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Woche 7

Pascal Weiß
Pascal Weiß schrieb am 15.09.2020

Dieses Update kommt wieder etwas verspätet. Das liegt daran, dass meine Aktion traurige Aktualität bekommen hat. Ich hoffe, ihr wisst alle, dass ich den Brand auf Lesbos meine. Ich habe mir Gedanken gemacht, wie ich darauf eingehe. Aber ich hoffe auch, dass ihr mitbekommen und darüber nachgedacht habt, was das Ganze bedeutet. Wie schlimm das alles ist, habt ihr sicher schon oft gehört. Deshalb will ich ein paar grundlegende Dinge aufführen, die vielleicht noch etwas bewirken können.

Uns geht es in unserem Wohlstand in Europa nur so gut, WEIL es Menschen woanders schlecht geht. Oder andersrum: Menschen müssen woanders dafür leiden, damit es uns so gut geht.
Was mich dabei mit am meisten aufregt, sind die Aussagen der PolitikerInnen, mit denen sie nur ihren eigenen Kragen retten wollen, indem sie politisch korrekt bleiben. Man müsste Mal mitzählen wie häufig sie "zutiefst bestürzt" sind oder etwas "aufs Schärfste verurteilen". Und dann machen sie weiter wie zuvor bis sie sich zum nächsten Drama äußern.
Wir bekommen Tag für Tag mit was alles falsch läuft und wissen auch, dass man was dagegen tun muss, aber kümmern uns dann doch lieber darum den eigenen Lebensstandard weiter hochzuschrauben.
Wenn jeder nur einen Bruchteil der Social-Media-, Onlineshopping- oder Netflix-Aktivitäten dazu nutzen würde, um zu überlegen, wie man etwas Gutes tun kann, wäre schon ein großer Schritt getan. Es gibt genug Probleme, da ist sicher für jeden was dabei.
Ich bin selbst auch kein Paradebeispiel, aber ich habe zumindest ein schlechtes Gewissen und versuche etwas zu tun.
Denn nur "zutiefst bestürzt" sein hilft niemandem und Hilfe ist bitter nötig.



Woche 7: Speyer - Mannheim - Worms - Mainz - Frankfurt a.M. - Wiesbaden - Rüdesheim

An dem Campingplatz, wo ich mein Ladekabel ungeplant zurückgelassen habe, bin ich Richtung Mannheim aufgebrochen. Bevor ich zu der 9er-WG kam, wo ich sogar ein eigenes Zimmer hatte, musste ich noch einen Kopierladen aufsuchen, um etwas Bürokram mit wichtigen Dokumenten abzuwickeln. Am darauffolgenden Tag stand mir in Worms eine Couch bei ÄrztInnen aus Mexiko zur Verfügung, wo ich mit scharfem Essen versorgt wurde, dass meinen gequälten Körper nochmal nach vorne brachte. Die nächste Tagestour war wieder eine Reise auf gut Glück, da es in der geplanten Ankunftsregion nur Campingplätze für Mitglieder gab und insgesamt dieser Rheinabschnitt nicht wirklich Möglichkeiten zum Wildcampen bot. Deshalb spekulierte ich auf einen Wohnmobilstellplatz und hatte überlegt einfach mein Zelt dort aufzustellen in der Hoffnung, dass dann im Fall der Fälle Gnade walten würde und ich nicht wieder alles abbauen müsste. Denn ein frisch gelerntes mexikanisches Sprichwort sagt: Lieber entschuldigen als fragen. Ich rief dann aber doch lieber bei dem Betreiber an und er sagte mir, dass Zelten dort strengstens verboten wäre und bis zu 5000€ Strafe kostet. So fand ich glücklicherweise spontan einen Kanuclub, der mich tatsächlich unverhofft retten konnte. Sie boten mir ihre Wiese vor dem Clubhaus an, aber empfahlen mir lieber bei einem Rheinrestaurant nachzufragen, da neben dem Clubhaus immer halbstarke Jugendliche pöbeln. Bei dem Restaurant lief alles problemlos und es gab neben Abendessen und Frühstück mit Junggesellinnenabschied auch einen Badestrand. So kam ich unverhofft doch noch zu einer letzten Rheindusche, was ich eigentlich schon seit Basel aufgegeben hatte. Frisch aus dem Ei gepellt ging es weiter bis nach Mainz. Hier stieg ich in die Bahn und fuhr zur Erholung das Wochenende zu Bekannten nach Frankfurt mit rundum-sorglos-Paket.Vorbei
 an Mainz und Wiesbaden erreichte ich das Mittelrheintal, was sogar UNESCO-Welterbe ist. Am Beginn vom Rheinsteig bog ich jedoch zum Ufer ab und wanderte die Radwege direkt am Ufer entlang. Dieser Abschnitt war wieder eine Reise ins Blaue, da ich nicht wusste, welche Gegebenheiten mich dort erwarteten und kein fester Schlafplatz in Aussicht war. Doch da ich die Radroute wählte traf ich nette RadfahrerInnen, die in einem Gasthof in einer alten Scheune unterkamen und noch genügend Betten frei hatten.


In den nächsten Tagen werde ich dann, nachdem ich die Loreley, Koblenz und jede Menge Weinberge passiert habe, auch NRW erreichen. So wird die Reise wohl am 26.9. ihr Ende finden. Aber ich hoffe natürlich, dass ihr mich bis dahin noch tatkräftig unterstützt und bin gespannt, was noch kommt.