
Perspektiven für Kinder auf dem Westbalkan e.V.
wird verwaltet von Ralph Rüdiger
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Über uns
Hauptzweck des Vereins ist die uneigennützige Unterstützung und Förderung von Kindern in den Westbalkanstaaten (vor allem in Albanien und im Kosovo), insbesondere bedürftigen Kindern, „verlassenen" Kindern, sozial und ethnisch benachteiligte Kindern und deren Familien in den Westbalkanstaaten, sowie aus Deutschland abgeschobene Familien in die Westbalkanstaaten.
Des Weiteren fördert und unterstützt unser Verein uneigennützige Körperschaften wie z. B. Schulen und ein Kinderheim in den Westbalkanstaaten, die sich um die Betreuung und Förderung der Vorgenannten kümmern.
Letzte Projektneuigkeit
Danke für die Spenden - Hier der Bericht von der Dezemberfahrt:
Die Projektfahrt begann in diesem Jahr aus organisatorischen Gründen bereits am 15. Dezember, also etwas eher als in den letzten Jahren. Nach einer problemlosen Anreise nach Fushe Kosove stand zunächst der Kauf von Lebensmitteln für die Verteilung in den kommenden Tagen an. Dabei fiel uns direkt eine erhebliche Veränderung gegenüber dem Sommer auf. Die Lebensmittelpreise haben sich innerhalb weniger Monate fast verdoppelt. Auch wenn wir auch aus Deutschland mittlerweile hohe Inflationsraten gewohnt sind, fällt das in einem der ärmsten Länder Europas, das dazu noch zum Großteil von Importen abhängig ist, um ein Vielfaches mehr ins Gewicht. Auch in Gesprächen mit unseren langjährigen Kooperationspartnern klang immer wieder durch, dass die Lebenshaltungskosten ein grassierendes Problem sind. Im Energiesektor haben sich die Preise sogar beinahe verdreifacht. Diese Situation belastet auch Besserverdienende im Kosovo. Für die Ärmsten der Armen ist die Lage katastrophal.
Am zweiten Tag begannen wir bei Minusgraden mit der Verteilung von Brennholz und Lebensmittelpaketen. Insgesamt haben wir an dem Tag sechs LKWs mit Holz und 40 Lebensmittelpakete an Menschen verteilt, die mit ihren Kindern bei diesen Temperaturen nach wie vor in bestenfalls als provisorisch zu bezeichnenden Hütten leben müssen. Dabei ist uns eine Sache positiv aufgefallen: Die Quote der schulpflichtigen Kinder, die tatsächlich auch die Schule besuchen, ist deutlich wahrnehmbar gestiegen. Zwar gibt es auch im Kosovo eine Schulpflicht, allerdings wird diese weder kontrolliert, noch gibt es Sanktionen für Eltern, die ihre Kinder nicht in die Schule schicken. Für viele erscheint es kurzfristig sinnvoller, ihre Kinder zum Betteln zu schicken, als ihnen einen gesellschaftlichen Aufstieg über Bildung zu ermöglichen. Gerade bei Menschen, die selbst nicht die Schule besucht haben, ist es schwer dafür ein Bewusstsein zu schaffen. Durch unsere Arbeit und die unserer Kooperationspartner, hat sich das verändert. Da wir diesmal bereits in der letzten Schulwoche des Jahres vor Ort waren, fiel auf, dass beim Verteilen von Brennholz und Lebensmitteln, zumeist nur die Eltern anwesend waren, die Kinder sich größtenteils aber in der Schule befanden. Dadurch unterscheiden sich die Bilder von den Vorjahren, es zeigt aber, dass die Arbeit nicht umsonst ist, sondern wahrnehmbare Fortschritte erzielt wurden.
Der dritte Tag begann mit einem Treffen mit den Sozialarbeitern des „Family Strenghening program“ des SOS Kinderdorf in Fushe Kosove, das uns allen mittlerweile zu einer schönen Tradition geworden ist. Insgesamt konnten wir eine positive Bilanz für das Jahr 2025 ziehen. Obwohl es Budgetkürzungen gab, da die Internationale Hilfe durch die bis Dezember 2025 bestehenden EU-Sanktionen gegenüber der Republik Kosova erschwert wurden, musste die Zahl der Klienten, die von den Hilfen des Standortes erhalten nicht gekürzt werden. Circa 200 Menschen (davon 116 Kinder) profitierten von den Leistungen, die wir mitfinanzieren. Etwa 30 Familien sind dauerhaft im Programm, werden sowohl medizinisch, psychologisch und materiell unterstützt.
Dabei steht im Fokus, dass die Familien nicht von den Hilfsangeboten abhängig sind, sondern dass ihnen ermöglicht wird, ihr Leben selbst zu gestalten. Deshalb werden die Eltern auch bei der Integration in den regulären Arbeitsmarkt unterstützt. Auch im Jahr 2025 konnten sechs Familien das Programm erfolgreich verlassen und stehen nun „auf eigenen Beinen“. Diese Erfolgsgeschichten sind auch eine Motivation für viele andere und vor allem für die nächste Generation. Da im Kosovo Alltagsrassismus weiterhin ein Problem ist und Kinder aus ethnischen Minderheiten häufig durch Diskriminierungserfahrungen nicht mehr in die Schule gehen, hat SOS an den Schulen in Fushe Kosove, z. B. auch Workshops für die Lehrer abgehalten. Für das Jahr 2026 stehen innerhalb der Organisation der SOS Kinderdörfer aber Umstrukturierungen an, die zur Folge haben, dass der kosovarische Ableger weniger finanzielle Mittel zur Verfügung haben wird. Die Verantwortlichen vor Ort werden sich bemühen, die sozialpädagogischen Programme auf dem jetzigen Niveau zu halten. Allerdings wird es Einsparungen bei zusätzlichen Projekten wie den Sommercamps geben.Nach dem Austausch ging es mit der Verteilung von zwei weiteren LKWs Brennholz weiter. Außerdem waren wir mit den Familien Lebensmittel und Winterkleidung kaufen, für die sich in Deutschland Paten gefunden haben, die seit Jahren konkrete Familien unterstützen. Diese Form der Unterstützung ist gerade für Eltern mit Kindern, die seelisch oder körperlich eingeschränkt in dieser harten Umgebung leben müssen, von unschätzbarem Wert.
