Deutschlands größte Spendenplattform

Pallotti-Mobil e. V.

wird verwaltet von N. Kuhlmann

Über uns

Pallotti-Mobil e. V. - Mit Menschen unterwegs
Wir sind eine Nonprofit-Initiative der Pallottinischen Gemeinschaft Berlin mit Sitz in St. Christophorus. Als Beschäftigungsträger und Nachbarschaftshilfeprojekt sind wir im sozialen Brennpunkt Nord-Neuköllns verwurzelt und mit der Katholischen Kirche Nord-Neukölln vernetzt.

Wir arbeiten nach dem Motto: Bedürftige helfen Bedürftigen. Wer anderen hilft, findet oft selbst eine neue Aufgabe, mehr Lebenssinn und Mut.

Wir lernen voneinander. Zusammenarbeit ermöglicht Teilhabe. Wir suchen Kooperationen und sind im Kiez gut vernetzt.

Zu unseren Einsatzbereichen gehören: Bau & Renovierung (Maler- und Renovierungsarbeiten, Umzüge und Entrümplungen für Bedürftige), Kleiderkammer, Notübernachtung für Obdachlose, Catering für soziale und kirchliche Anlässe.

Weitere Projekte unter dem Dach des Vereins sind: JACK - Bildungsstätte für Migratinnen und Flüchtlinge, Lebenfroh! (therapeutische Begleitung von Einzelpersonen, Paaren, Familien und Menschen mit geistiger Behinderung) und pallotti media.

Letzte Projektneuigkeit

Bildungsstätte JACK - Jahresrückblick 2020

  D. Dachrodt  28. Januar 2021 um 14:24 Uhr

Bildungsstätte JACK - Jahresrückblick 2020Für uns alle war 2020 ein besonderes Jahr, die Bildungsstätte JACK mit ihren Kursteilnehmerinnen, Dozentinnen, Ehrenamtlichen, Kindern in der Betreuung und Kooperationspartnern war sehr stark durch die Corona-Pandemie und die damit zusammenhängenden Einschränkungen betroffen. Doch wir haben in der Zeit auch viel gelernt, neue Wege erprobt, entdeckt, was uns wichtig ist, und gesehen, dass wir mit Flexibilität gemeinsam vieles bestehen können.

Anfang 2020 – Eine Zeit, die weit entfernt scheint

Dabei hatte alles noch ganz „normal“ angefangen: Nunmehr im fünften Jahr veranstalteten wir Ende Januar für drei Tage bei JACK einen Kleidertauschbasar. Viele ehemalige Ehrenamtliche, Schülerinnen, Mitarbeiterinnen und Freundinnen von JACK haben Säcke an Klamotten aller Art vorbeigebracht. Von Babysachen über Kosmetik bis hin zum dicken Wintermantel konnten die Kursteilnehmerinnen anprobieren, aussuchen und mitnehmen. Das Interesse und das Engagement von allen war sehr groß.

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Und obwohl viel mitgenommen wurde, hatten wir noch Einiges an Spenden übrig. Was also tun damit? Ab zur Kleiderkammer St. Clara. Hier haben wir anschließend mit acht Schülerinnen einen Ausflug hin unternommen und konnten unsere übriggebliebenen Spenden weitergeben. Die Schülerinnen haben sich außerdem dort angemeldet und können hier auch in Zukunft gebrauchte Kleidung abgeben und sich neue mitnehmen.

Pandemie erreicht JACKs Alltag

Doch im Februar und März häuften sich die Corona-Infektionen in Berlin und zum 16.03.2020 stellte die Bildungsstätte JACK den Kursbetrieb als Vorsichtsmaßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 vorübergehend ein, angelehnt an die allgemeinbildenden Schulen, die Kitas und die Einrichtungen der Erwachsenenbildung (z. B. Volkshochschulen).

Wir riefen die seinerzeit genau 100 Kursteilnehmerinnen unserer acht Deutsch- und Alphabetisierungskurse an und erklärten ihnen, dass zunächst drei Wochen lang und anschließend in den zwei Wochen Osterferien kein Unterricht stattfinden wird. Zum damaligen Stand schien der 20. April für die Wiederaufnahme der Kurse immerhin nicht undenkbar. Teilweise gaben wir den Frauen Tipps mit auf den Weg, wie sie währenddessen von zuhause aus weiter Deutsch lernen können, z.B. mit einschlägigen Internetseiten, Lernvideos oder Apps.

