
Diakonisches Werk Bonn und Region
wird verwaltet von A. Kiefert
Über uns
Diakonie ist die soziale Arbeit der evangelischen Kirche und entspricht damit der urchristlichen Grundhaltung, denen zu helfen, die der Hilfe bedürfen. Diakonie will Menschen helfen, die in eine Notlage geraten sind. Sie will die Ursachen der Not beheben, Hilfe zur Selbsthilfe leisten, für soziale Gerechtigkeit eintreten, soziale Ausgrenzung verhindern und die Lebenssituation Benachteiligter verbessern. In der Nachfolge Jesu Christi tut sie dies ungeachtet der Nationalität, Hautfarbe, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung oder Religion.
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Immer mehr Menschen suchen Hilfe bei Bahnhofsmissionen
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Zum Tag der Bahnhofsmission am 18. April haben Diakonie und Caritas auf die wachsende Bedeutung der Hilfseinrichtungen an Bahnhöfen in Deutschland hingewiesen. Rund 2,2 Millionen Rat- und Hilfesuchende wandten sich 2024 an die rund 100 Standorte der Bahnhofsmission. Etwa 5,2 Millionen Hilfeleistungen wurden niedrigschwellig erbracht – ein Anstieg von rund 40 Prozent gegenüber 2019. Zugleich mussten in den vergangenen Jahren mehrere Bahnhofsmissionen aus finanziellen Gründen schließen.
Seit 130 Jahren bieten die ökumenisch getragenen Bahnhofsmissionen sofortige, gebührenfreie Hilfe ohne Anmeldung. Sie unterstützen Reisende, helfen in existenziellen Notlagen, überwinden Sprachbarrieren und vermitteln an Beratungsstellen für Wohnungslosigkeit, Sucht, Schuldnerberatung oder Hilfen bei Gewalt.
Diakonie-Bundesvorständin Sozialpolitik Elke Ronneberger betont: „Immer mehr Menschen kommen mit Hilfebedarf in die Bahnhofsmissionen – darunter zunehmend von Armut betroffene Menschen, Wohnungslose oder Menschen mit psychischen oder Abhängigkeitserkrankungen. Bahnhofsmissionen sind Anlaufstelle, Zufluchtsort und Rettungsanker.“
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa hebt hervor, dass Bahnhöfe sozialer Brennpunkt und Zukunftsort zugleich sind. Die Arbeit der Bahnhofsmission zeige, wie eng Sozial- und Mobilitätspolitik zusammengedacht werden müssten. Bahnhofsmissionen seien zentrale Netzwerkpartner im Bahnhofsviertel und wichtige Orte sozialer Infrastruktur.
In den vergangenen Jahren mussten mehrere Bahnhofsmissionen aus finanziellen Gründen schließen, unter anderem in Bad Hersfeld, Gießen, Darmstadt, Kempten und Oberhausen. Gründe seien die angespannte Haushaltslage vieler Kommunen und sinkende Kirchensteuermittel.
Klaus-Dieter Kottnik, Vorstand Bahnhofsmission Deutschland e.V., warnt: „Durch den Abbau sozialer Infrastruktur werden soziale Notlagen weiter verschärft. Wir brauchen eine verlässliche Finanzierung und politische Priorität für niedrigschwellige Hilfen im öffentlichen Raum.“
Eine tragende Säule bleibt das Ehrenamt: Neben rund 300 Hauptamtlichen engagieren sich etwa 1.800 Freiwillige in den Bahnhofsmissionen. Sie hören zu, begleiten, stabilisieren und geben Halt, wo andere Systeme oft nicht mehr greifen.
Foto: Werner Krüper