Hier können Fotos von den Spendenverteilungen in Fushe Kosove betrachtet werden:
https://c.web.de/@335021931759670899/ue5Tt-SJn745s4ZtdxJmCA
An Tag drei haben wir sämtliche Verteilungen abgeschlossen und konnten uns somit am vierten Tag etwas mehr Zeit für unseren Besuch und die Spendenübergabe im Down Syndrom Center in Pristina nehmen. Diesmal konnten wir 1250 Euro übergeben. Diese Organisation ist mittlerweile derartig etabliert, dass die Krankenhäuser der Hauptstadt jedes Kind mit Down-Syndrom registrieren und es bzw. seine Eltern direkt mit dem Center in Verbindung bringen. Damit sorgt die Arbeit dafür, dass Eltern mit der Situation und ihrer eigenen Überforderung nicht allein gelassen werden. Als es dieses Angebot noch nicht gab, hatten diese Kinder kaum eine Perspektive und wir sind sehr glücklich, dass die „Horrorgeschichten“, die wir noch vor neun Jahren über den Umgang der Gesellschaft mit Menschen mit Einschränkungen hören mussten, hoffentlich endgültig der Vergangenheit angehören. Die Organisation, die aus einer Elterninitiative hervorging und mittlerweile staatliche Aufgaben erfüllt, muss, abgesehen von den Kosten der Liegenschaft an sich, sämtliche finanziellen Mittel zum Betreiben der umfangreichen Programme von psychologischer, logopädischer und physiotherapeutischer Unterstützung über Spenden aufbringen. Die Organisation betreibt im gesamten Kosovo fünf Zentren, in denen Kinder mit Down Syndrom kostenfrei drei Therapiesitzungen pro Woche erhalten. Benötigt würden aber pro Kind eigentlich vier bis fünf, was aber derzeit finanziell nicht darstellbar ist, da auch hier Geld für die Anstellung von Fachpersonal fehlt, um die Bedarfe komplett zu decken. Auch hier brechen im Jahr 2026 Gelder weg, da viele Großspender sich alle paar Jahre andere Projekte zur Unterstützung suchen und große Finanzlücken hinterlassen. Um das zu kompensieren, sammelt das Down Syndrom Center zurzeit über „Gofundme“ Spendengelder ein. Wir haben versprochen, diesen Link zu teilen und zum Spenden aufzurufen, was wir hiermit tun möchten:
gofund.me/74e9cb176
Dieses einzigartige Engagement muss unbedingt erhalten bleiben und allein das Spendenziel von 300.000 Euro für das Notwendigste zum Weiterbetrieb verdeutlicht die Dimension und die Bedeutung dieses Projekts.
Am fünften Tag reisten wir nach Tirana, um zum Abschluss der Projektfahrt, dem Kinderzentrum „Rreze Dielli“, das nicht vom Staat unterstützt wird, einen Besuch abzustatten.
Dort wurden wir wieder mit einem liebevollen und leidenschaftlichen Kulturprogramm der Kinder empfangen. Wir sahen in den Augen und der Körpersprache der Kinder, wie sehr sie sich auf ein Wiedersehen mit uns gefreut haben.
Danach überreichten wir jedem Kind ein persönliches Weihnachtsgeschenk und einen Spendenscheck in Höhe von 5000 € an die Leitung des Kinderzentrums. Somit können weiterhin Freizeitmöglichkeiten, Mittagessen, Geburtstagsfeiern und auch Therapiebehandlungen etc. ermöglicht werden.
Die Dankbarkeit der Kinder und natürlich die strahlenden Kinderaugen machten unseren Aufenthalt im Kinderzentrum wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Hier können Fotos und Videos vom Besuch im albanischen Kinderzentrum betrachtet werden:
https://c.web.de/@335021931759670899/rSL0K9VwK77lBJUoD5OLqw
Wir hätten viel mehr Geldspenden, Lebensmittel und Brennholz austeilen können, aber die Spenden reichten leider nicht aus. Diesmal konnten wir nur an 48 Familien in Fushe Kosove Brennholz verteilen (im vorigen Jahr 65 Familien) und die Geldspende für das Down-Syndrom-Zentrum fiel niedriger aus als zu Weihnachten 2024.
Wir hoffen sehr, dass wir bei der nächsten anstehenden Reise im Sommer 2026 unsere Projekte in Albanien und im Kosovo (annährend wie in den letzten Jahren) umsetzen können.Wir danken allen Spendern, die die Umsetzung unserer Projekte ermöglicht haben und somit mitgeholfen haben, das Leid der Menschen, vor allem der Kinder, etwas zu mildern.
Besonders die vielen strahlenden Kinderaugen sind in all den Jahren unserer Hilfe vor Ort Momente der Freude und geben uns die Kraft sowie den Willen auch in Zukunft die Familien und deren Kinder zu unterstützen und ihnen zu helfen. Nochmals vielen Dank für die humanitäre Hilfe.
Die Projektreise (Transport, Hotels, Mietauto, etc.) wurde von uns erneut zu 100% privat finanziert.
Kontakt
Geißblattstr. 32
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Leipzig
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