Was ist in den Wochen der Schließung geschehen?

Uns war von Anfang an wichtig, dass die Schülerinnen untereinander in Kontakt bleiben, und wir waren uns ebenso bewusst, dass die Kurse eine Anleitung durch die Dozentinnen benötigen. Daher haben wir die Kursteilnehmerinnen von JACK noch einmal kontaktiert und sie alle ihren Deutschkursen entsprechend per Handy in Lerngruppen eingeteilt. Bis auf wenige Schülerinnen konnten wir alle erreichen. Positiver Nebeneffekt: Vereinzelt nahmen wir zusätzlich Schülerinnen in diese Handygruppen auf, die zu der Zeit nicht im JACK-Deutschkurs waren, z. B. weil sie in Babypause waren oder weil sie umgezogen waren und unsere Kurse nicht mehr besuchen konnten. Diese Frauen freuten sich besonders, von zuhause aus Teil eines Deutschkurses zu sein – definitiv eine Methode, die wir für die Zukunft beibehalten wollen.

In den Lerngruppen schickten die Dozentinnen Übungen, Links zu Arbeitsblättern, Text-, Sprach-, oder Videonachrichten u.v.m. Teilweise ist eigenes digitales Lehrmaterial entstanden, z. B. Fotos mit Alltagsgegenständen, die von den Schülerinnen beschrieben werden sollen, oder Videos, die dazu dienen, bestimmte grammatische Zusammenhänge zu erklären. Die Schülerinnen bearbeiteten die Übungen und Arbeitsblätter und reichten ihre Lösungen ein, welche die Lehrerinnen korrigierten. Außerdem sendeten die Kursteilnehmerinnen Text- oder Sprachnachrichten, und blieben so im schriftlichen und mündlichen Deutsch in der Übung.

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Darüber hinaus erfüllten die Gruppen aber auch noch die Funktionen des Kontakthaltens und des Informationsaustauschs für die Kursteilnehmerinnen. Rezepte wurden miteinander geteilt, nach dem Wohlbefinden gefragt, Tipps zum Fitbleiben und für Spiele mit den Kindern kursierten. Besonders in den ersten Wochen, als der Umgang mit Corona neu war und besonders viele Informationen, Richtlinien, Verhaltensweisen, Risikoeinschätzungen u. w .m. erschienen, wurde deutlich, dass für die Frauen wenig verlässliche Informationen zugänglich waren. Zum einen wurden Texte, die für die Situation in Deutschland oder in Berlin relevant waren, nur sehr langsam in andere Sprachen übersetzt. Zum anderen haben wir unter den Schülerinnen viele, die gar nicht lesen oder schreiben können, und noch mehr, die über wenig Erfahrung im Umgang mit Medien verfügen. Sie können teils schwer einordnen, welche Informationen richtig und falsch sind, und was verlässliche Quellen sind. So leisteten wir neben dem Deutschkursanleiten auch Aufklärungsarbeit.

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Die Kurse „funktionierten“ unterschiedlich gut, denn es gibt viele Frauen, die gerne mitmachten und denen dies leichtfiel, und ebenso welche, die nicht so gut mit dieser digitalen Form zurechtkamen oder die aufgrund der Betreuung ihrer Kinder zuhause keine Zeit dafür hatten. Ähnliche Unterschiede gab es sicherlich bereits zuvor in unseren Kursen, die im Klassenzimmer stattfinden. Doch in der Home-Schooling-Version sticht doch das Gefälle jung/alt bzw. alphabetisiert/nicht alphabetisiert ins Auge.

