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100 KM Spendenlauf für Monte Azul, Brasilien

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Der Lauf

Chris Meyers
Chris Meyers schrieb am 20.12.2020

Liebe Spender,
erstmal herzlichen Dank an Euch alle! Wir haben unser Spendenziel heute erreicht - und sogar ein wenig übertroffen (bis 31.12.20 kann man noch spenden). Das ist echt der Wahnsinn!
Der Lauf gestern verlief sehr gut, insb. weil eine tolle Support Crew dabei war (jeweils ein Laufbegleiter ab KM25 und immer wieder mobile Verpflegungsstellen). Das war für die Motivation sehr wichtig, da ich doch durch einige Tiefs gehen musste. Aber der Reihe nach...
Um Punkt 5h lief ich im Stockdunkeln in Mannheim los - ich genoss die Ruhe über der Stadt, bin menal nochmal meine Ernährungsstrategie durchgegangen (alle 5 Kilometer essen/trinken, insb. Nutella/Erdnussbrote/Bananen) und bin dann in Oggersheim auf meine Eltern gestoßen, die mich ein paar Meter begleitet haben. Danach ging es über die schönen Weinberge (die ich nur erahnen konnte bei der Dunkelheit) nach Freinsheim, wo ich bei Kilometer 25 auf Anna gestoßen bin. Sie hat mich die nächsten 23 Kilometer nach Neustadt begleitet bei einem tollen Sonnenaufgang mit Blick bis nach Heidelberg und eine Pace von konstanten 10 km/h. In Neustadt sind wir dann auf die mobile Support-Crew getroffen, die mich mit neuen Kleidern, Espresso und Getränken versorgt hat. Nach knapp 20 Minuten ging es dann mit Gerrit weiter durch den Haßlocher Wald - wunderschön wie die Sonnenstrahlen durch die Bäume blitzten. Anfangs haben wir uns noch unterhalten, aber ab Kilometer 60 merkte ich dass ich meine Energie fokussieren musste und folgte nur noch Gerrits Spuren im Sand. Ich zwang mich nicht zu gehen, sondern im Jogging-Schritt zu bleiben - das sah mein Körper in dem Moment anders, aber er hat sich erbarmt und sich zusammengerissen, so dass wir um 13:28h (10 Minuten vor Plan) in Speyer am Dom ankamen (Kilometer 75). Nach einigen Zuckergetränken und Massageeinheiten, ging es dann mit Paco die nächsten 15 Kilometer über einen Damm nach Altrip. Die Pause tat mir gut, ich konnte die nächsten 10 Kilometer einigermassen weiterlaufen - hatte dann aber zwischen den Kilometern 85 und 90 wahrscheinlich ein paar der dunkelsten Momente des Tages und brachte nur noch einzelne Wörter (keine Sätze) heraus. Glücklicherweise konnte mich mein Mitstreiter motivieren nicht zu gehen, sondern weiterhin zu joggen. Am letzten Stop (KM 90 in Altrip) wartete eine leckere Tomatensuppe mit weissbrot und Red Bull auf mich...die Schwiegereltern hatten sogar eine Feuerstelle auf die Terasse gestellt, damit ich nicht auskühle. In dem Moment war mir nicht klar, ob ich die letzten 10 KM gehen oder laufen würde. Aber auch hier wirkte die Pause Wunder - ich war um 16:40h in Neckarau (nachdem der Rhein mit der Fähre überquert wurde) und so konnte ich mit Nicatha die letzten 8 Kilometer "geniessen". Die 100 Kilometer waren im Suez-Kanal in Mannheim um 17.30h geschafft - um 17:38h habe ich dann nach etwas mehr als 100 Kilometern 12:38h (Netto: 10:48h) überglücklich den Wasserturm und die Support-Crew erreicht.
Es war für mich persönlich ein unvergesslicher Tag, bei dem es Höhen und Tiefen gab - die Motivation durch den Lauf auf die Organisation Monte Azul und ganz konkret die Arbeit des Gesundheitszentrums aufmerksam zu machen, hat mich zum Glück "am Leben" gehalten. Mir ist aber auch bewußt, dass dieses Ergebnis ohne den Support an der Strecke nicht in dieser Form möglich gewesen wäre. Danke an alle, die dieses Event möglich gemacht haben!