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Endspurt München

Anne Tessmer
Anne Tessmer schrieb am 21.09.2021



Es dämmerte noch, als ich um 7 Uhr im Sattel saß. 140 km bis Krailling bei München. So eine lange Strecke bin ich noch nie am Stück gefahren. Um vor der Dunkelheit anzukommen, wollte ich mittags in Augsburg sein.

Das frühe Aufstehen wurde belohnt: Durch den Sonnenaufgang entlang der Felder und Bäche zu radeln, den Tag vor mir - das war das beste Stück der Tour.

Beschauliche Dörfer, in denen Hähne und Kühe sich gegenseitig weckten. So manche Kuppe hoch. Erstmals spürte ich einen Trainingseffekt. Wenn es hart wurde, dachte ich an den „letzten Hasenpfad“, den ich am ersten Tag in Frankfurt bezwungen hatte. Mit jedem Anstieg ging es besser. Ein paar Mal bin ich dann doch abgestiegen und hab geschoben.

In Dillingen über die Donau, 10 Uhr, gut in der Zeit. Jede Stunde glich ich die geplante Route mit meinem Standort ab. Und dann gegen 13.30 Uhr Augsburg. Genau im Plan.

Nach wunderschönen Waldwegen kam mir Augsburg hektisch vor. Baustellen, Trubel, Straßenbahnen. Da war die schlicht renovierte Moritzkirche eine Insel der Ruhe. Und dann weiter am Hochablass vorbei gen München.

Regenwolken zogen auf. Ob ich es vor Regen und Dunkelheit nach Krailling schaffe? 18 Uhr: Fürstenfeldbruck, jetzt noch knapp 20 km. Alles gegeben, um 18.55 passiere ich das Ortsschild Krailling, die ersten Tropfen fallen. Regenkleidung lohnt nicht mehr. Lieber nochmal kräftig in die Pedale treten. Geschafft! Kurz bevor der große Regen losgeht, komme ich bei meinem Bruder Johannes an. Yes!!!

Meine Toffifee-Retro zum Etappen-Finale:
  • Die Schokoladenseite: Erschöpft, glücklich und stolz genieße ich das Ankommen. 450 km in 5 Tagen.
  • Die Nuss, die ich geknackt habe: Ein Rennen gegen die Zeit und die nahende Dunkelheit.
  • Was kleben bleibt: Training macht einen Unterschied. Ich kann‘s - ausdauernd treten, mich Steigungen hochkämpfen, auf gerader Strecke Tempo halten.