Neben den Deutschkursen blieb ein Büroteam weiterhin am Ball: Neue Praktikantinnen und Bundesfreiwillige begannen ihren Einsatz bei JACK, die übliche Verwaltungsarbeit lief weiter, es kamen weiterhin Anfragen an die Projektleitung herein. In den Kinderbetreuungsräumen, die seit Monaten renoviert und verschönert wurden, war nun Zeit für die letzten Einkäufe und Handgriffe, da die Räume leer standen. Fortbildungen zum Thema Erziehung mit Ehrenamtlichen und Müttern wurden geplant. Und der Garten, den eigentlich im Frühling jedes Jahr unsere Gartengruppe aus dem Winterschlaf holt, wurde nun von den wenigen Anwesenden gepflegt – welch eine abwechslungsreiche Beschäftigung!

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Erfreulicherweise bestand eine außerkursliche Gruppe auch weiterhin: Die ehrenamtliche Leiterin unseres Capoeira-Kurses versorgte ihre Kursteilnehmerinnen mit selbstgedrehten Trainingsvideos, die die Frauen dann zuhause ausprobieren konnten.

Pilotprojekt: Deutschkurse virtuell

Nach dem Ende der Osterferien begannen wir, den Unterricht systematischer auf digitale Formate auszurichten. Alle Dozentinnen und die Projektleitung waren dazu im regen Austausch. Nicht nur hatten wir so etwas noch nie getan, auch waren die beschränkten Zugänge zu digitalen Geräten und Medien bei unserer Zielgruppe eine Herausforderung. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der VHS Neukölln können wir seitdem zwei Online-Programme nutzen, die diese anbietet. Dabei mussten wir neben der Beachtung des Datenschutzes und der Schutzbedürftigkeit der Frauen bei JACK auch überlegen, wie wir die Schülerinnen möglichst alle ins Boot holen.

Wir freuen uns, dass wir mit unseren acht Kursen Teil eines Pilotprojekts geworden sind. Aufgrund der Kooperation mit der Volkshochschule Neukölln boten wir unsere Kurse mit o. g. Formaten bis Ende Juni online an. Ein großer Vorteil dabei war die enge Zusammenarbeit unseres relativ kleinen Teams aus Dozentinnen, Ehrenamtlichen und Projektleitung. Für uns war es schon immer selbstverständlich, mit den Schülerinnen Kontakt zu halten, nachzufragen, warum Frauen eine Weile nicht zum Kurs kommen konnten, und uns über den Lernfortschritt jeder einzelne Schülerin Gedanken zu machen. Diese ganzheitliche und kleinteilige Arbeit half uns nun, so viele Schülerinnen zu erreichen.

„Vielen Dank für diese Idee. Ich möchte lernen.“
 „Hallo, ich hoffe, geht’s dir gut. Ich habe heute mit meinen Kindern gespielt und ich habe gekocht. Jetzt habe ich Deutsch gelernt.“
– Aus den Lerngruppen.

Wiedereröffnung

Im Juli konnten wir den Präsenzbetrieb mit einem sorgfältig erarbeiteten und seither ständig angepassten Hygienekonzept wiedereröffnen. Regelmäßiges Lüften und Reinigen gehört ebenso dazu wie genügend Abstand zwischen den Tischen und weniger Personen in den Räumen. Dadurch haben wir seitdem zu unserem Bedauern weniger Kapazität in den Deutschkursen. Statt zuvor oftmals mehr als 100 Schülerinnen sind es seitdem nur etwa 80 bis 90. Bei Anfragen nach freien Plätzen können wir seit Monaten größtenteils nicht helfen. Natürlich bemerken wir, dass das auch andere Einrichtungen trifft. Und die vielen Frauen, die auf der Suche nach einem Deutschkurs sind, haben es seitdem besonders schwer!

Einiges hatten wir aus der Schließzeit gelernt: Wir waren sogar ein wenig froh über diesen aus der Not geborenen Druck, das Spektrum der Unterrichtsformate hin zum Digitalen zu erweitern. Wir sahen, dass wir dies auf jeden Fall bei einer Rückkehr zum Präsenzunterricht beibehalten möchten, die Onlinemedien öfter in den Unterricht einbinden und so z.B. erkrankten Schülerinnen – im übertragenden Sinn – virtuell einen Stuhl in ihrer Klasse bereitstellen können. Es erschien uns auch damals bereits nicht ausgeschlossen, dass im Zuge der Eindämmung zukünftiger Infektionswellen wochenweise Schließungen erneut beschlossen werden. Also haben alle unsere Kurse – vor fortgeschrittenen B1-Kurs bis zum Alphabetisierungskurs der Anfängerinnen – über Monate unermüdlich und fast täglich im Unterricht den Umgang mit dem Smartphone, mit Links, Videos und dem VHS-Lernportal geübt.

