser zu ziehen (Asche 2019) und (Walentowski 2020). Oft ist die Rinde aufgerissen, was als Eintrittspforte für Insekten und Pilze dient.

FoF auf gutem Weg

 Im Gegensatz zu dem, was im Harz allzu oft geschieht, werden wir eine ganze Reihe von Bäumen und Sträuchern pflanzen, die man in kommerziellen Forsten nicht finden wird. Großartige Pflanzen, die darauf warten, sich dem Klimawandel zu stellen und Gottes kleinen Kreaturen ein Zuhause zu bieten.

Ein Beispiel hiervon ist die Elsbeere. Förster sollten sich eigentlich darum reißen, sie zu pflanzen. Aber Elsbeere wird jetzt als einheimischer Exot bezeichnet, weil sie so selten geworden ist. Dabei wird Elsbeere als Hoffnungsträger im Klimawandel genannt (Albrecht 2018). Hohe ökologische Bedeutung wird ihr zugewiesen sagte Albrecht; aufgrund der schnellen Verrottung des Laubs trägt die Elsbeere zur Verbesserung des Bodens bei. Als eines der härtesten europäischen Hölzer erzielt Elsbeere den zehnfachen Preis dessen von Eichenholz.

Was jedoch bedauernswert ist, die Elsbeere passt nicht in einen reinen Wirtschaftswald. Baumplantagen gehören zu den so genannten 'Hochwäldern' mit hoch wachsenden Bäumen. Unter diesen Bedingungen kann die Elsbeere nicht konkurrieren. Sie gehörte einst zu den 'Mittelwäldern,' Wäldern mit hoch- bis kleinwüchsigen Bäumen, so wie es früher in Deutschland üblich war, zwei Tausend Jahre lang.

Leider wurden vor 150 Jahren die Wälder in Hochwälder umgewandelt. "Viele Baumarten, die alte Wälder ausmachen, haben im Mittelwald gerade noch eine letzte Zufluchtsstätte gefunden" (Straußberger, 2005) 

Wir werden drei Arten von Nussbäumen pflanzen: Baumhasel, Schwarznuss und Hickory. Nichts geht über Nussbäume. Sie fühlen sich bei -38 oder +40 Grad Celsius wohl, sind trockenresistent, raschwüchsig, liefern wertvolles Möbelbau Holz und haben geringes Invasionspotenzial. Mit intensivem Wurzelsystem, Pfahlwurzeln die bis zu 4 Meter in die Tiefe gehen, bieten sie Bodenschutz und können den Harzer Böen standhalten.  Für den Gartenschläfer und andere kleine Lebewesen werden wir hunderte von Haselnusssträuchern pflanzen.

Wir können nur sagen, toll. Wir sind gesegnet, dass wir dieses Jahr so großzügige Spender haben und einen Förster wie Rainer, der bereit ist, etwas Neues auszuprobieren.

Nordberg als internationales Waldumwandlungsprojekt

Erinnert man sich an den Avengers-Film, in dem die Guten in die Mangel genommen werden und es nicht gut für sie aussieht? Plötzlich blickt ein Bösewicht auf, und bemerkt, dass andere Avengers bereit stehen, um mitzuhelfen. So war es in diesem Jahr am Nordberg.

Das CvD Gymnasium war nicht nur bereit zu helfen, sie brachten auch Verstärkung mit: 18 Schüler im Alter von 13 bis 18 Jahren aus Gymnasien in Spanien, Italien, Griechenland und Schweden. Sie hätten die ersten Blicke einiger der ausländischen Gäste sehen sollen. Wahrscheinlich aus der Stadt, wenig Kontakt zur echten Harzer Wildnis. Mit weit aufgerissenen Augen und leicht geöffnetem Mund standen sie da und schauten den Hang hinunter, und es war klar, dass sie dachten: "Ihr könnt doch nicht erwarten, dass wir da runtergehen." Aber sie taten es. Eine ausländische Lehrerin sagte zu mir, als sie hinauskletterte: "Ich liebe dich, aber du bringst mich nicht noch einmal da runter."

Dennoch legten sie die Grenzen von 44 Bauminseln an. Sie bauten Nistkästen für den Gartenschläfer. Sie halfen beim Aufbau unseres Geräteschuppens. Ein ganzer Tag voller Arbeit. Und das nur mit Keksen und heißer Schokolade als Verpflegung. 20 Liter heiße Schokolade wurden gekocht, in eine große isolierte Wanne gefüllt und von C. Catering aus Langelsheim gespendet. Von den 25 Packungen Keksen war am Ende des Tages noch eine halbe Packung übrig. Ich habe versucht, sie zu verteilen, aber ein Witzbold sagte: "Ich habe jetzt schon Diabetes" (gesprochen auf Englisch; die verwendete Sprache war Englisch).

Eine Raupe auf dem Nordberg

Die Raupe (Mulchfräse) hat mit der Arbeit begonnen. Wenn Sie schon einmal auf dem Schafskopf waren, wissen Sie, wie schlimm es am Hang sein kann. Ich war mit dem Förster unterwegs, um mit einer gelben Glasfaserstange die Mitte jeder Bauminsel abzustecken.  Es war schwierig, aber ich kam vorwärts. Dann stand ich auf. Ich steckte bis zur Brust in Dornen und konnte mich kaum noch bewegen. Ich brauchte über 10 Minuten, um mich ein paar Meter nach draußen zu kämpfen. Wir haben diesen Bereich für die Zukunft unangetastet gelassen. 

Da der Grund für unsere Pflanzmethode darin besteht, viel Freiraum zwischen den Clustern oder Bauminseln zu lassen, fraß die Raupe einfach alles ab, was sich innerhalb eines Clusters befand. Das Äußere wurde natur belassen. Je nach Raupe können diese Dinger alles machen, mulchen, häckseln oder fräsen oft bis zu ca. 8cm starkes Gehölz. Das Gestrüpp wird sehr effektiv zerkleinert. Nach den Schwierigkeiten im letzten Jahr im Dörpketal scheinen die 60 Euro pro Stunde, die der Einsatz einer Raupe kostet, ein Schnäppchen zu sein.

Etwa in der dritten Novemberwoche 2022 beginnen wir mit der Bepflanzung! Drückt uns die Daumen und wünscht uns viel Erfolg.  
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Dr. David Kahan

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