Neue Kooperation

Das vergangene Jahr mit seiner Corona-Pandemie ließ nicht viele Veranstaltungen zu. JACK konzentrierte sich seit der Wiedereröffnung im Juli stark auf die Deutsch- und Alphabetisierungskurse – viele andere Angebote fielen dem Platzmangel zum Opfer und sind vorübergehend eingestellt, so zum Beispiel unsere PC-Kurse, die Kochgruppe, Einzelförderungen oder auch unsere alljährliche Projektwoche im Sommer.

Umso mehr freuten wir uns, dass wir im Oktober – noch vor dem zweiten Lockdown – mit dem Team von hildashaus eine Veranstaltung zum Thema „Menstruation und Gesundheit“ ausrichten konnten. Die Gesundheitskompetenz der Frauen liegt uns bei JACK besonders am Herzen und schon seit Jahren unterstützen wir die Kursteilnehmerinnen dabei, bewusst mit ihrem Körper und ihrer Gesundheit umzugehen.

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hildashaus möchte geflüchtete Frauen durch verschiedene, in der Regel aufsuchende Veranstaltungen empowern und ihnen einen sicheren Raum bieten – der ideale Kooperationspartner für die Bildungsstätte JACK! Zu ihrem Portfolio gehören etwa Selbstverteidigungskurse, Trauma-Yoga, Mentoring, ein Programm zur finanziellen Eigenständigkeit. Sie stellten mit zahlreichen Ehrenamtlichen nachhaltige Menstruationsbinden her und übergaben sie unter anderem einem Mädchenprojekt in Nepal.

Zweiter Lockdown ab Dezember

Seit 16. Dezember ist JACK nun erneut im Präsenzbetrieb geschlossen. Wir unterrichten wieder täglich online. Und es sind sehr große Fortschritte zu sehen! Die Teilnehmerinnen können viel besser mit den digitalen Medien umgehen und nutzen Smartphone, Lernportal und Co. selbständiger und kommen dadurch auch im Deutschlernen voran. Vereinzelt geben wir Hilfestellung, da wir mit jeder einzelnen Frau in Kontakt stehen. Oft hindern auch familiäre Umstände, etwa die Betreuung der Kinder zuhause, oder aber eine schlechte Internetverbindung die Frauen weiterhin an der konzentrierten Teilnahme. Doch alle machen nach ihren Möglichkeiten mit.

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Neben dem Online-Unterricht mit den Deutschkursteilnehmerinnen nehmen wir auch zu den Kindern aus unserer Kinderbetreuung Kontakt auf. Videos mit gemeinsamem Liedersingen werden verschickt oder kurze Bücher vorgelesen.

Sollte der Lockdown länger andauern, bestehen Überlegungen, eine telefonische Nachhilfe einzurichten, eine virtuelle Konversationsgruppe, Bastelgruppe etc.

Vor allem möchten wir uns aber, z. B. bei Firmen nach gebrauchten Tablets umsehen. Wir könnten diese Tablets an die Schülerinnen zu Hause verteilen, die dann besser als auf dem Handy die Apps und Lernportale nutzen können. Auch Einzelgeräte, gespendet von Privatpersonen, würden uns natürlich schon helfen. Die Geräte würden wir wie auch in Zukunft in unseren regulären Kursen vermehrt einsetzen. Melden Sie sich gerne bei uns.

Durch die Herausforderungen der aktuellen Situation haben wir in den letzten Monaten viel dazugelernt. Wir hoffen, dass wir mit Schülerinnen, Dozentinnen, Ehrenamtlichen und Kooperationspartnern weiterhin so gut zusammenarbeiten können.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei unseren überaus engagierten und vor Ideen sprühenden Dozentinnen, bei allen Mithelfenden und Unterstützer*innen und bei unseren Kooperationspartnern! Wir hoffen, dass wie die aktuelle Krise gut überstehen und wünschen allen ein gutes Jahr 2021!


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